Patenschaftsverein

Neuental

Hamlesch (Amnas), Braller (Bruiu), Michelsberg (Cisnadioara), Siebenbürgen Rumänien e.V.

Bericht zum 70. Hilfstransport vom 04. - 11.05.2019

Zum beladen des 70. Hilfstransportes trafen sich 12 Mitglieder des Vereins am Donnerstag den 2. Mai um 15:00 Uhr im Depot. Es wurden ca. 250 kg Lebensmittel, 12 Betten mit Matratzen, ca. 1 Tonne Krankenhausbedarf, 2 Untersuchungsliegen, 22 Rollatoren, Roll- und Toilettenstühle, 1,5 Tonnen gute gebrauchte Kleidung, 80 Schulranzen mit Schulbedarf, Süßigkeiten und Kuscheltieren gefüllt, sowie eine Spielburg für einen Kindergarten und weiterer Kindergartenbedarf, Fahrräder und Schultische mit Stühlen für 3. Klassenräume verladen.

Zur Abfahrt des vorgenannten Transportes trafen sich die im Bild gezeigten Mitfahrer am 04.Mai um 5:30 Uhr am Depot in Neuental-Dorheim. Nach ca. 800 km und 12 Std. Fahrzeit übernachteten wir an der Österreich-Ungarischen Grenze.

Am Sonntagmorgen gegen 7:30 Uhr nach einem gutem Frühstück, traten wir den 2-ten Teil unser Reise nach Siebenbürgen über Budapest und Arad nach Hermannstadt Siebenbürgen an. Gegen 19:00 Uhr kamen wir in unserem Quartier, der Kirchenburg Grossau (Christian) an.

Nach einen halben Tag Erholung, ging es dann am Montag Mittag mit der ersten Hilfslieferung für die evangelischen Kirche Salzburg (Ocna Sibiului) los, hier wurden 1,2 Tonnen Bekleidung und 2 Fahrräder ausladen. Nach getaner Arbeit wurden wir von unseren mittlerweile zu Freunden geworden Ungarischen Bekannten, zu einem üppigen Abendessen mit Getränken eingeladen. Den Abend verbrachten wir dann in guter Atmosphäre und mit intensiven Gesprächen.

Am Dienstag stand ein strammes Arbeitsprogramm an, gegen 8:00 begann der Tag mit der Abfahrt nach Agnetheln (Agnita) ins Krankenhaus, um die vorgenannten Materialien abzuliefern. Dort angekommen erlebten wir die erste Überraschung, unser Ansprechpartner mit welchem wir vorab über Mail und Telefon Kontakt gehalten hatten war an diesem Tag leider nicht vor Ort. Nach dem wir dann den zuständigen Hausmeister gefunden hatten und den Lagerraum geöffnet wurde, erlebten wir die zweite Überraschung bzw. Enttäuschung. Im Lagerraum war noch ein Großteil unserer letzten Hilfslieferung ungenutzt eingelagert. Auf unsere Nachfrage, warum denn die Hilfsgüter zum Großteil ungenutzt eingelagert sind, erklärte uns der verantwortliche technische Leiter des Krankenhauses, dass die Sanierung der Gebäude und Zimmer nur langsam voran geht. Man zeigte uns bereits vier renovierte Patientenzimmer in denen die Hilfsgüter eingesetzt waren. In nächster Zeit werden weitere Zimmer renoviert und mit unseren Betten und weiteren Materialien ausgestattet.

Danach führen wir nach Grossschenck (Cincu), hier erwartetet uns Ioan mit seiner Familie, ein guter Freund von Johann Wolff aus Zeiten in Siebenbürgen. Für ihn hatte wir einen Tisch mit Stühlen sowie Bekleidung und Fahrräder dabei. Auch hier wurden wir überaus Gastfreundlich empfangen und zu einem üppigen Mittagessen mit Getränken eingeladen.

