Eugène Bruins mit Jada

Mini-Krokodile verlassen Lausitzer Nest

Hoyerswerda

Am 15. März haben die letzten drei Jungtiere der seltenen Kubakrokodile den Zoo Hoyerswerda verlassen. Zwei Weibchen, Shelly und Jada sowie das Männchen Rudi werden künftig im Reptilienzoo Serpo in Rijswijk in den Niederlanden leben. Kurz zuvor sind bereits zwei Männchen in den Crocodiles of the World Zoo in Brize Norton in England gereist.

Die Abgabe der Tiere fand in enger Absprache mit dem Zuchtbuchkoordinator statt. Gemeinsam wurde entschieden, wo die Jungtiere zukünftig leben sollen. Kubakrokodile gehören zu den am stärksten gefährdeten Krokodilarten weltweit. „Wir freuen uns natürlich, dass wir mit unseren Jungtieren einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Zuchtprogrammes leisten konnten.“, äußerte sich Zooleiter Eugène Bruins zur Abgabe. Eine Haltung gemeinsam mit den Eltern wäre nicht möglich gewesen, da diese ihre Jungtiere schlichtweg für Futter halten würden. Die nun freigewordene Vitrine wird demnächst das neue Domizil von Jemenchamäleon Hugo. Auch Faultier Carlo nahm ganz gemächlich Abschied von seinen Tropenhauskollegen.

Die fünf Mini-Krokodile sind letzten Sommer im Zoo Hoyerswerda geschlüpft. Mit gerade einmal 80 Gramm waren sie richtige Leichtgewichte. In den vergangenen Monaten haben sie an Größe und Gewicht ordentlich zugelegt. Shelly ist mit 54 Zentimetern und fast 600 Gramm die Größte unter den Geschwistern. Es ist bereits der zweite Nachwuchs der im Zoo Hoyerswerda lebenden Kubakrokodile Primos und Jaco. Im Jahr 2013 hatte der Zoo mit der spektakulären Nachzucht von sechs Mini-Krokos bundesweit Schlagzeilen gemacht. Mit „Fidelio“ und seinen fünf Geschwistern war es erstmals in einem deutschen Zoo gelungen, die extrem seltene Krokodilart nachzuzüchten. Von den Rautenkrokodilen gibt es nur noch etwa 3.000 Exemplare, die in zwei Sumpfgebieten in Kuba leben. Jaco und Primos haben ihre Heimat seit 1986 im Tropenhaus des Hoyerswerdaer Zoos. Der Vater bringt es auf eine stattliche Länge von knapp drei Metern und ein geschätztes Gewicht von etwa 250 Kilogramm.

PI
Artikel veröffentlicht am 23.03.2019 von Mitteilungsblatt Kamenz - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 11 / 2019