Spannend ist so eine Märchenführung rund ums Königsbrücker Schloss bis in das Kamelienhaus. In das Vergnügen kamen jetzt auch die Vorschulkinder der Kindergärten „Wichtelburg“ aus Neukirch und „Wirbelwind“ aus Laußnitz.

Tolle Geschichtsstunde für Vorschulkinder

Kamenz

Der Heimatverein Königsbrück kümmert sich längst nicht mehr nur um die Pflege von Kamelien und ländlichen Traditionen sowie die Kunst des Architekturmodellbaus – auch das Weitergeben der geschichtlichen und heimatkundlichen Besonderheiten der Region beginnt schon bei den Jüngsten. Natürlich wissen die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Peter Sonntag, dass die Kinder und Jugendlichen von heute in einigen Jahren die Macher im Verein sein werden. Deshalb kann man wohl nicht früh genug damit beginnen, das Interesse zu wecken – wenn auch zunächst in spielerischer Form.

So ist es schon zur Tradition geworden, dass Kinder der Vorschulgruppen aus verschiedenen Kitas zu einem Märchenrundgang um das Schloss Königsbrück eingeladen werden. Am 14. März versammelten sich die Mädchen und Jungen der Kindergärten „Wichtelburg“ Neukirch und „Wirbelwind“ Laußnitz gespannt im Schlosshof. Peter Sonntag selbst übernahm die kleine Führung, aber in diesem Jahr bekam er dafür zum ersten Mal Verstärkung: Zwerge, also Schülerinnen der fünften bis siebenten Klasse der Oberschule Königsbrück, die im Kamelienprojekt über das Ganztagsangebot des Vereins mitarbeiten, begleiteten die Kinderschar. Nach lautem Rufen „Zwerge, Zwerge“ erschienen die kleinen Kobolde mit bunten Mützen und Umhängen. So konnte das Königsbrücker Schlossmärchen beginnen, in das die Kleinen voll eintauchen konnten. Schließlich wussten sie genau, dass es in den alten Schlössern Ritter, Könige und Prinzessinnen gab und manchmal auch ein bisschen gespukt hat. Der Vereinsvorsitzende wusste zu erzählen, dass im Schloss Königsbrück Herr Graf und Frau Gräfin wohnten, sie mit der Kutsche vorgefahren kamen und im Park lustwandelten. Ob es wohl immer noch Geister und Gespenster im Schloss gibt? Schon zur eigenen Sicherheit entschieden sich die Kinder einhellig für „Nein!“ Aber die Zwerge sahen das anders „Klaro!“. Aber eigentlich wissen die Vorschulkinder doch schon genau, dass es diese besonderen Wesen nur im Märchen gibt und deshalb diese Geschichten auch so schön spannend sind.

Hinter dem Schloss öffnete sich für alle der weite Blick in den dazugehörigen Park und auf eine große Hängebuche, Peter Sonntag nannte sie den „Traumzauberbaum“ und ergänzte: „Wenn man da ein schönes Lied singt, wachsen manchmal aus dessen Astgabeln Gummibärchen.“ Da ließen sich die Kinder und ihre Erzieherinnen nicht lange bitten und sangen lautstark vom „Dornröschen“ – und tatsächlich hörte man ein Rascheln: Um die Ecke auf dem Schlossinnenhof lagen lauter kleine Beutelchen mit Gummibären. Hat doch etwas Magisches, so ein Märchenschloss…

Natürlich endete der kurzweilige Rundgang bei den Märchenblumen, die auch im Winter ihre Blütenpracht entfalten. Im Kamelienhaus wurden die Kinder von einem fantastisches Blütenmeer – die Kamelien stehen ja jetzt in voller Blüte – und den beiden Märchenfiguren „Schneeweißchen und Rosenrot“, also den Königsbrücker Kameliendamen Marie und Jenny empfangen. Dann durfte gefragt, gestaunt und natürlich auch an den Duftkamelien geschnuppert werden. Nach einer knappen Stunde ging der Märchenrundgang zu Ende, der allen sehr gut gefiel. Auch der Vereinschef zeigte sich zufrieden, denn wieder wurden zahlreiche Kinder an ein Stück Heimat herangeführt und gleichzeitig animiert, später einmal beim Kamelienprojekt mitzuwirken. Denn der Großteil wird ja bald in Königsbrück die Schule besuchen.

ku
Artikel veröffentlicht am 23.03.2019 von Mitteilungsblatt Kamenz - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 11 / 2019