TV Fränkisch-Crumbach, Abteilung Fastnacht

Fränkisch-Crumbach Crumbach
„Wollt Ihr mit nach Hamburg fahr´n?
Wir feiern Fastnacht uff de Reeperbahn“

Schrill und anzüglich, so präsentierte sich die Abteilung Fastnacht in der diesjährigen Kampagne. Ist im Hintergrund noch St. Pauli bei Nacht zu sehen, wird die Crumbacher Bühne von zwei langen Beinen und einem dicken Kussmund beschmückten Elferrat zum „Crumbacher Kiez“.

Traditionell eröffnete das Gardeballett das närrische Treiben. Dieses Jahr konnten wir hier wieder zehn hübsche, junge Frauen auf ein Garde Schlager Medley beim Beine werfen bewundern.

Unser Urgestein als Protokoller, Achim Weidmann, startet mit seinen Erlebnissen aus dem Ort sowie den politischen Geschehnissen aus nah und fern den Reigen der Redner. Am meisten bedauert er allerdings die Tatsache, dass er persönlich nach wie vor in der Bütt hocken muss, statt in den Hessischen Landtag. Da hätte ihm wohl jemand dazwischen “gefunkt“!

Unsere Jüngsten, die Tanzgruppe „JeySi`s“, lieferten den ersten Tanzbeitrag und eroberten damit gleich die Herzen der Zuschauer. Mit Marionettenmasken (denen sie sich später entledigten) und schwarz, weißen Petticoats tanzten sie auf Musik von Lady Gaga.

Nun bereits das dritte Jahr erfolgreich in der Bütt, präsentierten sich Tim Hach und Max Jost. An Ihrer selbst gebauten Theke der Trendkneipe „Zum schicken Dorsch“ erzählten sie uns Neuigkeiten aus dem Ort und über gewisse „Randgruppen“ wie Reichelsheim. Ihre Reime untermalten sie mit Ihrem Crumbocher Buwe Lied: „Noa, noa des mache me nidd, aus Crumboch gein me nidd“.

Wie immer sehr selbstbewusst, energisch aber überaus charmant, spricht sich Nanni Heid in ihrem Beitrag für „Frauen in den Elferrat“ aus. Den seit 25 Jahren amtierenden Präsi Jürgen Jost vom Thron zu stoßen ist ihr Plan. Ihr Versprechen, ein zweites Mal auf die Bühne zu kommen, macht sie im zweiten Teil der Sitzung wahr. Mit einer feindlichen Übernahme des Sitzungspräsidentenstuhls im Elferrat und einen in Handschellen gefesselten Jürgen Jost verleiht sie ihrer Forderung deutlich Nachdruck. Als letzte Konsequenz nimmt sie sogar Achim Weidmann als Geisel, der in ein Gardekostüm gesteckt, sogar noch ein Tänzchen auf der Bühne wagt.

Georg Beeh, Erik Sponagel und Nasti Rathke tummeln sich ebenfalls auf der Reeperbahn. In sexy Outfits erzählen sie von ihren Erlebnissen in St. Pauli und was man anstellen muss, um dort am besten an Geld zu kommen. Umrandet wird der Redebeitrag durch ein Tänzchen, frei nach dem Bekannten Song der Höhner: „Ja, dat es prima: Viva la Domina“

Unser Mottoballett Rhythm Attack wurde seiner Bestimmung auch in dieser Kampagne absolut gerecht. Wir konnten die Tänzerinnen und Tänzer in eindeutigen Kiez Outfits auf das ebenso passende Lied „Ich verkaufe meinen Körper…ganz ganz billig“ bewundern!

Nach drei mal elf Minuten Pause läutete der Elferrat den zweiten Teil der Sitzung ein. Ans Hamburger Milieu angepasst, erschienen die Herren als illustre Männer und Kiezschnecken. Mittendrin performt unser Präsi als Udo Lindenberg und besingt dessen Liebe „Reeperbahn…die geile Meile“. Nur das Original ist besser!!

Nicht fehlen darf, ebenfalls ein Urgestein der Redner, unser Jochen Habermehl als „Reemeschbeje Knallkopp“. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen als Fastnachter auf Seminar geschickt zu werden. Das erste was dort gelernt werden würde, wäre Helau. Er bleibt allerdings bei seiner altbewährten Begrüßung: „Guure er Leit“. Außerdem findet das Seminar an einer teuren Privatschule in Reigels statt, was ebenso nicht seine Zustimmung fand. „Bist Du im Kopf nicht ganz daheim- mach Schulabschluss in Reichelsheim“, so seine Worte.

