Sensationeller dritter Platz

Kamenz

Bei den NOFV-Landesmeisterschaften starten bekanntlich auch bei den Herren Ü50 alle Sieger der sechs Ost-Bundesländer. Auf Grund der Absage aus Mecklenburg-Vorpommern erhielt Sachsen die Möglichkeit eine zweite Mannschaft zu stellen. Da zwei Nachrücker auf Grund des kurzen Termins abgesagt hatten, war die Spielgemeinschaft Aufbau Deutschbaselitz/SV Lok Kamenz als Viertplatzierter bei den Sächsischen Meisterschaften qualifiziert und ließ sich dieses Angebot nicht entgehen. Doch die kurze Frist bereitete auch ihnen Probleme, da schon ein Turnier in Kamenz zu besetzen war und einige krankheitsbedingte Ausfälle hinzukamen. Da man als Mannschaft eine Spielgemeinschaft eingehen kann, hat Norbert Adler kurzerhand zwei Sportfreunde aus der Region Bautzen dazu gewonnen, die das Team dann vollständig machten. Auf ging es nach Sandershausen, wo die Siegermannschaften der einzelnen Bundesländer aufwarteten. Qualifiziert hatten sich:

  • SPG VFB Blankenburger FV/SV Stahl Thale
  • SSV Köpenick Oberspree
  • TV Askania Bernburg
  • Kickers 94 Markkleeberg
  • SPG 1. Suhler SV/SV Gumpoldia Gumpelstadt
  • SPG Aufbau Deutschbaselitz/SV Lok Kamenz

Eigentlich zählte für die Kamenzer nur das Dabeisein und so wollte man locker in die Spiele gehen. Nachdem die ersten beiden Spiele 1:1 ausgingen, hieß der Auftaktgegner Askania Bernburg. In diesem Spiel merkte man noch, dass alle total aufgeregt waren. So versuchte die Mannschaft durch ein ruhiges Aufbauspiel Sicherheit in ihre Reihe zu bekommen. Das ging aber nicht auf. Fehlabspiele und Konzentrationsschwächen in den ersten Minuten waren die Folge und so kam es zum 0:1-Rückstand. Leider wurde es nicht viel besser und die Truppe konnte sich bei Andreas Schäfer und den Abwehrleuten bedanken, dass nicht mehr Gegentore fielen. Wie aus dem Nichts erzielte Maik Neumann über links kommend den Ausgleichstreffer. Jetzt kam etwas mehr Ruhe ins Spiel. Das brauchte man auch, denn bei einer Spielzeit von 15 Minuten konnte in der Halle auf diesem großen Feld noch viel passieren. Bernburg hatte noch einige Chancen, doch jedes Mal war irgendwie ein Abwehrbein oder Andreas Schäfer dazwischen – so blieb es beim 1:1, ein guter Start.

Nur ein Spiel Pause und nächster Kontrahent war der aktuellen Ü50-Meister aus Berlin Köpenick. Durch einen Abstimmungsfehler, als die Zuordnung kurzzeitig nicht stimmte, war ein Köpenicker frei und es stand 0:1. Fast postwendend kam durch einen langen Abwurf von Andreas Schäfer Michael Hoffmann an den Ball und spitzelte den Ball dem Torwart durch die Beine zum 1:1. Ein Weckruf, den ab diesem Tor spielte die Mannschaft besser und konnte durch Norbert Adler sogar 2:1 in Führung gehen. Doch Köpenick blieb dran und erzielte den Ausgleichstreffer. Das Spiel ging völlig offen weiter. Eine Minute vor Schluss bekamen die Kamenzer einen Freistoß zugesprochen, den Maik Neumann zum 3:2 nutzte, indem er den Ball durch die Beine der Mauer schoss. Da im Futsal in der letzten Minute die tatsächliche Spielzeit gestoppt wird, dauerte für alle auf der Bank diese Minute ewig. Aber es reichte zum Sieg und man konnte erhobenen Hauptes in das dritte Spiel gehen.

Hier traf man auf den zweiten sächsischen Vertreter Kickers Markkleeberg, gegen den noch nie gewonnen wurde – dabei blieb es leider. Markkleeberg war nicht zu halten und siegte am Ende deutlich mit 5:1.

Im vorletzten Spiel zwischen Berlin Köpenick und Bernburg kam es schon zu einer kleinen Vorentscheidung, denn durch dieses 1:1 waren die „Nachrücker“ schon vor dem letzten Spiel sicherer Dritter – ein Wahnsinnserfolg, den man gern mit ins Spiel nahm. Und es sollte das mit Abstand beste Spiel des Turnieres werden. Den Suhlern reichte ein Unentschieden um NOFV-Meister zu werden. Bei einem Kamenzer Sieg mit drei Toren wäre Markkleeberg Meister geworden und die Lok/Aufbau-Truppe sogar Zweiter. Also war noch vieles drin. Und was in diesen 15 Minuten von beiden Mannschaften auf dem Platz gezeigt wurde, war sogar Beifall von den anderen Mannschaften wert. Ein total offenes Spiel mit dem glücklicheren Ende für Suhl, denn allein in der letzten Minute hatten die Kamenzer zwei Riesenchancen, wobei durch Torsten Schröder sogar das 1:1 erzielt wurde, jedoch etwa eine Sekunde vorher die Schlusssirene ertönte. Schade, dieses Remis wäre verdient gewesen nach dem besten Spiel des Tages.

Zum Schluss lagen sich alle in den Armen und genossen den dritten Platz bei den 2. NOFV-Hallenmeisterschaften, ein Erfolg von dem man vorher nur geträumt hatte. Ein großes Dankeschön an die beiden Helfer aus Bautzen Falk Kunze und Gunthart Symmank.

SPG Deutschbaselitz/Lok Kamenz spielte mit: Andreas Schäfer, Torsten Schröder, Matthias Maut, Falk Kunze, Michael Hoffmann (1), Maik Neumann (2), Gunthart Symmank, Lutz Höfer, Norbert Adler (2)

M. Hoffmann/Foto: Verein
Artikel veröffentlicht am 23.03.2019 von Mitteilungsblatt Kamenz - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 11 / 2019