Was ist bzw. war typisch fürs Akener Stadtbild?

Aken

Neues aus dem Schifffahrts- und Heimatmuseum Aken (Elbe)

Was ist bzw. war typisch fürs Akener Stadtbild?

Natürlich wird jeder Akener dabei an den Grundriss der Altstadt mit seinen großteils rechtwinkligen Straßenzügen denken. Und sicher auch an die Stadtsilhouette mit den beiden großen Kirchen, dem Silo und den Stadttürmen. Auch die Stadtmauer prägt natürlich. Aber gibt es auch im „Kleinen“ solche typischen Sachen? Das ist schon schwieriger! Als Erstes fallen mir die in allen Straßen anzutreffenden Fahrradbügel auf. Diese sind sogar bei Straßensanierungen im öffentlichen Bauraum wieder errichtet worden und sind in dieser Anzahl woanders nicht oft anzutreffen.

Dann gibt es die vielen kleinen Häuser – eine Tür, ein Fenster, Dach – mehr ist es nicht zur Straße. In Aken werden diese als „Schifferhäuser“ bezeichnet und sind auf jeden Fall typisch. Und über die ganze Stadt verteilt.

Für eine alte Stadt typisch waren früher auch schwere verzierte Haustüren und Hoftore. Oft in Holz und mit Fenster und einem Ziergitter versehen. Diese alten Türen sind leider deutlich weniger geworden. Zu verlockend war in der Nachwendezeit die große Vielzahl von neuen Möglichkeiten. Allerdings gibt es auch eine Anzahl von liebevoll sanierten Haustüren, welche in alter Pracht erstrahlen.

Ein anderes Detail allerdings ist inzwischen fast gänzlich verschwunden: Der Fensterladen.

Dieses früher sehr wichtige Detail (aus Sicherheitsgründen und auch zum Wärmeschutz bei den alten Einscheibenverglasungen) ist fast vollständig dem wesentlich bequemeren Rollladen gewichen. Meist mit der Haussanierung und dem Einbau neuer Fenster. Das ist oft recht schade, weil die Fensterläden eben auch eine ästhetische Komponente hatten und zusammen mit weiterem Fassadenschmuck das Stadtbild prägten. Im schlimmsten Fall ist aus einem schönen Haus nach der Sanierung dann eine Kiste mit Fensterlöchern geworden, welche aber energetisch auf einem Topniveau ist.

Und aus eben diesem Grund befindet sich im Heimatmuseum auch ein Fensterladen. Und natürlich ganz viele Bilder von Häusern und Straßenzügen, auf denen auch Fensterläden zu sehen sind.

Ein schönes Beispiel ist auf den Bildern des Hauses in der Elbstraße 2 zu sehen – aus der wir auch den Fensterladen retten durften.

Besuchen Sie uns doch mal wieder in 2021.

Ihr Mirko Bauer

ehrenamtlicher Leiter des Schifffahrts- und Heimatmuseum Aken (Elbe)

Artikel veröffentlicht am 24.02.2021 von Amtsblatt der Stadt Aken (Elbe) 2 / 2021