Nach 3.-stündigem Aufenthalt ging es weiter nach Fogerasch (Fageras) Ioan Fluieras . Hier besuchten wir ebenfalls einen Freund von Johann Wolff aus früheren Zeiten. Dieser ist mit seinen 73. Lebensjahren eine wahre Sportskanone, er zeigte uns seine Fitness durch 10 Einarmige Liegestütze. Da auch unser Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm mit uns war, wurde dieser als jüngster und fittester von Ioan aufgefordert es nachzumachen, dieser lehnte jedoch dankend ab und gab zu, dass er es nicht schaffen würde. Auch hier wurden wir als Zeichen der Gastfreundschaft zu einem guten Essen und Getränken eingeladen.

In Fogerasch ließen wir unseren Freund Johann Wolff, nach ebenfalls 3.- stündigem Aufenthalt für 3. Tage zurück. Er wollte die nächsten Tage seinen Heimatort Braller (Bruiu) besuchen um dort alte Wegfährt zu treffen, weiterhin besuchte er seinen Schwager/Schwägerin und die Gräber seiner Eltern und seines Sohnes.

Den Mittwoch nutzen wir um unserem Bürgermeister die Stadt Hermannstadt und Umgebung zu zeigen . Aber wie bekannt, steht vor dem Genuss die Mühe und der Fleiß. Da Bürgermeister Dr. Rottwilm vorhat eine Partnerschaft in Siebenbürgen zu begründen, ging es morgens um 8:00 Uhr zum Bürgermeister Ioan Seuchea von Grossau (Christian). Dank unserer Kirchenburgherrin Maria die als Dolmetscherinnen tätig war, wurde die Vorgehensweise zur Gründung einer Partnerschaft zwischen Neuental und Grossau in einem 1.-Stündigem Gespräch erörtert. Anschließend fuhren wir zur Sportschule Hohe Rinne in den Karpaten und machten einen Stadtrundgang durch die Hermannstädter Altstadt.

Um 17:00 waren wir dann bei Familie Keresztes, unseren Hermannstädter Freunden der ersten Stunden, zum Abendessen mit einem Umtrunk eingeladen. Mit guten Gesprächen über vergangene Zeiten verging die Zeit wie im Flug.

Donnerstag ein voll getakteter Tag: 8:30 Abfahrt Grossau nach Medias, herzliche Begrüßung im dortigen Kindergarten, Entladung der Spielgeräte und der Spielburg die uns aus dem Kindergarten Trockenerfurth gespendet wurden, sowie einem Teil der Schultaschen. Weiterfahrt zur Grundschule dort entladen der Schultische und Stühle für 3. Klassenräume und Übergabe von 50 Schultaschen an Schüler der 2.Klasse. Als Dank erhielten wir wieder eine Einladung zum Mittagessen im Kindergarten.

Wir bedankten für die gute Bewirtung, rein in die Fahrzeuge der nächste Termin wartet in Braller bei Johann Wolff und Michael Ehrmann. Hier Abgabe von Lebensmitteln für die zurückgebliebene deutsche Minderheit und Speiseöl für das Kirchliche Kronenfest (Johannistag) in Kerz (Cirta). Einladung zum Essen, köstliches Lammfleisch und Wein aus dem Kirchgarten, nichts essen zu wollen wäre eine Beleidigung für die Spendenempfänger, also nochmals „quälen“ und in Gesprächen über die aktuelle Lage Philosophieren.

Am Freitagmorgen nach ausgiebigem Frühstück, Rückfahrt nach Deutschland über Budapest bis zur Ungarisch/Österreichischen Grenze, dort noch eine Übernachtung, am frühen Samstagmorgen. Aufbruch zur letzten Fahrt, über Wien und Linz, hier trennen sich unsere Wege, ein Gespann fuhr weiter nach Urbach um einem dort Bekannten aus Grossau einen Schrank und einen Tisch zu bringen. Die anderen fuhren über Nürnberg bis Bamberg, hier holten wir für den nächsten Transport in einer Chirurgischen Praxis ein gut gebrauchtes Ultraschallgerät. Um 21:00 Uhr hatten wir es dann geschafft, alle Gesund und Zufrieden in Neuental wieder anzukommen.

Artikel veröffentlicht am 15.05.2019 von Neuentaler Nachrichten 20 / 2019