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Das Finale ging vor der Halle über die Bühne: Die drei Oldies fuhren zusammen mit dem Trödelbus einige Runden, ehe sie vom Publikum mit La-Ola-Welle und winkend verabschiedet wurden.
Begge Peder wurden drei Oldtimer präsentiert, die von ihren Besitzern näher vorgestellt wurden. Darunter zwei Autos, die schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel haben.
Für die Strickfrauen ging ein Traum in Erfüllung. Endlich konnte jene Mütze an den Mann gebracht werden, für die es bei den bisherigen Basaren keinen Abnehmer gegeben hatte.

SWR-Trödelbus machte Station in Kempenich

Niederzissen

KEMPENICH. hjs

KEMPENICH. Wenn Fernsehleute eines überhaupt nicht leiden können, dann ist es Improvisation. In der Regel kommen sie mit einem festen Konzept zum Drehort und lassen sich nur selten reinreden. In Kempenich versuchte es der neu gewählte Ortschef Dominik Schmitz, der in Vertretung seines Vorgängers Stefan Friedsam als Ansprechpartner für den Südwestrundfunk fungierte. Mit kurzzeitigem Erfolg: Statt vor den dunklen Wolken und dem fernen Donner die Flucht zu ergreifen und in der Leyberghalle garantiert trockene Verhältnisse vorzufinden, wurde das Trödelbus-Aufnahmeteam umgestimmt. Und so fuhr denn Begge Peder mit seinem auffälligen „Flohmobil“ draußen vor, entstieg dem lachsfarbenen Citroen-Bus 2CV HY, Baujahr 1977, um nach kurzer Begrüßung der zahlreichen Zaungäste die Original Goldbach-Musikanten zusammen mit Uli Arlt zu dirigieren.

Doch kaum hatten die Kameraleute ihre ersten Szenen im Kasten, da goss es doch tatsächlich in Strömen. Es bewährte sich nunmehr, dass die Eifelaner aus Kempenich mit solchen Wetterkapriolen bestens umgehen können: Im Nullkommanichts sorgten viele freiwillige Helfer für die Verlagerung des Geschehens unters Hallendach. Für die Kameramänner eine gute Gelegenheit, drauf und das Unvorhergesehene im Bild fest zu halten. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Passagen in der Aufzeichnung enthalten sein werden, die zwischen dem 9. und 16. August in der Landesschau ausgestrahlt werden.

Bestens ins Bild setzen ließen sich die Möhnen. Nicht nur weil sie zusammen mit dem SC Kempenich für das Kulinarische verantwortlich zeichneten, sondern auch weil sich der Mainzer Comedian angezogen fühlte von so viel weiblichem Charme. Zudem überraschten die „lustigen Weiber“ auch noch mit ausgesuchtem Krimskrams für eine Bereicherung der aufgestellten Trödeltische. Gut weg kam auch die Große Kempenicher Karnevalsgesellschaft (GKKG). Hierfür machte sich deren Boss Winfried Schäfer stark. Schließlich dekorierte er den Mainzer Fastnachter noch mit einem uralten Orden.

Für die Strickfrauen ging ein Traum in Erfüllung. Endlich konnte jene grün-blaue Mütze an den Mann gebracht werden, für die es bei den bisherigen Basaren keinen Abnehmer gegeben hatte. Ex-Obermöhn Christel Grohs ließ nicht eher locker, bis Begge Peder seine uralte Kopfbedeckung mit der Pudelmütze getauscht hatte. Das Publikum ließ durch seinen Beifall keinen Zweifel daran, dass einen schönen Mann nichts entstellen kann. Spontaneität bewies der Trödelmeister auch bei den vielen kleinen und größeren Schätzchen, die Kempenicher Bürger für den guten Zweck mitgebracht hatten. Immer wieder gab es einen schrulligen Spruch, nachdem die Vorbesitzer ihre Mitbringsel mal knapp, mal ausschweifend ins rechte Bild gerückt hatten.

Und weil das Ganze einem guten Zweck dient, wanderte mancher Schein in die Spendendose und mancher Gegenstand wechselte den Besitzer. Die weite Reise nach Mainz bleibt einer alten Hauswaage erspart, denn die historische Kostbarkeit bleibt in Kempenich. Reiner Schneider gehörte zu denen, die sich am „Wühltisch“ bedienten und einen namhaften Betrag dafür locker machte. Jürgen Schlich hatte sich in ein Landschaftsbild verguckt und kaufte es nur unter der Bedingung, dass es der Mainzer Karnevalist mit seinem Autogramm versah. Auch hier durfte sich die Kinderhilfsaktion „Herzenssache" über eine großzügige Spende freuen.

Die Kempenicher zeigten Präsenz, viele nette Leute, schöner Trödel und gute Stimmung waren beste Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung. Den Vogel schossen aber die Motorsportler ab. Begge Peder wurden drei Oldtimer präsentiert, die von ihren Besitzern näher vorgestellt wurden. Darunter zwei Autos, die schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel haben, und ein Motorrad, mit dem Reinhard Grones vorgefahren war. Er nutzte die Gelegenheit, seinem Gegenüber einen uralten Helm aufzusetzen und auf die 29. Oldtimer-Classic am 1. September hinzuweisen. Nach knapp einer Stunde hatten sich die Regenwolken verzogen, sodass das Finale vor der Halle über die Bühne gehen konnte. Die drei Oldies fuhren zusammen mit dem Trödelbus einige Runden, ehe sie vom Publikum mit La-Ola-Welle und winkend verabschiedet wurden.

Artikel veröffentlicht am 31.07.2019 von Olbrück Rundschau 31 / 2019