Besucher und Gäste konnten sich über Berufsbilder im Bauhandwerk informieren.
Wissenswerte Informationen gab es zu Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Hauswirtschaft.

Markt der beruflichen Bildung 2019 bei der BBS

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Die Zahl der neuen Lehrverträge ist stabil geblieben

KREISSTADT. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze nimmt nach Meinung zahlreicher Experten in den nächsten Jahren bedrohliche Ausmaße an. Nicht nur, aber vor allem das Handwerk, die Dienstleistungsbranche und der öffentliche Dienst haben Schwierigkeiten, geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze zu finden. Das bedeutet für junge Menschen: Die Chance auf einen passenden Ausbildungsplatz ist so hoch wie nie. Doch wie bringt man zukünftige Azubis und mögliche Arbeitgeber so zusammen, dass alle Beteiligten davon profitieren? Eine im Kreis Ahrweiler einzigartige Möglichkeit bildet der jährlich stattfindende Markt der beruflichen Bildung an der BBS des Landkreises Ahreiler. Bereits zum 23. Male bot die Berufsbildende Schule des Landkreises Ahrweiler (BBS) Ausbildungsplatzsuchenden beim „Tag der offenen Tür/Markt der beruflichen Bildung“ umfangreiche Informationen an. Schulleiterin Gundi Kontakis übernahm die Begrüßung der Gäste. Kontakis, die an der BBS über 2.600 Schüler sowie an die 140 Lehrkräfte verzeichnet, machte im Pressegespräch deutlich wie wichtig eine gute Ausbildung ist: „Gerade wir müssen den uns anvertrauten jungen Menschen mit ganz unterschiedlichen Kompetenzen vielfältige Bildungsangebote mit guter Zukunftsperspektive bieten. Und wir müssen gemeinschaftlich für die Attraktivität der dualen Ausbildung werben, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Die Herausforderungen der Digitalisierung müssen nicht nur angenommen, sondern deren Möglichkeiten vorausschauend genutzt werden.“

Bernd Greulich, Leiter der Geschäftsstelle Bad Neuenahr-Ahrweiler der Industrie- und Handelskammer Koblenz, informierte darüber, dass knapp 60 Ausbilder aus den Betrieben für eine Beratung der Jugendlichen in den mehr als 70 Ausbildungsberufen der gewerblichen Wirtschaft im Kreis Ahrweiler gewonnen werden konnten. Im Kreis Ahrweiler werden über 1.100 Jugendliche in mehr als 300 gewerblichen Betrieben ausgebildet. Nachdem im Jahr 2017 bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen noch ein leichtes Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war, gab es im Jahr 2018 einen Rückgang von 4 Prozent. 285 neue Azubis im kaufmännischen Bereich und 95 neue Ausbildungsverhältnisse in den gewerblich-technischen Berufen sind die Bilanz des abgelaufenen Jahres. Mit insgesamt 380 neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen konnte das Vorjahresniveau von 396 neuen Verträgen nicht ganz erreicht werden. In den gerade für den Tourismus im Kreis Ahrweiler bedeutenden Berufen des Gastgewerbes nahm die Zahl der Eintragungen um 15 Prozent ab, nachdem sie im Vorjahr noch um 17 Prozent zugenommen hatte. Nach wie vor gilt aber auch: Die Betriebe haben im vergangenen Jahr wieder nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen können, da es an ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen Jugendlichen mangelte.

Mit ihrem Angebot „Fit in die Lehre“ wirkt die IHK daran mit, diesen Mangel zu beheben. Am IHK-Stand informierten die IHK-Mitarbeiter über 200 Ausbildungsberufe und mehr als 3000 Ausbildungsbetriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Der Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Ahrweiler Frank Wershofen betonte: „Auf der einen Seite Azubimangel und andererseits 400 Studenten in einer Vorlesung. Eine Folge des Akademisierungswahns unserer Gesellschaft, die den jungen Leuten suggeriere: Ohne Abi und Studium seid ihr nichts. Die Möglichkeiten in den vielen Handwerksberufen bis hin zur Selbständigkeit werden nicht erkannt.“

Im Kreis Ahrweiler lernen derzeit rund 663 Lehrlinge einen Handwerksberuf. Im Jahr 2017 sei die Lehrlingszahl insgesamt stabil geblieben, so Kreislehrlingswart Rolf Genn. Auch 2019 stehen im Kreis Ahrweiler für interessierte Jugendliche in nahezu allen Handwerksberufen offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Mit einer Infobörse speziell für Mädchen präsentierte sich das Netzwerk „Frau & Beruf“ im Kreis Ahrweiler. Zwölf Institutionen wie die Unternehmensfrauen im Handwerk, die Kreisverwaltung, BBS, die Agentur für Arbeit, Jobcenter und die Landfrauen haben sich im Netzwerk „Frau & Beruf“ zusammengeschlossen, um Mädchen und junge Frauen über Berufsmöglichkeiten zu informieren.

Erstmals machte eine neuartige Besucherführung den Gästen die gesamte Bandbreite beruflicher Aus- und Weiterbildung erfahrbar. Auf einer Aktionsbühne im Eingangsbereich präsentierten sich Innungen und Betriebe und luden die Besucher zu „Mitmach-Wettbewerben“ ein. Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen war unter anderem die QR-Code-Rally ein Highlight. Als Hauptgewinn wurde eine Rennwagenfahrt über den Nürburgring ausgelobt.

Artikel veröffentlicht am 19.02.2019 von Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler 8 / 2019