Auf den italienischen Rhythmus des Liedes „Bella Ciao“ von El Profesor startete der Auftritt der Tanzmäuse. Diese lieferten in schwarz-silber glitzernden Overalls und trendigen Schiffchen-Hütchen auf den Titel „Be my Lover“ von La Bouche einen tollen Tanzbeitrag ab.

Mit Günter Horn, Horst Habermehl, Pit Diez, Adolf (Belf) Maser und Werner Vierheller erlebten wir den bei so einer Veranstaltung nicht zu vermissenden Gesangsbeitrag. Die Jungs besangen den Wunsch, noch lange zu leben um ewig Fastnacht feiern zu können. Bei ihrem weiteren Auftritt in der zweiten Hälfte der Sitzung sorgten sie mit dem Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und auf Fr.-Crumbach umgedichtete Verse für super Stimmung im Saal. Unterstützt wurden sie hierbei durch Christina Ripper, Yvonne Weißensteiner und Verena Kahles.

Aus Mangel an Rednern aus unserm Ort hat unser Präsident den Hamburger Michel angerufen. Dieser soll doch bitte vorbeikommen und in Reimen sprechen, sonst können wir die Crumbacher Fastnacht vergessen. Bernd Müller tat wie geheißen, entpuppte sich auf der Bühne aber dann als unser altbekannter „Reigelser Michel“. Dies und seine Vorschläge, Fränkisch-Crumbach doch endlich in Reichelsheim einzugemeinden und somit einen „Fränkisch-Crumbach-Exit“ (FR-Exit) herbeizuführen, führten zu vielen Lachern aber auch zu Unmut bei uns Crumbachern. „Eine gemeinsame Kerb im ersten Schritt, und mir mache zusammen einen Umzug, das wär der Hit“, so Bernd Müller.

Ebenfalls nicht wegzudenken und seit Jahren ein Bestandteil unserer Sitzung ist das Männerballett. Die Jungs hielten, als Polizisten verkleidet, Einzug in die Halle. Sie kündigten eine Razzia an und mit der Aufforderung die Hände oben zu lassen und zu klatschen, rockten sie gemeinsam mit dem Publikum die Halle.

Nachdem er letztes Jahr pausiert hatte, war Jens Seeger diesmal wieder mit von der Partie. Er ritt als Hamburger Jockey auf seinem „Stecken“-Pferd auf die Bühne. Er begrüßte das Publikum mit dem Spruch: „Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd -in Crumbach ist es umgekehrt.“ Da das Pferd allerdings nicht die gewünschte Leistung brachte musste er es noch während seines Auftritts auf der Bühne wechseln. Seine zweite Reitmöglichkeit entpuppte sich als sein Kamel Ali, mit dem er in Fr.-Crumbach in den Reitverein eintreten will. Pointiert gab er dann wieder die ein oder andere wahre oder nicht ganz so wahre Begebenheit aus unserer und mancher Nachbargemeinde wieder.

Zum Abschluss begeisterte uns das Showtanzballett mit einem ebenfalls auf das Thema abgestimmten Beitrag. Der Einmarsch zu den Klängen von Santiano untermalten sie mit einem großen, blauen Tuch welches das Wasser der Elbe darstellen soll. Danach zeigten die zwölf, in weiß-marineblau Kapitänskleidern gekleideten Mädels, einen fetzigen Showtanz auf einen Remix von Seeräuber-Opa Fabian und beendeten damit die Sitzung unter tosendem Applaus.

Zum Abschluss des bunten Treibens versammelten sich nochmals alle Akteure beim Finale auf der Bühne und sangen -bereits auch lange Jahre Tradition- gemeinsam „Unn wann de Elferrat regiert“!

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei den Trainerinnen Jenny Hanke, Sina Heid, Sonja Jost, Simone Scazzari, Sabine Sponagel, Verena Kahles, Yvonne Weißensteiner und Christina Ripper sowie allen Redner/innen, Sängern, Helfern vor und hinter den Kulissen die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

DVD und Fotos der Abendsitzung sind bei Simone Scazzari erhältlich (06164/516400, simisfotos@gmail.com).

Außerdem hier der Hinweis, dass Sie bereits jetzt schon Karten für die Kampagne 2020 über unsere Homepage bestellenkönnen. Unter

www.tv-fraenkisch-crumbach.de finden Sie alle notwendigen Informationen.

In diesem Sinne, nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht-CRUMBOCH HELAU!!!!

Artikel veröffentlicht am 14.03.2019 von Fränkisch-Crumbacher Nachrichten 11 / 2019