Exponate des Frauenmuseums Bonn zeigen die Geschichte der Frauenwahlrechtsbewegung.
Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Rita Gilles eröffneten die Ausstellung.

100 Jahre Frauenwahlrecht

Niederzissen

Ausstellung in der Kreisverwaltung eröffnet

KREISSTADT. 100 Jahre Frauenwahlrecht - das ist das Thema einer neuen Ausstellung, die Landrat Dr. Jürgen Pföhler und die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Rita Gilles, gemeinsam eröffnet haben. Sie ist bis zum 29. Mai im Foyer der Kreisverwaltung zu sehen. Damit beteiligt sich auch der Kreis Ahrweiler an den Jubiläumsfeiern in diesem Jahr. „Ausstellungen wie diese sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass demokratische Errungenschaften, die heute selbstverständlich sind, einst schwer erkämpft werden mussten. Wir sollten uns daher immer bewusst sein, dass wir auch für die Zukunft unsere demokratischen Grundwerte sichern und verteidigen müssen“, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler zur Eröffnung. Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse von Recherchen zur Beteiligung von Frauen an der Kommunalpolitik im Kreis in den vergangenen 100 Jahren. Sie porträtiert zum Beispiel fünf in der Politik einflussreiche Frauen, die im Kreis gelebt haben oder heute leben. Darunter sind etwa Frieda Nadig, die von 1936 bis 1945 im Kreis Ahrweiler lebte und als eine der „Mütter des Grundgesetzes“ gilt und Maria Anna Ottilie Bartsch, die 1921 als erste Frau in den Kreistag des Kreises Ahrweiler einzog. Exponate des Frauenmuseums Bonn zeigen außerdem die Geschichte der Frauenwahlrechtsbewegung anhand von Reproduktionen historischer Dokumente. Vor 100 Jahren durften Frauen in Deutschland das erste Mal wählen. Am 30. November 1918 trat in Deutschland das sogenannte Reichswahlgesetz in Kraft: Erstmals hatten Frauen damit das aktive und passive Wahlrecht. Am 19. Januar 1919 durften die Frauen dann das erste Mal bei einer reichsweiten Abstimmung an die Wahlurne treten. ".Diese Ausstellung beleuchtet die Historie des Kampfes um die Einführung des Frauenwahlrechts. Sie geht der Frage nach, mit welchen Strategien die Frauenrechtlerinnen auftraten, wie sie sich vernetzten und wer die Wegbereiterinnen waren. Dieser Teil der Ausstellung wurde uns vom Frauenmuseum Bonn freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Ergänzt wurde die Ausstellung um einen eigens hierfür recherchierten Teil mit Bezug zum Kreis Ahrweiler. Das Jahr 2019 ist ein Jahr wichtiger Jubiläen der Demokratie in Deutschland. Am 19. Januar 1919 durften die Frauen das erste Mal an die Wahlurne treten. Dies wurde möglich, nachdem am 30. November 1918 in Deutschland das sogenannte Reichswahlgesetz in Kraft trat. Erstmals hatten Frauen damit das aktive und passive Wahlrecht. Bei dieser ersten Wahl lag die Wahlbeteiligung bei den Frauen bei 82,3 Prozent. benfalls 1919 trat die neue Weimarer Verfassung in Kraft, in deren Artikel 109 es hieß: „Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“ Was heute für uns selbstverständlich klingt, war damals ein erster wichtiger Schritt durch die staatsbürgerliche Gleichstellung hin zur Gleichberechtigung, so Pföhler.

Artikel veröffentlicht am 22.05.2019 von Olbrück Rundschau 21 / 2019