Der AvD bot volle Starterfelder.
Raritäten, wohin man schaut.
Wo ein Lenkrad noch ein Lenkrad ist.
Alte Autos, ältere Piloten, die ihre Schätze persönlich pflegen.

Oldtimer begeistern am Ring

Adenau

52.000 treffen beim AvD auf ihre alten Idole

NÜRBURG. AGP. Mit mehr als 52 000 Besuchern war der AvD-Oldtimer-Grand-Prix am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring wieder einmal ein Publikums-Magnet. Abgesehen von den Regenschauern am Freitag hatte das Wetter mitgespielt, lediglich zum letzten Rennen am Sonntag begann es erneut zu nieseln. Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Unfall mit einem Formelrennwagen, dessen Fahrer ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Autoclubs allerdings zu keiner Zeit.

Mit mehr als 500 gemeldeten Oldtimern wurde den Besuchern erneut eine riesige Show geliefert, in deren Mittelpunkt historische Formel-1-Rennwagen standen. Und die Piloten dieser von heftigem Motorenlärm begleiteten Rennfahrzeuge schenkten sich nichts. Gestandene Männer, darunter auch Fahrer mit 60 Jahren und älter, jagten die Boliden über den Grand-Prix-Kurs, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Männer, die in ihrer Jugend wohl gerne Grand-Prix-Fahrer geworden wären, und die heute ihrem Jugendtraum hinterher brausen. Der Beifall war ihnen sicher, die Ränge voll besetzt.

Aber auch in anderen Fahrzeugklassen wurde mächtig Gas gegeben, ältere Besucher konnten Autos bestaunen, auf denen noch die Namen derer zu lesen waren, die vor vielen Jahren in diesen Cockpits saßen. Jim Clark, Mike Spence, Namen, die heute nicht mehr viele kennen, die aber Motorsportgeschichte schrieben.

Unter die zahlreichen Privatfahrer, die ihre Oldies präsentierten, hatten sich aber auch Rennsportlegenden gesellt, deren Namen eng mit dem Nürburgring verbunden sind. Sie pilotierten ihre alten Wagen, mit denen sie einst um Titel und Ehren kämpften. Poldi Prinz von Bayern, Hubert Haupt, Klaus Niedzwiedz, Stefan Mücke, Volker Strycek, Armin Hahne, Kris Nissen, Harald Grohs, Roland Asch, sie waren einige derer, die beim Oldtimer-Treffen noch einmal richtig ins Lenkrad bissen. Auch Arturo Merzario, ehemals Formel-1-Pilot, wurde im Fahrerlager gesichtet. Mit dabei auch Olaf Manthey, dessen Name nicht nur in der Eifel für sich spricht. Am Volant drehten auch Matthias Kahle, siebenfacher deutscher Rallye-Champion und Marco Werner, der im Formelsport begann und von 2005 bis 2007 seine Karriere mit drei Gesamtsiegen bei den 24-Stunden von Le Mans krönte. So kamen die vielen Fans nicht nur bei den alten Autos auf ihre Kosten. Sie hatten auch die Gelegenheit, ihren ehemaligen Renn-Idolen zu begegnen. So bot der 47te AvD-Oldtimer-Grand-Prix erneut ein großes Programm. Jetzt kann mit den Vorbereitungen für das nächste Jahr begonnen werden. Dem fiebern nicht nur die Besucher entgegen. Auch die Fahrer, die zum Teil aus Übersee anreisten, freuen sich uf das nächste Jahr.

Artikel veröffentlicht am 13.08.2019 von Adenauer Nachrichten 33 / 2019