(Mit-) Machen! Große´s OB-Kolumne

Bischofswerda

Liebe Bischofswerdaerinnen, liebe Bischofswerdaer, liebe Freunde und Gäste unserer Stadt! Während Sie diese Kolumne lesen, befinde ich mich gerade auf dem Rückweg aus Bayern. Am Freitag besuchte ich Max Aicher, um ihm zu seinem 85. Geburtstag die besten Wünsche der Stadt Bischofswerda zu übermitteln. Gleichzeitig nutzte ich den Besuch, die Ansiedlung der Aicher-Gruppe und die damit einhergehende Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebietes Nord 2 voranzutreiben. Aktive Wirtschaftsförderung bedeutet halt, Kilometer zu schrubben sowie Kontakte oder Netzwerke zu pflegen.

Natürlich sind diese Bemühungen nicht immer (sofort) von Erfolg gekrönt. Mein Doktorvater hat einmal ein sehr gutes Bildnis geprägt, das ich als Arbeitsprinzip übernommen habe: „Ein Tiger muss rund 100-mal springen, um einmal Beute zu machen.“ Kurz gefasst: kontinuierliche und ausdauernde Arbeit führt zum Erfolg.

Das Wichtigste ist aber, immer wieder anzusetzen und nicht aufzugeben. Genau dies beherzige ich in meiner alltäglichen Arbeit. Wie in meiner letzten Kolumne zur Halbzeit meiner Wahlperiode zu lesen war, sind diese „Sprünge“ bisher recht erfolgreich. Man(n) oder auch Frau schaue nur mal auf die regen Bautätigkeiten im gesamten Stadtgebiet – ob Innenstadt, Süd oder in unseren Ortsteilen, wie zurzeit am Bürgerhaus Weickersdorf. Trotzdem stelle ich immer wieder eine gewisse Nervosität fest. Bei den kleinsten Problem(ch)en wird von manchem Zeitgenossen erstmal gejammert.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung – eine echt nachahmenswerte Idee aus Belgien. Wir befinden uns gerade in der Fastenzeit und der flämische Gesundheitsminister Jo Vandeurzen hatte im vergangenen Jahr die Idee, einfach 30 Tage nicht zu jammern. Wer ständig jammert, steigert vor allem nur seine eigene Unzufriedenheit und sorgt in seiner Umgebung für gereizte Stimmung. Lachen und gute Laune sollen dagegen ja ansteckend sein. Also warum also nicht einmal Jammerfasten? Mit guter Laune lassen sich die tagtäglichen Herausforderungen auch besser bewältigen. Unsere Gesellschaft funktioniert dann, wenn jeder an seinem Platz seine Arbeit gut und verantwortungsvoll macht – ob in der Verwaltung, in Unternehmen, in Vereinen. Das Diskutieren und Lamentieren über vermeintliche Fehler „der Anderen“, heutzutage viel zu oft über die sozialen Medien ausgetragen, hält davon ab. Gespräche von Angesicht zu Angesicht sind der bessere Weg, um Schnittstellen zu definieren, einander zu verstehen, zu vertrauen und zu unterstützen – und gemeinsam LÖSUNGEN zu finden.

Vor allem (wert)schätze ich aber unsere Stadtgesellschaft, die vergangene Woche bei der Ideensammlung zum Kulturhaus gezeigt hat, wie streitbar, aber auch positiv in der Richtung, und vor allem fair unsere Bürgerschaft im Diskurs agieren kann. Die Resonanz auf diese „Bürgerstunde“ hat mir noch einmal bestätigt, dass es oberste Pflicht ist, die Bürger auf allen Wegen mitzunehmen. Auch gegen alle Zweifler, die im Vorfeld nur über Sinn oder Unsinn dieser Veranstaltung diskutiert haben. Direkte Bürgerbeteiligung, also Demokratie im ursprünglichen Sinne, wurde meines Erachtens zu oft vernachlässigt – aus der Kraft der Bürgerschaft kann aber so viel Positives entstehen. Dabei sehe ich aber nicht nur unsere Stadt Bischofswerda, sondern auch das gesamte Umland. Bei wichtigen Aufgaben für unsere Bürgerinnen und Bürger – ob Schulen, Mobilität, Gesundheitswesen oder Brand- und Katastrophenschutz – sind wir eng miteinander verknüpft. Neben den zentralen Themen, wie vor allem der Sicherung und Verbesserung des ÖPNV-Angebotes für die Menschen in unserer Region, warten noch viele weitere Herausforderungen der Zukunft auf uns. Deshalb bewerbe ich mich auch um einen Platz im neuen Kreistag. Als parteiloser Kandidat fühle ich mich wie zur Oberbürgermeisterwahl keiner Parteidoktrin untergeordnet. Ich möchte mich aber gemeinsam mit allen Aktiven dafür einsetzen, dass unsere Heimat für unsere Kinder und Kindeskinder zukunftssicher und lebenswert gestaltet wird.

Mit machenden Grüßen,

Ihr Holm Große
Artikel veröffentlicht am 23.03.2019 von Mitteilungsblatt Bischofswerda - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 11 / 2019