Die Einladung zum “mit malen” nahmen viele gerne an
Kurt Schröder wusste wissenswertes in der Kirche zu berichten
Der Traubenträger bezaubert immer wieder seine Fans

„Poetischer Frühling“ wurde von Sonne beschienen

Bad Hönningen

Die letzte der drei Führungen durch Leutesdorf, die unter dem Oberbegriff „poetischer Frühling“ seinerzeit gestartet waren, ist nun abgeschlossen. Diese Führung befasste sich insbesondere mit dem Thema Kunst. In der Pfarrkirche wurde auf den Engel von Alfons Horn von 1958 hingewiesen, den dieser mit W. Ockenfels geschaffen hatte. Die aufwändige Arbeit des Sgaffito mit fünf übereinander liegenden Farbschichten war ein Wunsch des Junggesellenvereins, einen Gedenkplatz für die Gefallenen des Krieges zu errichten. Gisela Schreyögg erklärte in der Kirche die Restaurierung und Farbgebung der Kirche. Die Restauratorin hat an rund 100 Kirchen mitgewirkt. Im Folgenden stellte Elvi Hubert die Stumm-Orgel vor. Beim Rundgang durch die Gemeinde wurde als erstes der Traubenträger von Guta von Freydorf-Stephanow vorgestellt.

Die Plastik rückt die schwere Arbeit der Helfer und Winzer beim Einbringen der Ernte ins rechte Licht und fand inmitten eines kleinen Weinberges, gegenüber der Pfarrkirche St. Laurentius, seinen Platz. Im Hof der Weingutes 1640 Mohr konnten die Teilnehmer selbst Hand an die Kunst legen und mit Hilfe von Ingrid Mohr zeichnen. An den Kribben vor der Marienburg wurde auf verschiedene Motive hingewiesen, die die Malerin Leutesdorf gefunden und ausgeführt hatten. Die erste und zweite Restaurierung war dann Thema am Sejes-Kreuz, dem sogenannten Pestkreuz. Hier konnte Gisela Schreyögg wieder auf eine ihrer Arbeiten hinweisen. Die Malerin und Restauratorin Gisela Schreyögg wurde in Graz geboren und wuchs in Leutesdorf auf. Sie absolvierte eine Ausbildung in Textildesign in Krefeld, anschließend eine kaufmännische Ausbildung in München und lernte dort auch Bauernmalerei bei Gretel von Seidlein, einer Schülerin von Prof. Hillebrand. Anschließend war sie als Restauratorin im Rheinischen Landesmuseum für Archäologie, Kunst und Kulturgeschichte in Bonn tätig. Beim Denkmalamt in Bonn spezialisierte sie sich auf die Wandmalerei und Steinskulpturen. Als selbständige Restauratorin restaurierte Gisela Schreyögg über 100 Kirchen und Gebäuden im Bistum Trier, darunter die Pfarrkirche und die Marienburg in Leutesdorf. Anschließend studierte sie Malerei an der Rhein-Sieg-Akademie für realistische bildende Kunst und Design in Hennef. Gisela Schreyögg lebt und arbeitet heute in Niederhonnefeld im West. Außerdem begleiteten zwei weitere Künstlerinnen die Führung durch den Ort. Uta Ingrid Mohr wuchs in Neuwied auf. Sie lernte zunächst Floristin, interessierte sich aber schon in jungen Jahren für die bildenden Künste. Die Begegnung mit Piet Mondrians Bild „Der Apfelbaum“ im Rijksmuseum Amsterdam inspirierte sie dazu, sich mit Malerei, Zeichnung und Plastik auseinander zu setzen. Nach Kursen bei Alfred Mager und bei Guta von Freydorf-Stephanow in Neuwied studierte sie drei Jahre die Malerei bei Andreas Reichel an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Ihre Steinplastik „Lapis Philosophikum XII“ ist seit Mai 2019 Teil des Leutesdorfer Kunst- und Kulturpfads. Alle Bildhauerarbeiten entstanden im Künstlerdorf Weißenseifen in der Eifel.

Zur Eröffnung der Jugendherberge in Leutesdorf erarbeitete sie in Gemeinschaft mit Kindergartenkindern ein Bild, das einen schönen Platz am Karussell gefunden hat. Uta Ingrid Mohr lebt und arbeitet heute in Neuwied-Irlich. Des Weiteren die Malerin, Kunst- und Traumatherapeutin Marianne Nalbach, die in Leutesdorf das Licht der Welt erblickte. Nach Studienjahren in München wurde sie an der Freien Kunstakademie Nürtingen bei Armin Bremicker in Grafik und freier Malerei ausgebildet. Anschließend erhielt sie eine Ausbildung in Kunsttherapie (bei Thurid Stewart), zusätzlich auch in kunsttherapeutischer Bildhauerei (Thomas Link). In Reutlingen erwarb sie das Diplom der Sozialpädagogik.

Marianne Nalbach ist seit 2003 als selbständige Kunst- und Traumatherapeutintätig. Sie lebt heute in Leutesdorf und betreibt dort das Kreativ-Zentrum „KulturTrommel“. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit praktiziert sie als Therapeutin in München und Koblenz.

Marianne Nalbachs Holz-Plastik „Engel aus der Flut“ ist seit dem 1. Mai 2018 Teil des Leutesdorfer Kunst- und Kulturpfads. Den Abschluss fand der Rundgang dann im Hof vom Weingut Hugemann. Hier lud Marianne Nalbach die Teilnehmer zur „Mitmach“ Malerei ein. Es entstand von allen Teilnehmern gestaltet, ein großes farbenfrohes Werk. Nach derartiger Arbeit lud das Weingut nun zur Erfrischung ein. (SIE)

Artikel veröffentlicht am 19.06.2019 von Mitteilungsblatt für den Bereich der Verbandsgemeinde Bad Hönningen 25 / 2019