… und Aufbau im Museumsgarten
Transport der Antriebswellenteile aus der Mittelmühle …
Mühlengrabenturbine von 1931 (Foto Baum)
Müller Fritz Voigt im Maschinenraum der Mittelmühle, 3. Viertel 20. Jahrhundert

Neu im Museum: eine Antriebswelle

Kaufungen

Lossewasser war in den Kaufunger Dörfern über Jahrhunderte „Motor“ und Arbeitsmittel verschiedenster Gewerke, ob zur Mehl-, Bier oder Ölproduktion, Metallverarbeitung, Papier- oder Leinenherstellung.

Die hiesigen Mühlen sind seit dem 16. Jahrhundert belegt; der „Eco-Pfad Mensch und Wasser in Kaufungen“ weist darauf hin.

Aus der Voigtschen Mühle

Die Mühlräder von einst sind längst verschwunden. Aber im Garten des Regionalmuseums steht jetzt ein Schlüsselobjekt zur Nutzung der Wasserkraft im Industriezeitalter. Schon als Familie Voigt ihre Mühle am Brauplatz verkaufte, bekam das Museum einige Objekte wie Fotos der Müllerfamilie oder die schöne „Preistafel“ der Mahlprodukte, die derzeit in der Sonderausstellung zu sehen ist. Auch die neuen Besitzer sind an der Ortsgeschichte interessiert. Sie haben entdeckt, dass die Francisturbine, durch die einst das Mühlgrabenwasser floss, 1931 eingebaut wurde.

Im Zuge des aktuellen Umbaus der Mühlenanlage zu Wohnzwecken mussten die Reste der Energieübertragung abgebaut werden. Familie Baum hat dem Museum die Antriebswelle angeboten. Schwere lederne Treibriemen verbanden die Turbine mit der ehemals über die gesamte Tiefe des Gebäudes reichenden Antriebswelle und übertrugen die Kraft an die Mahlwerke. Mittels eines Hebels im Maschinenraum über der Welle konnte die Kraftanlage angeschlossen oder abgekoppelt werden.

Installation durch Freiwillige

Eine Gruppe Fachleute um Bernhard Weingart hat die schweren Eisenteile zum Museum transportiert und als Erinnerungsobjekt aufgebaut. Aufgesockelt wurde ein Teilstück der Welle mit Treibriemenrädern und einem Umlenkrad. (Alles wurde kindersicher verschraubt.)

Die Installation ergänzt das für das Regionalmuseum wichtige Thema „Energie“: Die Nutzung tierischer Muskelkraft im frühen 19. Jahrhundert ist im bergmännischen Pferdegöpel präsentiert; vom Gebrauch der Dampfmaschine Ende des 19. Jahrhunderts berichten in der Alten Schule die Installation zum Thema Eisenbahn und das Modell des Zechenplatzes mit dem dampfmaschinenbetriebenen Förderturm oder die Reproduktion des Maschinenhausplanes der Oberkaufunger Ziegelwerke. Eine Themeninsel zu Produktion, Vertrieb und Nutzung von Elektrizität befindet sich im ersten Stock.

Und im Museumsgarten passt die Mühlenwelle gut zu den anderen Exponaten zum Thema „Wasser“: Hydrant, Viehtränke und Trinkwasserbrunnen aus der Neuen Schule. Eine Schwengelpumpe fehlt jetzt noch …

Allen, die dem Regionalmuseum die Sicherung dieses Zeugnisses der Ortsgeschichte ermöglicht haben, sei ganz herzlich gedankt.

Artikel veröffentlicht am 15.04.2019 von Kaufunger Woche 16 / 2019