Novellierung der Bauordnung beschlossen

Burg

Wie die Bauverwaltung des Amtes Burg (Spreewald) mitteilt, hat der Landtag Brandenburg am 17. Dezember 2020 der novellierten Bauordnung zugestimmt. Die Änderungen waren notwendig, um insbesondere die Brandenburgische Bauordnung an die Musterbauordnung von 2019 anzupassen.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Bauen mit Holz wird künftig in allen Gebäudeklassen bis zur Hochhausgrenze möglich.
  • Errichtung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge wird baugenehmigungsfrei sein. Des Weiteren werden die Regelungen zur Aufstellung von Mobilfunkmasten erleichtert. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass über eine flächendeckende Mobilfunkabdeckung ein Beitrag zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse geleistet werden kann.
  • Mobilställe benötigen künftig bis zu einer Größe von 500 m³ mit einer Auslauffläche von mindestens 7 m² je Kubikmeter Brutto-Rauminhalt keine Baugenehmigung mehr. Damit wird die Haltung auf Freiflächen im Außenbereich und somit das Tierwohl gestärkt.
  • Der Schwellenwert für genehmigungsfreie Gewächshäuser im Außenbereich, die von einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung genutzt werden, erhöht sich von 150 auf 1.600 Quadratmeter, soweit diese nicht in Landschaftsschutzgebieten errichtet werden.
  • Die aktualisierte Bauordnung stellt klar, dass Sport- und Charterboote, die als Wasserfahrzeuge genutzt werden können, nicht in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen.
  • Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens: Formale Hindernisse in Verfahrens- und Formvorschriften der Bauordnung werden beseitigt. Elektronische Baugenehmigungsverfahren werden dadurch erleichtert.
  • Handwerksmeisterinnen und -meister des Maurer-, Betonbauer- und Zimmererfachs sowie staatlich geprüfte Technikerinnen und Techniker mit dem Schwerpunkt Hochbau dürfen Bauvorlagen für geringfügige und technisch einfache Bauvorhaben erstellen. Dazu zählen freistehende Gebäude mit bis zu 100 m² Grundfläche. Darüber hinaus wird Bauherren künftig freigestellt, ob sie für ihre Planung einen qualifizierten Fachplaner bestellen oder die bautechnischen Nachweise im Vier-Augen-Prinzip bauaufsichtlich prüfen lassen.
  • Durch die Einführung eines Satzungsrechts für die Gemeinden zu Gebäudebegrünung und Schottergärten wird der Klima- und Umweltschutz gefördert.

Änderungen in Baugenehmigungsfreiheit:

  • Garagen einschließlich überdachter Stellplätze und überdachter Abstellplätze für Fahrräder mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 Metern und einer Brutto-Grundfläche bis zu 50 m², außer im Außenbereich. (gestrichen wurde "Bezug zu einem Wohngebäude", neu ist „außer im Außenbereich“)
  • Terrassenüberdachungen mit einer Fläche bis zu 30 m² und einer Tiefe bis zu 4 Metern, außer im Außenbereich. (bislang waren 20 m² Grundfläche, 75 m³ Überdachung aus lichtdurchlässigen Materialien zulässig)
  • Wildzäune und andere zum Schutz von Gehölzen und landwirtschaftlichen Kulturen oder Nutztieren vor Schäden wildlebender Tiere errichtete Zäune

Bauverwaltung

Artikel veröffentlicht am 05.05.2021 von Burger Spreewald Zeitung | Amtsblatt für das Amt Burg (Spreewald) 5 / 2021