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Frank Riewe.
Joachim Genn.
Dr. Melanie Hilger.

Wer wird Ortsbürgermeister/in von Wehr?

Niederzissen

WEHR. hwk. Am Sonntag, 15. September, werden die Wehrer binnen weniger Monate zum zweiten Mal zum Urnengang gebeten. Sie müssen einen neuen Ortsbürgermeister wählen. Grund: Bei der Kommunalwahl im Mai stand mit dem Ersten Beigeordneten Peter Marhöfer ein Kandidat für das Amt an der Gemeindespitze bereit, der auch die notwendige Stimmenzahl erhielt. Aber schon vor der Wahl stand fest, dass Marhöfer das Amt nicht antreten kann, weil es nach Auffassung seines Dienstherrn mit seinem Beruf als Richter nicht vereinbar ist.

Jetzt folgt also der zweite Versuch, einen neuen Ortschef zu finden. Mit Joachim Genn, Dr. Melanie Hilger und Frank Riewe stehen diesmal drei Bewerber zur Wahl. Auch eine eventuell notwendige Stichwahl ist schon terminiert: Sie fände am Sonntag, 29. September, statt, falls im ersten Wahlgang keiner der drei Kandidaten die 50-Prozent-Hürde meistern sollte. Es geht um die Nachfolge von Berthold Doll, der nach mehr als 16-jähriger Amtszeit für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung steht. Die Olbrück-Rundschau stellt die drei Bewerber vor.

Joachim Genn ist 57 Jahre alt und von Beruf Landwirtschaftsmeister. Mit seiner Frau Gerhild und seinen Söhnen Mathias und Lukas, ebenfalls beide Landwirtschaftsmeister, bewirtschaftet der vierfache Vater den Keltenhof, einen Betrieb mit Bullenmast, Ackerbau und Lohnarbeiten. Seit mehr als 23 Jahren gehört er dem Gemeinderat an und ist in Vereinen und Institutionen auch überörtlich ehrenamtlich tätig.

Weil die Ortsbürgermeisterwahl aus den oben genannten Gründen wiederholt werden muss, hat sich Genn in Absprache mit dem Beigeordneten Rolf Stommel und Ratsmitglied Uwe Genn für eine Bewerbung entschieden. Vorher habe eine Kandidatur gegen Berthold Doll und jetzt gegen Peter Marhöfer für ihn nicht zur Debatte gestanden.

Seine Heimatgemeinde sieht Genn vor allem im Vereinswesen gut aufgestellt, wobei er die Ü-60-Arbeitsgruppe des Brauchtums- und Verschönerungsvereins besonders erwähnt. Im Falle seiner Wahl will er mit Rat, Verwaltung und Bevölkerung eine offene Kommunikation führen, örtliche Gewerbebetriebe stärken, die Ausweisung des Neubaugebietes „Im Altenrath“ vorantreiben und - um eine Idee aus der vergangenen Legislatur aufzugreifen - Betreuungsmöglichkeiten für Senioren schaffen. Im kommenden Jahr soll das 1100-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert werden.

Dr. Melanie Hilger ist 39 Jahre alt, hat Betriebswirtschaft studiert, in Soziologie promoviert und arbeitet als Personalreferentin bei der Stabilus GmbH in Koblenz, dem Weltmarktführer für Gasfedern und Stabilisatoren. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder im Alter von sechs und zwei Jahren und unternimmt gerne Radtouren mit ihrer Familie.

Melanie Hilger wurde im Mai auf der Liste der Wählergruppe Stommel erstmals in den Gemeinderat gewählt. Nach der gescheiterten Ortsbürgermeisterwahl ist sie nach eigener Aussage von Mitbürgern vielfach zur Kandidatur ermuntert worden.

Mit der Grundschule im Ort, dem Kindergarten vor der Haustür, der optimalen Lage für Berufspendler und der wunderschönen Natur ringsum habe Wehr hervorragende Voraussetzungen. Jetzt gehe es darum, die Gemeinde in die Zukunft zu führen, sie auf die Ansprüche einer sich verändernden Gesellschaft vorzubereiten und sie attraktiv für junge Familien zu machen. Sie nennt schnelles Internet als Voraussetzung für Home-Office, eine sichere Kinderbetreuung, die Suche nach Antworten auf den Wandel der Mobilität und die Ausweisung eines neuen Baugebietes. Dem demografischen Wandel will sie mit Möglichkeiten zum Betreuten Wohnen und einer besseren ärztlichen Versorgung begegnen.

Frank Riewe ist 53 Jahre alt, gelernter Schlosser, und als Schweißer bei der Firma Bomag in Boppard-Buchholz tätig, einem Hersteller von Straßenwalzen, Rüttelplatten und anderen Geräten zur Bodenverdichtung. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Als leidenschaftlicher Fußballer ist Riewe immer noch bei den Alten Herren aktiv und spielt gerne Gitarre und Schach.

Als klar wurde, dass Peter Marhöfer das Ortsbürgermeisteramt nicht annehmen kann, hat sich Frank Riewe in Abstimmung mit seiner Frau und parteiunabhängig für die Kandidatur entschieden. Nachdem die Sanierung des Kellereigebäudes weitgehend abgeschlossen ist, schwebt ihm dessen touristische Nutzung vor. Schließlich habe das Haus einen hohen historischen Wert. Überhaupt sollte Wehr für Touristen attraktiver werden. Dabei denkt Riewe an ein Dorfcafé und auch Ferienwohnungen, an denen es in Wehr erheblich mangele. Bemühungen in diese Richtung sollen nach seiner Meinung von der Gemeinde mehr gefördert werden. Schließlich habe das kürzlich abgeschlossene Kunstrasenprojekt in Wehr gezeigt, dass man auch ohne prall gefüllte Kassen viel erreichen könne. Außerdem schwebt ihm eine Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße vor. Dort seien bei Staus auf der A 61 viele von ihren Navis fehlgeleitete Autofahrer zu schnell unterwegs.

Artikel veröffentlicht am 2019-09-04 von Olbrück Rundschau 36 / 2019