Theresia Zils und Thomas Bracht sorgten für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung (Foto: Sebastian Klein).
Elke Scheid führte in die Ausstellung ein (Foto: Sebastian Klein).
Erster Beigeordneter der Stadt Wittlich Albert Klein begrüßte die Besucher (Foto: Sebastian Klein).
Publikum in der Ausstellung (Foto: Sebastian Klein).

Wittlich – Fenster unserer Stadt

Wittlich

Lebhafte Ausstellungseröffnung mit strahlenden Gesichtern

Sturm und Regen überzogen am letzten Sonntag die Stadt Wittlich, während in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus Gemälde und Publikum eine heitere Frühlingsstimmung verbreiteten.

„Wittlich. Fenster unserer Stadt. Gemälde und Graphiken aus privatem und städtischem Besitz“ lautet der Titel der Ausstellung, die über 150 Bilder zeigt. Es handelt sich in der Schau um ein Motiv, die Stadt Wittlich, welches 21 verschiedene Künstlerinnen und Künstler zwischen 1912 und 1988 zur Schaffung einer Zeichnung, eines Gemäldes, einer Graphik oder eines Aquarells anregten.

Der Erste Beigeordnete der Stadt Wittlich, Albert Klein, eröffnete in Vertretung von Bürgermeister Joachim Rodenkirch die Ausstellung und schilderte die Veränderung Wittlichs anhand eines Hauses am Lieserufer. Eines Lagerhauses, das seine Mutter einst erwarb, in dem er als Kind spielte und welches schon lange nicht mehr existiert. Dort, wo es einst das Stadtbild prägte, befinden sich heute die Lieserterrassen, die Stadt hat sich geöffnet und lädt zum Verweilen am Fluss ein, in dem die Kinder mit den Enten um die Wette schnattern. „Eine Stadt ist etwas Lebendiges, was sich ändert und neuen Ansprüchen anpasst“, so der Beigeordnete, „und Veränderungen können auch verängstigen, weshalb man versuchen sollte, sich positiv und neugierig dem Neuen zu öffnen und es nicht abzulehnen, weil es neu ist.“

Was der Begriff Heimat sprachgeschichtlich, linguistisch und inhaltlich bedeutet, erörterte die Leiterin des Kulturamtes und der Stadtbücherei Wittlich, Elke Scheid, die die Ausstellung zusammenstellte. „heimat/en“ lautet das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2019, und die eigentümliche Schreibweise, ein Substantiv klein geschrieben und die Pluralmöglichkeit angedeutet, zeigt die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten. Man kann nicht nur eine Heimat haben; in unserer globalisierten Welt werden es eher Minderheiten sein, die ihr Leben an einem Ort, ihrer Heimat, verbringen. Und auch dieser Ort ändert sich. Heimat ist keine Konstante, für niemanden und nirgendwo.

Elke Scheid führte in die Ausstellung ein und erläuterte die Auswahl der Arbeiten. Viele Bilder gehören der Stadt Wittlich und schmücken normalerweise die Stadtverwaltung und das Alte Rathaus, werden in der Mehrheit jedoch im Depot aufbewahrt. So bietet die Ausstellung die Möglichkeit, die Werke einem großen Publikum zugänglich zu machen. Ergänzt wird die Präsentation durch private Leihgaben und zwei Reproduktionen. Häufigstes Motiv ist das Alte Rathaus, gefolgt vom Türmchen und Stadtansichten vom heutigen Stadtpark aus gesehen. Wie in Pisa der schiefe Turm und in Trier die Porta Nigra sind es in Wittlich diese Gebäude, die viele Künstlerinnen und Künstler zur Schaffung eines Bildes animierten. Die Ausstellung zeigt diese Bilder häufig gemeinsam, so dass die Vergleiche augenscheinlich sein können. Die 50 Holzschnitte Hedwig Schulzes aber, oder die Bleistiftzeichnungen Hugo Möhls, die 12 Graphiken Hans Adamys und die 12 Buntstiftzeichnungen Clodwig Poths boten sich als Gesamtwerk gezeigt zu werden, an. Höhepunkte sind die Arbeiten Wilhelm Terweis und Fritz von Willes, die Ausstellung dominieren jedoch die Aquarelle Hans Thomas‘, die mit leichter Heiterkeit und heller Farbpracht Frühlingslicht in die Ausstellungsräume in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus zaubern.

Musikalisch absolut stimmig und gekonnt wurde die Vernissage von der Sängerin Theresia Zils und dem Pianisten Thomas Bracht umrahmt. Trotz Regenschauer besuchte das große Publikum nach der Eröffnung in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge die Ausstellung im Alten Rathaus auf, bewunderte die Bilder und erinnerte sich in angeregten Gesprächen.

Im Rahmenprogramm sind folgende Veranstaltungen geplant:

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Die Kunsthistorikerin Diana Lamprecht M.A. referiert über die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung in zwei Vorträgen. Mittwoch, 3.4., und Donnerstag, 25.4.19, jeweils 18 Uhr, in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus.

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Öffentliche Führungen: Donnerstag, 11.4., und Donnerstag, 9.5.19, jeweils 18 Uhr

Anmeldungen unter info@kulturamt.wittlich.de oder Telefon 06571/1466-0 werden aufgrund der Begrenzung der Teilnehmergruppen empfohlen.

Artikel veröffentlicht am 15.03.2019 von Wittlicher Rundschau 11 / 2019