Moonrider – Mitglied Petra Müller aus Waldthurn sprach die Lesung und zusammen mit ihrer achtjährigen Tochter Marie die Fürbitten.
Für jeden hatte Pfarrer Hölzl einen kleinen Fisch-Schlüsselanhänger als Zeichen dafür ein Christ zu sein dabei.
Viel Weihwasser versprühte Hölzl nach dem Gottesdienst beim Segnen der Motorräder.

Motorradgeruch am Berg

Waldthurn

Über 400 Motorräder, Roller und Quads

von Franz Völkl

Es bebte und brummte auch in diesem Jahr der „heilige Berg“, es roch angenehm nach Motorrad und so manches auf Hochglanz gebrachte Chromteil blitzte in der Sonne.

Seit 19 Jahren lädt der Motorradclub Moonrider zum großen Motorradgottesdienst auf dem Fahrenberg ein. Alljährlich erinnern die Moonrider in dieser Messe an die an einer heimtückischen Krankheit verstorbenen Motorradfreunde Marco Bergmann aus Waldthurn und Rainer Stahl aus Albersrieth. So manche Erinnerung an ihre Spezln war „in Memory“ auf die Lederjacken gestickt.

Die über 400 Motorradfahrer kamen bis aus Bayreuth, Regensburg, Amberg oder aus der näheren Region. Ein BMW-Fahrer hatte das Bag für seinen Bikerdog Rüdiger dabei.

Motorradclubchef Marcus „Luky“ Lukas begrüßte die Biker wie alle Jahre und meinte, dass er sich „ganz sakrisch“ über die vielen Biker freuen würde. Sogar Landrat Andreas Meier war samt Familie gekommen, Lukas hoffe aber, dass auch der Landkreischef im nächsten Jahr mit Motorrad und Lederkombi den Weg auf den Fahrenberg finden wird. „Gebt viel, die Kollekte ist in diesem Jahr für den Kindergarten Kohlberg vorgesehen“, forderte er die Gottesdienstbesucher auf.

Seit vielen Jahren zelebriert der Tiefenbacher Pfarrer Albert Hölzl in seiner eigenwilligen und einfühlsamen Art diese Motorradmesse. Ihm zur Seite stand der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz. Für Hölzl sei diese Motorradmesse jedes Jahr etwas ganz Besonderes. „Hier versammeln sich Menschen, denen bewusst ist, dass ein anderer auch noch da ist, der uns behütet, beschenkt und begleitet“. Jede Ausfahrt sollte man unter seinem Schutz stellen.

Klar stellte Hölzl, dass derjenige, der sich von der Kirche abwendet, die spürbare Liebe Gottes verpasst. Er forderte die Biker aber auch alle Gläubigen auf, sich für den Menschensohn bereit zu halten. Gerade der Motorradfahrer kennt oft seine Strecke und rechnet nie, dass etwas passieren könne. Man lebe oft so in den Tag hinein. Oft komme aber zum falschen Zeitpunkt etwas, mit dem man nicht rechnet.

„Du weißt weder den Tag noch die Stunde“, sagte der Geistliche. Als Christ und auch als Motoradfahrer solle man allzeit gefasst sein.

„Habt keine Angst aber seid einfach bereit“. Der dreieinige Gott umgibt uns alle wie eine gute Schutzausrüstung.

So mancher Schmetterling tanzte bei herrlichem Wetter am Freialtar um die vielen Lederjacken.

Ihren Beitrag zum Gelingen des Gottesdienstes leistete die Gruppe Exit mit ihrem Kirchenrock - sie gehören mittlerweile zur Moonrider-Familie und erhielten von den zahlreichen Besuchern und Bikern am Schluss Beifall.

Artikel veröffentlicht am 12.09.2019 von Waldthurner Markt- und Dorferneuerungsblatt 9 / 2019