Das Musikprojekt der deutsch-polnischn Big-Band mit Jochen Fünf sorgte rhythmisch und tongewaltig für gute Stimmung im Theater.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Oberbürgermeister Siegfried Deinege und der Zgorzelecer Bürgermeister Rafał Gronicz diskutierten auf der Bühne des Gerhart-Hauptmann-Theaters in Görlitz über die Begriffe Heimat, Görlitz und Europa.
Die Theaterhexe Hillary sprach das wichtige Thema Kinder und Familie nochmal auf ihre ganz eigene Art an.

OB Siegfried Deineges Neujahrsempfang thematisiert Heimat, Görlitz und Europa

Görlitz

Am 30. Januar folgten 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Görlitz, Siegfried Deinege, um über Heimat, Görlitz und Europa zu diskutieren. Eröffnet wurde der Abend mit einem Auftritt der Theater-Tanzcompany mit dem aktuellen Stück „Wunderland“. Für die Diskussionsrunde im Anschluss hatte sich Oberbürgermeister Siegfried Deinege den Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und Bürgermeister Rafał Gronicz aus Zgorzelec eingeladen.

In kurzweiligen 60 Minuten haben Ministerpräsident Michael Kretschmer, Rafał Gronicz und Siegfried Deinege über ihre Sicht auf die drei Themenfelder diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass Heimat für jeden Menschen eigentlich ein anderer Ort ist. Entscheidend ist, dass es Menschen dort gibt, die sich einander nahe stehen, eine gemeinsame Geschichte haben und die sich einander Halt geben. Dass eine lebenswerte Heimat jedoch mitgestaltet werden muss – darin war sich das Trio einig.

Die Themenfelder wurden durch Auftritte der Band Jochen Fünf (Kroatenbossanova) und dem daraus resultierenden Brassda-Musikprojekt mit der polnischen Big-Band eingeleitet. Mit unterschiedlichen Blickwinkeln, aber ähnlichen Zielvorstellungen, sind die Potenziale der Heimatregion beleuchtet worden. Erfolg ist dabei durch den Willen zur Verbesserung, persönlichen Einsatz und Mitnahme der Menschen möglich. Verdeutlicht wurde den Zuschauern in der Diskussionsrunde auf der Bühne des Theaters auch, dass die drei Protagonisten einander vertrauen, viele gemeinsame Ziele erreicht haben und wichtige Pflöcke für die künftige Entwicklung eingeschlagen haben.

Die deutsch-polnische Zusammenarbeit von Görlitz und Zgorzelec wurde dabei als eine besonders etablierte herausgearbeitet. Die Bürger der beiden Städte haben längst territoriale Grenzziehungen überwunden – und die Stadtverwaltungen auch. Hier in der Europastadt, so der Tenor, wird die europäische Idee ganz lokal mit Leben erfüllt.

Gemeinsam die Attraktivität der Region und damit der Lebensqualität für Jung und Alt zu steigern, ist eines der herausgearbeiteten Ziele des Abends. Philosophisch und zugleich geerdet verlief die Diskussion darüber, worauf man in Görlitz, Zgorzelec und Sachsen stolz sein könne. Unisono war die Botschaft, dass es am Ende immer die Menschen und ihre Handlungen sind, welche das Gefühl von Freude, Glück und Stolz hervorrufen können. Dabei trägt jede Generation dafür Verantwortung, den nachfolgenden gute Perspektiven zu bieten, Chancen zu eröffnen und Werte zu vermitteln. Auch deshalb ist es laut Oberbürgermeister Siegfried Deinege so wichtig, eine weitere Oberschule in Görlitz zu bauen, die Europastadt weiter mit Leben zu erfüllen und die Familie als Basis der Stadtgesellschaft in den Fokus zu stellen. Und weil insbesondere die jüngsten Mitglieder der Familien besonderer Unterstützung bedürfen, hat diese Botschaft in Form des Auftritts der Theaterhexe Hillary (alias Thorsten Imber) ihre Würdigung erfahren. Für künftige Generationen ist es deshalb wichtig, Infrastruktur weiter auszubauen, die Digitalisierungschancen zu nutzen und die wirtschaftliche Entwicklung im Grenzraum zu forcieren. OB Siegfried Deinege betonte: „Wir alle können dazu beitragen, dass die Zukunft für unsere Stadt gut wird. Die wichtigste Aufgabe ist, dass wir uns Gedanken für die nächste und übernächste Generation machen und entsprechend handeln.“ Den Gästen des Abends wünschte OB Siegfried Deinege vor allem Gesundheit, Frieden und Courage – insbesondere in Zeiten des Wandels.

(Fotos: Wulf Stibenz)

Artikel veröffentlicht am 19.02.2019 von Amtsblatt der Großen Kreisstadt Görlitz 2 / 2019