Heidi Nett erklärt den Tabernakel aus dem 18ten Jahrhundert.
Nina Schmitt-Müller blättert im Album und entdeckt Fotos der Großeltern.
Anita Reintges (vorne) vom Orga-Team mit (v.l) Pfarrer Dr. Rainer Justen, Dr Horst Gies, MdL, Otto Betzner, Bürgermeister Guido Nisius, Jürgen Schwarzmann und Bürgermeister Robert Zawada.
Kaffeetafel mit Geschirr aus vergangenen Tagen und immer noch gut erhalten.

Wershofen

Adenau

WERSHOFEN. AGP. „Eine solche Ausstellung hatten wir in der Verbandsgemeinde Adenau noch nicht!“ Bürgermeister Guido Nisius brachte die Sache auf den Punkt. Was die knapp 20 Mitglieder zählende Gruppe „Altes bewahren“ im seit 2013 unbewohnten Pfarrhaus von Wershofen auf die Beine gestellt hat, das kann sich mehr als sehen lassen. In mehreren Räumen des 100 Jahre alten und ansehnlichen Gebäudes lebt die Geschichte des Bergdorfes wieder auf. Nicht nur mit Fotos, sondern mit geradezu unglaublichen Exponaten wird die Vergangenheit des Ortes und ihrer Menschen wieder zum Leben erweckt.

Bei der Idee dazu konnten sich die Initiatoren der Unterstützung des Generationen-Büros der Verbandsgemeinde Adenau mit Jürgen Schwarzmann und des Dekanates Ahr-Eifel sicher sein. Pfarrer Dr. Rainer Justen stellte das Pfarrhaus spontan kostenlos zur Verfügung. Dass dabei der Wunsch nach einem Heimatmuseum für Wershofen laut geäußert wurde, ist mehr als verständlich. Otto Betzner vom Organisationsteam verwies in seiner Begrüßung auf die Hilfsbereitschaft aus der Bürgerschaft, die zahlreiche Ausstellungsstücke als Leihgaben zur Verfügung stellte. Er wusste Interessantes zu berichten. Demnach geht aus der Chronik der Kirche hervor, wie es in früheren Jahrhunderten um das Wetter in und um Wershofen bestellt war. „Diese Wetteraufzeichnungen sind älter als die des deutschen Wetterdienstes,“ wie Otto Betzner berichtete.

Bürgermeister Nisius hatte sich die Ausstellung zuvor eingehend angesehen und zeigte sich sichtlich beeindruckt. Als Freund alter Dinge war es ihm augenscheinlich eine besondere Freude, bat er doch die Initiatoren, ihn vor seiner Abfahrt zu durchsuchen, ob er nicht doch etwas habe mitgehen lassen. Der Scherz kam an, zumal man sich meist im Dialekt der Gegend unterhielt. Das war Eifel-Heimat pur, wie sie auch die Ausstellung zum Ausdruck bringt.

Mit vielen Fotos wird die Geschichte vergangener Jahre und gegangener Generationen dokumentiert. So fand Nina Schmidt-Müller Fotos ihres Großvaters Jacklen in einem Album, in dem Familiengeschichten und Hochzeiten präsentiert werden. Heide Nett hat alte Fliesen zur Verfügung gestellt, denen man in dieser Art heute vergeblich nachstellen würde. Alte Kaffeetafeln können bestaunt werden, ebenso wie Werkzeuge, mit denen heute niemand mehr arbeitet, die aber das Leben vor vielen Jahren wiedergeben. Hinzu kommen Gegenstände und Relikte aus dem kirchlichen Bereich, so ein wunderschöner Tabernakel aus dem 18ten Jahrhundert. Auch die unselige Geschichte des Krieges hat ihren Platz im alten Pfarrhaus. Da sind sorgfältig abgeheftet die Todesnachrichten derer, die im Krieg geblieben sind. Und dabei auch ein Exponat, von dessen Existenz heute kaum noch jemand weiß. Die sprechende Feldpost! Eine Art Schallplatte, die von Soldaten im Feld besprochen werden konnte und dann in die Heimat geschickt wurde.

Ein Besuch in der Ausstellung darf getrost empfohlen werden. Die Anwesenheit von Prominenz bei der Eröffnung machte das deutlich. Der Landtagsabgeordnete Dr. Horst Gies, Verbandsbürgermeister Guido Nisius, Bürgermeister Robert Zawada (Wershofen), Pfarrer Dr. Rainer Justen, Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen hatten es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Passend alte Volkslieder, gespielt von Gertrud Heckmann und Ewald Holzem.

Die Ausstellung ist bis zum 30. Juni jeweils freitags von 17-20 Uhr und sonntags von 14-18 Uhr geöffnet. Gruppen wie auch Schulklassen können auf Anfrage Termine buchen. Telefon 02694-930022, Siegfried Retzmann, 02694-911899, Werner Nett. Im Rahmen der Ausstellung gibt es verschiedene Veranstaltungen. Freitag, 14. Juni um 18 Uhr Mundarterzählungen mit lustigen Anekdoten aus Wershofen mit Helga Verhoven, Sonntag, 16. Juni, 16 Uhr Filmvorführung mit Otto Betzner aus alten Fastelovenzeiten, Freitag, 21. Juni, 18 Uhr himmlische Geschichten aus alten Zeiten mit Jürgen Schiffer, Sonntag, 23. Juni um 17 Uhr Bilderabend Zeltlager mit Udo Wirz und am Freitag, 28. Juni um 17 Uhr Essen wie früher mit der Gruppe „Vergessene Generation“ aus Adenau. Zum probieren: Kartoffelsuppe.

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Artikel veröffentlicht am 13.06.2019 von Adenauer Nachrichten 24 / 2019