Die Förderung von jungen Bands lag Heiko Lange immer besonders am Herzen.
Heiko Lange auf dem Hof des damaligen „Irish Pub“. Viele Jahre führte er die Kulturkneipe am Turnplatz.
Fast zwanzig Jahre war Heiko Lange Mitorganisator des Motorradtreffens, machte aus der Bikerfete ein Event von überregionaler Bedeutung.
Heiko Lange heute: Nach vielen gesundheitlichen Rückschlägen geht es ihm wieder gut. Er fährt nicht nur Rad, sondern greift neuerdings auch zum Stift um seine Erlebnisse nieder zu schreiben.
Malchins Kulturarbeiter ist jetzt unter die schreibende Zunft gegangen.

Malchins „Kulturarbeiter“ greift jetzt zur Feder

Malchin

Viele Jahre hat Heiko Lange das kulturelle Leben in Malchin mitgeprägt. Bikertreffen, Stadtfeste, Weihnachtsmärkte - es gibt kaum eine Fete, bei der er nicht seine Hände im Spiel hatte. Seine Erlebnisse hat er jetzt zu Papier gebracht.

Malchin. Der Mann ist ganz sicher das, was man ein Malchiner Original nennt. Nicht immer unumstritten, aber ganz sicher immer mit einem großen Herzen für seine Heimatstadt. Viele Jahre war er immer wieder mal mit einem T-Shirt in der Stadt anzutreffen, auf den in großen Lettern das Wort „KULTURARBEITER“ geschrieben stand. Und das trifft es dann auch ziemlich genau: Heiko Lange hat in den vergangenen Jahrzehnten seine Spuren vor allem in der Kultur der Stadt Malchin hinterlassen. Schon als junger Mann - das war noch weit vor der Wende - war er der jüngste Leiter des Malchiner Kulturhauses. Wie viele Veranstaltungen er hier auf die Beine gestellt hat, Lange hat es nicht gezählt. Konzerte, Buchvorstellungen, Talkrunden, Diskotheken - es war so ziemlich für jeden Geschmack etwas dabei. Der Mann mit dem lockeren Mundwerk hatte schon immer ein Talent als Unterhalter. Im damaligen Bezirk Neubrandenburg erwarb er eine der höchsten Qualifikationen, die man als Diskotheker erreichen kann, von den SED-Granden wurde er sogar in die damalige Sowjetunion geschickt, um die Trassenbauer mit seinen Programmen zu unterhalten. Mit der Wendezeit und dem Ende der DDR kam auch das Aus für das Malchiner Kulturhaus. Zumindest in seiner damaligen Organisationsform. Heike Lange ließ sich davon nicht irre machen. Gleich im Nachbargebäude seiner einstigen Wirkungsstätte eröffnete er den legendären „Irish Pub“. Viele junge Malchiner kennen das Gebäude sicher noch unter dem Namen „Beatkiste“, unter dem es bis zuletzt firmierte. Der „Irish Pub“ war nicht nur eine Kneipe für Gaumenfreuden und für Freunde des guten Biers von der grünen Insel, hier wurde vor allem das geboten, was Heiko Lange schon immer sehr am Herzen lag: Kultur. An fast jedem Wochenende stand hier eine Band auf der Bühne, der „Pub“ lockte die Fans in Scharen an. Nur hinter dem Tresen oder in der Küche zu stehen, das war Heiko Lange aber zu wenig. Als Partner von Reinhard Hassemer stieg er Anfang der 1990er Jahre in die Organisation des Mecklenburger Motorradtreffens ein. Es ist maßgeblich sein Verdienst, dass aus der anfänglichen 20-Mann-Veranstaltung im Laufe der Jahre eines der größten Motorradtreffen in der Bundesrepublik, Malchin durch die Bikerfete weit über die Region hinaus bekannt wurde. Viele Jahre war Heiko Lange auch Organisator des Malchiner Stadtfestes, rettete den Weihnachtsmarkt, als die Veranstaltung zu sterben drohte und schaffte es mit einem mehr als 40 Meter großen Weihnachtsmann mit Unterstützung der Feuerwehr fast ins Guiness-Buch der Rekorde. In den vergangenen Jahren ist es ruhig geworden um den Malchiner „Kulturarbeiter“. Den „Irisih Pub“ bzw. die „Beatkiste“ gibt es schon lange nicht mehr, beim Motorradtreffen mischt Heiko Lange schon seit fünf Jahren nicht mehr mit. Und auch bei der Organisation von Festen und Feiern in der Stadt ist er nicht mehr dabei. Hauptgrund ist seine Gesundheit. Die hatte ihm im Laufe der Jahre immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Heiko Lange ist mittlerweile ein Kulturarbeiter im Ruhestand. Aber der Kultur fühlt er sich immer noch verpflichtet und praktiziert sie jetzt auf ganz neue Weise: er schreibt. „Meine Krankheiten haben mir sehr viel Zeit gegeben, sich mit mir und mit meinem Leben auseinander zu setzen. Viele Dinge, die ich bei meiner Arbeit in Malchin erlebt habe, habe ich niedergeschrieben. Da geht es um viele Ereignisse aus der Kultur, aber auch um viele menschliche Begegnungen, um menschliche Enttäuschungen und Inspirationen“. Seine Schriftstellerei betreibt Heiko Lange nicht nur für sich. Er möchte die Menschen in Malchin Anteil haben lassen an seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Am Stadtfest-Samstag hatte er einen kleinen Stand auf dem Malchiner Stadtfest, hier war es zum ersten Mal möglich, einige Leseproben aus seinem bisherigen Niederschriften zu bekommen.

Th. Koch

Artikel veröffentlicht am 12.07.2019 von Malchiner Generalanzeiger 14 / 2019