Neues Gesicht an der SSV-Spitze

Stavenhagen

Frage: Herr Müller, Glückwunsch zur Wahl zum Vereinsvorsitzenden des Stavenhagener SV von 1863. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, für die Wahl anzutreten?

Eine Neuwahl war notwendig, da Olaf Rockenschuh mit seiner jahrelangen und erfolgreichen Arbeit als Vorsitzender aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. An dieser Stelle möchte ich mich bei Olaf für sein Engagement bedanken. Er hat viel für den Verein geleistet und ich freue mich, dass er uns mit seiner Erfahrung erhalten bleibt.

Ich war ja bereits einige Jahre im erweiterten Vorstand des Stavenhagener SV aktiv und führte seit 2014 mit der Handballabteilung die größte Abteilung unseres Vereins. Da war es für mich gar nicht so weit weg, auch die Spitze zu übernehmen. Mit Ines Resmer und Klaus Kamke habe ich im Vorstand zwei erfahrene Vorstandsmitglieder an meiner Seite. Es ist uns wichtig, den Sport und das Vereinsleben in der Region hochzuhalten und weiter zu entwickeln.

Frage: Der SSV mit über 500 Mitglieder ist der größte Verein in Stavenhagen. Ursprünglich kommen Sie aus Waren und sind seit circa 10 Jahren Mitglied im SSV. Welches Sportangebot hat sie damals nach Stavenhagen gezogen?

Für mich war es der Handball. Mit dem Handball angefangen habe ich in der Müritzstadt bereits im Alter von 7 Jahren. 1990 war ich Gründungsmitglied des HSV 90 Waren und in der Verbandsliga aktiv. Da ich der Liebe wegen nach Stavenhagen umzog, habe ich mich einfach beim SSV vorgestellt und dann 6 Jahre mit dem SSV in der MV-Liga gespielt. Dabei war ich immer wieder von der tollen Stimmung bei den Heimspielen in der Zweifelderhalle angetan. Mit vielen Weggefährten aus dieser Zeit arbeite ich noch heute zusammen.

Frage: Das Amt des Vereinsvorsitzenden ist bekanntlich ein Ehrenamt. Als solches investieren Sie viel Zeit, ohne unmittelbar etwas davon zu haben. Was ist Ihre Motivation, was „haben“ Sie davon?

Eine gute Frage! Ich denke, dass jeder, der ein Ehrenamt übernimmt, sich vorher viele Gedanken über das „Warum“ gemacht hat.

Ich mag einfach Menschen, die ohne auf einen „ Lohn“ zu pochen, sich ehrenamtlich engagieren. Es herrscht eine unglaubliche Kollegialität zwischen Ehrenamtlichen vor. Ich bin persönlich der Überzeugung, dass man der Allgemeinheit etwas zurückgeben sollte. Das klingt vielleicht etwas theatralisch, ist aber meine aufrichtige Meinung. Man kann auf Dauer nicht nur nehmen, sondern muss auch etwas geben. Dabei profitiere ich natürlich von den unzähligen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern. Im engen Austausch untereinander werden wir die Hürden der Zeit nehmen. Da sind sehr viele kluge Köpfe involviert. Wir lernen dabei immer wieder gegenseitig voreinander und sehen unsere Aufgaben aus den unterschiedlichsten Perspektiven, so dass unsere Entscheidungen immer das Ergebnis eines regen Austausches sind.

Frage: Der Stavenhagener SV wächst und die steigende Mitgliederentwicklung hält an! Was sind die primären Ziele im Verein?

Als Verein wollen wir wachsen und uns damit weiter entwickeln. Durch die Erweiterung von Mitmachangeboten werden wir weitere Mitglieder und ehrenamtliche Helfer gewinnen, dabei die Tradition pflegen und auch die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Vereinsentwicklung nutzen. Die Angebote unseres Vereins sind ja bereits jetzt vielfältig und gehen von den Kita- Sportgruppen, Kooperationen mit Grundschulen der Umgebung und der Reuterstädter Gesamtschule bis hin zu den Angeboten für die Erwachsenen in den Sportarten Handball, Tischtennis, Volleyball und Badminton. Nicht zu vergessen sind dabei natürlich die beliebten Frauensportgruppen. Bei über 500 Vereinsmitgliedern ist ein enormer Aufwand nötig, um das ganze Schiff am Laufen zu halten. Mit dem Ehrenamt sind wir dabei bereits mehrfach an unsere Grenzen gestoßen. Deshalb wird für mich eine zentrale Aufgabe sein, einen Vereinssportlehrer in unserem Verein zu integrieren. Dieser würde die Ehrenämtler des gesamten Vereins, die bereits jetzt über 3000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Jahr leisten, enorm unterstützen und das Grundgerüst bilden, um weiter erfolgreichen und auch breitgefächerten Sport in Stavenhagen anbieten zu können. Ich sehe die Aufgabe dieses Vereinslehrers aber nicht nur bei uns im Verein. Vielmehr könnten die Stadt, die Kindereinrichtungen und Schulen, aber auch die anderen Vereine bei den unterschiedlichsten familienfreundlichen Projekten unterstützt werden.

Frage: Wie stehen Sie zu den anderen Vereinen der Stadt?

Vereine allgemein prägen mit ihren vielfältigen Angeboten immer das Stadtbild mit. In Stavenhagen und der Umgebung herrscht ein guter Mix von unterschiedlichsten Sport- und Kulturvereinen. Mich beeindruckt immer wieder, wie die Vereine zusammenarbeiten. Da gibt es keinen Neid! Vielmehr hilft man sich, wo man kann und unterstützt sich gegenseitig bei den verschiedensten Aktionen. Ich werde z.B. alle Mitglieder aufrufen, die Blutspendenaktion der Kickers JUS am 29.12.2019 im Reuterstädter Waldstadion zu unterstützen. Mit zahlreichen Blutspenden können wir unseren Anteil für diese gute Sache beisteuern.

Der SSV wird sich künftig noch stärker, nicht nur mit sportlichen Aktivitäten, ins Stadtleben einbringen. Wir werden für ein offenes und vielfältiges Zusammenleben auf die Vereine der Reuterstadt zugehen.

Frage: Was könnte der Schlüssel für einen erfolgreichen Weg sein?

Ich bin davon überzeugt, dass der Weg, den wir seit einigen Jahren beschreiten, richtig ist. Wir wollen strategisch angelegte Tätigkeitsfelder und Ziele so setzen, dass wir dafür die Menschen zur Mitwirkung begeistern, ihnen damit die Möglichkeit unterschiedlichster Einbindung geben und gemeinsam die Maßnahmen bzw. Projekte entwickeln und natürlich auch gemeinsam umsetzen. Wir wollen Menschen abholen, sie entsprechend ihrer Fähigkeiten integrieren, von ihnen zugleich aber auch lernen und sie nicht vor der Sporthalle als Betrachter stehen lassen. Dafür steht in der über 155-jährigen Geschichte des Vereins unser aktuelles Motto: „Projekt 1863- Tradition hat Zukunft!“.

Stavenhagener SV von 1863

Artikel veröffentlicht am 13.12.2019 von Reuterstädter Amtsblatt 25 / 2019