Wer kann helfen?

Malchin

Malchiner Grundschüler wollen auch in Zukunft digital lernen

Seit mehreren Wochen kommen im Unterricht an der Pestalozzi-Grundschule auch Tablets zum Einsatz. Schüler und Lehrer sind davon begeistert. Doch jetzt läuft das Projekt aus, Hilfe wird benötigt.

Es scheint, als hätten die Kinder nur darauf gewartet. „Wie gefällt euch denn die Arbeit mit den neuen Tablets“, fragt Lehrerin Jana Kleemann in die Runde. Kaum ausgesprochen, gehen die Arme der Mädchen und Jungen ihrer vierten Klasse schon nach oben. Man hat das Gefühl, jeder ihrer Schüler möchte als Erster antworten. „Es ist eine schöne Abwechslung zum normalen Unterricht und wir schaffen mit den Tablets mehr Aufgaben zu lösen“, meldet sich Lara aus der vorletzten Reihe. Und ihr Mitschüler Ronny kann ihr nur beipflichten: „Wenn wir eine Aufgabe richtig gelöst haben, bekommen wir gleich einen Stern. Das ist eine schöne Belohnung“, sagt er. Ganz gleich welchen ihrer Schützlinge Jana Kleemann auch fragt, es gibt keinen in der Klasse, der nicht begeistert wäre von der Arbeit mit den Tablets, dem kleinen digitalen Lehrmittel, das kaum größer ist als ein Handy.

Seit Oktober wird an der Malchiner Grundschule damit unterrichtet. Gleich zu ihrem Amtsantritt hatte sich Schulleiterin Grit Teßenow auf die Fahne geschrieben, die Medienkompetenz ihrer Schüler zu stärken. Zum Schuljahresanfang bewarb sie sich bei einem Pilotprojekt für die Stärkung der medialen Bildung in Grundschulen. Und ihre Bewerbung hatte offensichtlich Eindruck hinterlassen. Die Malchiner Pestalozzi-Grundschule bekam den Zuschlag und kann seit Oktober in den Klassen zwei bis vier nicht nur die herkömmlichen Lehrmittel wie Bücher und Arbeitshefte, sondern auch 30 Tablets einsetzen. Dazu gehört natürlich auch die entsprechende Lernsoftware, die abgestimmt ist auf den Lehrplan in Mecklenburg-Vorpommern. In den Klassen kommen die Tablets ein bis zweimal die Woche zum Einsatz. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass dieses Projekt sowohl von den Lehrern als auch von den Schülern so gut angenommen wird“, sagt Grit Teßenow. Es habe keinerlei Berührungsängste gegeben und mittlerweile sind alle fit im Umgang mit dem digitalen Lehrmittel und möchten darauf nicht mehr verzichten. Das Pilotprojekt läuft allerdings in wenigen Tagen aus. Bisher konnte die Schule Tablets und Software zum Nulltarif nutzen. Wenn das Projekt weitergeführt werden soll, wird künftig eine Miete von zirka 3.000 Euro im Jahr fällig. „Das ist keine utopische Summe, wenn man bedenkt, welchen Mehrwert wir durch dieses Projekt haben“, sagt Schulleiterin Teßenow. Sie hat sich mittlerweile an die Stadt und an mehrere mögliche Sponsoren gewandt und um Unterstützung geworben. Bürgermeister Axel Müller ließ keinen Zweifel daran, dass das Projekt fortgeführt wird. Ebenso wie Grit Teßenow würde er sich darüber freuen, wenn es in der Stadt Unternehmen gibt, die einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Schüler auch in Zukunft mit diesen kleinen digitalen Helfern arbeiten und lernen können.

Th. Koch

Artikel veröffentlicht am 13.12.2019 von Malchiner Generalanzeiger 23 / 2019