05.01.2019

„Projekt Widor 2019“

56651 Niederzissen

Eröffnung mit Weihnachtssymphonie

MARIA LAACH. Am Samstag, 5. Januar 2019, eröffnet Gereon Krahforst an der Orgel der Abteikirche Maria Laach sein „Projekt Widor“, indem er während der ersten Orgelmatinée des neuen Jahres um 12 Uhr dessen Neunte Orgelsymphonie zur Aufführung bringt.

Charles-Marie Widor wurde vor 175 Jahren geboren, studierte in Brüssel und wurde dann Professor am Pariser Conservatoire sowie Organist an einer der damals weltgrößten Orgeln in der Pariser Kirche Sainte Sulpice. Dort hatte Widor bereits prominente Vorgänger und sollte ebenso bedeutende Nachfolger, darunter z.B. Marcel Dupré, haben. Krahforst selbst hat bei einem Nachfolger Widors - Daniel Roth - studiert.

Widor komponierte nicht weniger als 10 Orgelsymphonien, während er überhaupt als erster diese Gattung ins Leben rief, inspiriert von Orchestersymphonien gleichermaßen wie von damals neuartigen, symphonisch-orchestral geprägten Orgeln. Die Toccata Widors, die seine fünfte Symphonie abschließt, zählt zu den berühmtesten Orgelwerken der Welt. Widors Stil ist hochromantisch, während sein Spätwerk ein wenig in Richtung Impressionismus geht, die traditionelle Harmonielehre jedoch nie verlässt oder verleugnet. Da er mit 93 Jahren sehr alt wurde und die Entwicklung der Musik um ihn herum schon wesentlich weiter fortgeschritten war, wurde er als „Nestor der Romantik“ bezeichnet.

Die Neunte Symphonie startet mit einem wirren, chaotischen Satz, der eventuell die Hoffnungslosigkeit der Welt vor dem Eintreffen ihres Erlösers ausmalt. Kontrastierend dazu zeigt sich der zweite Satz als einer der schönsten lyrischen, arienhaften langsamen Sätze der Orgelliteratur überhaupt. Ab dem dritten Satz wird es weihnachtlich: Musikalische Verarbeitungen des gregorianischen Weihnachts-Introitus „Puer Natus est“ (ein Knabe ist geboren), der auch im Kloster Maria Laach gesungen wird, setzen ein. Der Finalsatz ist ein ausgedehntes Variationswerk über diesen Choral. Nur die Neunte und die Zehnte Symphonie bearbeiten gregorianische Choräle.

Die Dauer des Werks beträgt ca. 35 Minuten. Der Eintritt ist frei; am Ende wird eine Kollekte gehalten.

Vorschau

Am 9. Februar spielt Krahforst während einer Matinée die 2. Orgelsymphonie.

Artikel veröffentlicht am 27.12.2018 von Olbrück Rundschau 1 / 2019