Opa ersteigert Spiderman-Rucksack für Enkel Paul

Malchin

Im Malchiner Ratskeller kamen am 26. November Fundgegenstände unter den Hammer. Die Fahrräder waren allerdings ein Ladenhüter.

Das große Geld hatte sich Peter Uteß am 26. November nicht eingesteckt. Musste er auch nicht. Bei der Versteigerung im Malchiner Rathaus ging es ihm vor allem darum, endlich einmal wieder die Räumlichkeit in Augenschein zu nehmen, mit der er so viele Erinnerungen verbindet. Kräftig mit zu bieten, das war nicht sein Plan. Weil der Flur nicht genug Platz bietet, hatte das Ordnungsamt die Versteigerung der Fundsachen kurzerhand in den Ratskeller verlegt. Der beherbergte vor vielen Jahren bekanntlich noch eine Gaststätte. „Wie lange ich nicht mehr hier war, das kann ich gar nicht sagen. Auf jeden Fall sind wir hier früher sehr oft mit der Familie eingekehrt und haben so manches Fest gefeiert mit unseren damaligen Kollegen vom Reichsbahnausbesserungswerk“, erzählte der Malchiner, kurz bevor in dem alten Gewölbe der Auktionshammer geschwungen wurde. Diese Aufgabe übernahm der Rathaus-Mitarbeiter Rolf Renner. Der freute sich erst einmal darüber, dass die „Hütte“ so richtig voll war. Die Sitzplätze im „Rathaus-Untergrund“ waren allesamt vergeben. Ist Rolf Renner im Arbeitsalltag vor allem ein Mann, der ganz nüchtern und humorlos Recht und Gesetz anwendet und durchsetzt, konnte er diesmal in die Rolle des Entertainers schlüpfen, markige Sprüche reißen und mehr oder weniger nützliche Dinge mit seinem durchaus vorhandenen Verkaufsgeschick an den Mann und an die Frau bringen. Wie zum Beispiel einen Spiderman-Rucksack. Satte sieben Euro blätterte Michael Wollenberg dafür hin. Das gute Stück will er seinem fünfjährigem Enkel Paul zum Geschenk machen. Der Rucksack verleiht zwar keine Superkräfte, wie man sie dem Comic-Helden Spiderman nachsagt, dafür gab es aber als kleines Trostpflaster noch zwei Spielzeughubschrauber oben drauf. Enkel Paul wird´s freuen. Extra aus Stavenhagen war Guido Stoltenfeld zur Versteigerung nach Malchin gekommen. Und er nahm mehr mit, als er ursprünglich geplant hatte. Nachdem er bereits für vier Euro den Zuschlag für eine Herrenuhr bekommen hatte, bot er auch noch bei einer Silberkette mit Haifischzahnanhänger ganz munter mit und bekam schließlich für siebzehn Euro den Zuschlag. Nicht ganz so wie erhofft verlief für Rolf Renner die Versteigerung der Fahrräder. Fünfzehn Stück waren immerhin im Angebot. Viele der fahrbaren Untersätze konnte er mit noch so blumigen Worten anpreisen, Verkaufsschlager waren sie nicht. Ein Großteil der Räder fand keinen Abnehmer und wird nun fachmännisch entsorgt.

Th. Koch

Artikel veröffentlicht am 13.12.2019 von Malchiner Generalanzeiger 23 / 2019