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Volles Haus bei der Veranstaltung mit Coach und Bloggerin Silke Weinig (rechts im Bild)

Dauernörglern und Cholerikern den Kampf ansagen

Bescheid

Das Handwerkszeug von Silke Weinig

Am vergangenen Freitag fand in der Buchhandlung Lorenzen eine Buchvorstellung in Kombination eines Workshops mit Buchautorin und Coach Silke Weinig statt. Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz schon im Vorfeld ausgebucht.

Es war eine Lesung der ganz besonderen Art, die die mehr als 30 Besucherinnen und Besucher am 12. April im Herzen der Hermeskeiler Innenstadt erlebt haben.

Silke Weinig, die Autorin des Ratgebers „Mit schwierigen Menschen klarkommen – Wirksame Strategien gegen Choleriker, Dauernörgler und andere Nervensägen“, ist Trainerin Coach und Bloggerin für die Themenbereiche Selbstmanagement, Persönlichkeitsentwicklung und dem leichteren Umgang mit schwierigen Menschen. Die gebürtige Malbornerin wohnt in der Schweiz und hat sich zum Ziel gemacht, Menschen darin zu befähigen, ihre individuellen Selbstmanagementfähigkeiten im beruflichen und privaten Bereich zu entwickeln und fördern.

Mit ihrem neuen Ratgeber gibt sie den Leserinnen und Lesern einen kleinen Werkzeugkoffer an die Hand, der dabei hilft, schwierige Situationen zu entschärfen ohne sich auf einen Konflikt einzulassen.

Eine Charakterstudie

Um Situationen richtig einschätzen zu können, sollte man wissen, mit wem man es zu tun hat. Dementsprechend adäquat und souverän kann man dann auch reagieren – schließlich hat jedes Verhalten seine Ursache. Wenn wir also verstehen, worin die Gründe für ein bestimmtes Verhalten liegen, können wir das auftauchende Problem bei der Wurzel packen. Im ersten Step klärte Weinig die Anwesenden also über die unterschiedlichen Charakterzüge der unangenehmsten Zeitgenossen auf. Diese tauchen zwar seltenst in Reinform auf – meistens habe man es mit „Mischwesen“ zu tun – aber in Zügen erkennt man sich selbst irgendwo wieder. Weinig unterscheidet dabei zwischen sonderbaren und exzentrischen Persönlichkeiten, wie etwa den Paranoiden, den Eigenbrödlern und Diven, oder aber dramatisch-emotionalen Menschen, wie etwa Drama-Queens und Psychopathen, und zu guter Letzt den ängstlichen, abhängigen und zwanghaften Persönlichkeiten, das sind dann die von Selbstzweifel Geplagten, Erbsenzähler und auch die Passiv-Agressiven.

The Work

Im Anschluss an die kleine Charakterkunde folgte der erste praktische Teil der Veranstaltung. Dabei ging es um die sogenannten „Glaubenssätze“. Henry Ford sagte dazu mal „Ob sie glauben, Sie können es, oder ob Sie glauben, Sie können es nicht, Sie werden auf jeden Fall Recht behalten.“ Das soll nicht mehr oder weniger heißen, dass wir selbst bestimmen, was wir wahrnehmen und vor allem wie wir es wahrnehmen. Das „Was“ und das „Wie“ haben dabei eine entscheidende Wirkung auf unser Leben und unsere Zufriedenheit, so Weinig. Glaubenssätze könne man sich dann wie einen Filter vorstellen, mit dem man seine Umwelt wahrnehme und genau da kann man ansetzen. Mit der „The Work“-Methode nimmt man einen Perspektivwechsel vor, indem pessimistische und limitierende Gedanken hinterfragt werden. Dabei lernte man ganz schnell unheimlich viel über die Mitglieder seiner Gruppe – einer fühlte sich angesichts seiner Figur unwohl im Schwimmbad, jemand anderes beim Autofahren und wieder andere haben ein Problem vor großen Menschenmengen zu sprechen. Gemeinsam wurden die Probleme hinterfragt und schnell stellte man fest: „Es ist eigentlich gar nicht so schlimm!“

Wenn-Dann!

Der zweite Praxisteil befasste sich mit den sogenannten „Wenn-Dann-Plänen“. Diese sollen helfen, in schwierigen und unerwarteten Situationen zielgerichtet und erfolgreich handeln zu können. Dabei werden auf einfache Art und Weise Sofort-Automatismen erzeugt, die auch dabei helfen können, neue, gewünschte Routinen zu erlernen.

Motiviert und womöglich befreit von so manchem negativen Gedanken verließ man an diesem Abend die Buchhandlung, haben wir doch begriffen: Wir können andere nicht ändern – wir haben aber in der Hand, wie wir auf sie reagieren. (LeWe)

Artikel veröffentlicht am 2019-04-18 von LINUS WITTICH Medien KG