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Ladies-Classic-Quartett begeisterte vollauf!

Bad Bergzabern

Seit 2014 kommen diese vier herausragenden Künstlerinnen immer wieder gerne in die Kurstadt, mit immer wieder neuen Programmen,

welche dem Grundkonzept treu bleiben - ob Gesangsstimme, Violine, Harfe und Klavier in den verschiedensten Kombinationen im Duett, Terzett, Quartett oder gar als Solo mit Werken unterschiedlicher Stilrichtungen zu präsentieren.

Am Samstag, dem 30. März 2019, gastierten sie erneut im Haus des Gastes. Das Ladies-Classic-Quartett setzt sich zusammen aus Birke Falkenroth (Harfe) und Eva-Maria Vischi (Violine), die schon jahrelang als erfolgreiches Duo auftreten, sowie Bettina Kerth (Gesang) und Zane Stradyna (Klavier). Birke Falkenroth (Harfe) und Eva-Maria Vischi (Violine) begeisterten in den letzten Jahren als Duo an den Pfingstmontagen mit Konzerten am Kurparkeingang, die eine beachtliche Besucherzahl von ungefähr 300 Zuhörern aufweisen konnten.

Mit einer spanischen Zarzuela von Ruperto Chapi, welche durch Jose Carreras und Placido Domingo bekannt wurde, eröffneten sie das Konzert. Es folgte "Salut d´Amour", ein Liebesgruß, den Edward Elgar für seine Verlobte komponierte - gespielt von Eva-Maria Vischi (Violine) und Zane Stradyna (Klavier), der das Publikum ganz verzauberte.

Birke Falkenroth ließ bei einem Harfensolostück von Marcel Tournier die Töne in den Raum perlen, die zum Träumen anregten.

Das Stück "Der Morgen" wurde von Richard Strauß zunächst als Klaviersolo komponiert, dann veränderte er es für Violine und Klavier. Die vier Ladies haben das Musikstück neu arrangiert und sehr einfühlsam intoniert auf die Bühne gebracht.

Beethovens "Für Elise" ist wahrhaft ein Ohrwurm, Zane Stradyna spielte das Klavierstück von 1810 so wunderschön, mal ganz zart, dann sehr lebhaft, auch energisch - es war ein Genuss diese "Elise" zu hören, sie war zum Dahinschmelzen schön.

Dann erklang ein Potpourri, zusammengestellt aus dem Ballettstück "Schwanensee" von Tschaikowsky. Es wurde von den drei Instrumentalistinnen so zauberhaft gespielt, dass man im Geiste die Eleven und Ballerinen in weißen Tutus dahinschweben sah, mal so leicht wie eine Feder, mal melancholisch, dann fröhlich Reigen tanzend und auch im Walzertakt sich drehend.

Mit dem Wechsel zum Opernfach hatte das Ladies-Classic-Quartett endgültig die volle Begeisterung des Publikums entfacht. Der Applaus wurde immer lauter und intensiver zunächst für die Arie der Tosca und Puccini, gefolgt von einem Potpourri zum Rosenkavalier von Richard Strauß, dessen Kritiker damals meinten, er solle das lassen, das sei zu schlecht - worauf er später meinte, die Oper sei immerhin so gut gewesen, dass er sich davon ein Haus habe kaufen können.

Passend zu einem heiteren Abend über die Liebe folgte aus Verdis "La Traviata" das bekannte Trinklied, stimmgewaltig, virtuos, originell und charmant dargeboten, der Tenor wurde durch Frauenpower instrumental ersetzt. Passend zum Trinklied reichte Stadtbürgermeister Dr. Ludwig Bettina Kerth ein Glas Sekt.

Nach der Pause begeisterte Bettina Kerth mit einer Arie von dem französischen Komponisten Charles Lecocq, in der es um Liebe in Paris geht.

Dann brillierte Birke Falkenroth mit einem "Baroque Flamenco" für Harfe, nachdem sie die klassische Konzertharfe vorgestellt hatte. Sie spielte das Stück bravourös mit viel Verve, aber auch voller Zartheit, jedoch immer bestimmt - zwischendurch wurde die Harfe auch zum Schlaginstrument, das die Fußarbeit der Flamencotänzerin ersetzte.

Es folgten Ausflüge in die Operette mit ungarischem Einschlag, zunächst mit einem Stück von Emmerich Kalman und aus der "Lustigen Witwe" von Franz Lehar.

Mit Zigeunerweisen von Paganini stellte Eva-Maria Vischi erneut unter Beweis, welch eine versierte Teufelsgeigerin in ihr steckt. Paganini hatte die Stücke für sich selbst komponiert, keiner sonst konnte sie damals spielen - wenn er geigte, sind die Frauen in Ohnmacht gefallen.

Egal, was die Künstlerinnen darboten, alles hatte sehr hohes Niveau und die sprichwörtliche Spielfreude des Quartetts ließ keine Wünsche offen und verlangte nach mehr!

Moderiert wurde die Veranstaltung sehr charmant im Wechsel von Birke Falkenroth und Bettina Kerth.

Stadtbürgermeister Dr. Ludwig dankte begeistert für den musikalischen Hochgenuss und bedauerte, dass der Saal nicht voll geworden ist. Er freut sich schon sehr auf Pfingstmontag, den 10. Juni 2019, wenn Birke Falkenroth und Eva-Maria Vischi ein weiteres Mal am Kurparkeingang aufspielen und damit zu einem Höhepunkt der Rosenwochen werden. Er wünscht sich von Herzen, dass dies auch nach seiner Amtszeit weitergeführt werde. Er bedankte sich mit wunderschönen Rosensträußen bei den vier Künstlerinnen und bat um drei Zugaben.

Dank sagte Dr. Ludwig auch Bettina Schneider für die Organisation der Veranstaltung und für ihren Einsatz, bevor er Ursula Neeff auf die Bühne bat und auch ihr einen Strauß überreichte. Sie ist Kulturmanagerin und hat vor Jahren den Kontakt hergestellt.

Die erste Zugabe "Meine Lippen küssen so heiß" von Lehar war sehr mitreißend vorgetragen, Bettina Kehrt warf währenddessen Rosen ins Publikum, bei der zweiten Zugabe, einem Trinklied von Jacques Offenbach, meinte sie gehört zu haben, man könne in der Pfalz nicht ohne zu trinken von der Bühne gehen - sie mimte die Beschwipste so herrlich talentiert, dass alle lachen mussten und viel Spaß hatten. Das waren wirklich zauberhafte Stunden mit klassischer Musik verschiedener Genres.

(Text und Fotos: Sulamay Fillinger)

Artikel veröffentlicht am 2019-04-03 von Südpfalz Kurier 14 / 2019