Renée Sintenis , Berliner Bär, 1956, Bronze Sammlung Karl H. Knauf, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Bernd Sinterhauf, Berlin
Renée Sintenis, Joachim Ringelnatz, 1923, Bronze Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunstforum Ostdeutsche Galerie / Wolfram Schmidt, Regensburg
Renée Sintenis , Große Daphne, 1930 (Entwurf) / 1991 (Guss, posthum), Bronze Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland © VG Bild-Kunst, Bonn 2019, Foto: Kunstforum Ostdeutsche Galerie / Wolfram Schmidt, Regensburg
11.08.2019 - 12.01.2020 19:00 Uhr

Kunstaustellung: Zwischen Freiheit und Moderne

93047 Regensburg

Laufzeit: 12. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020

Eröffnung: Freitag, 11. Oktober 2019, 19 Uhr

Pressekonferenz: Mittwoch, 9. Oktober 2019, 11 Uhr

Renée Sintenis (1888-1965) ist eine der ersten Frauen, die sich professionell der Bildhauerei widmen konnten. Vor allem ihre kleinformatigen Tierplastiken machten sie zur gefragten Künstlerin. Zudem gilt sie als eine der meistfotografierten Frauen der Weimarer Republik: Ihre große, schlanke Erscheinung im Herrenanzug mit Bubikopf verkörperte den Inbegriff der „Neuen Frau“ der so genannten Goldenen Zwanziger.

Die Ausstellung im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg führt das vielfältige Schaffen von Renée Sintenis vor Augen.

Darüber hinaus stellt sie die Künstlerin als Medienstar und wichtige Persönlichkeit der Berliner Kunstszene vor. Mit 17 Jahren kam Renate Alice Sintenis (Glatz, Schlesien 1888-1965 Berlin) nach Berlin. Innerhalb weniger Jahre verwandelte sich hier das Mädchen, das bisher in der brandenburgischen Provinz aufgewachsen war, zur mondänen Großstadtkünstlerin.

Durch ein gezielt modisches Auftreten in maßgeschneiderten Herrenanzügen verkörperte sie den damals herbeigesehnten Typus der „Neuen Frau“. In der Kunst- und Kulturszene Berlins pflegte sie rege Kontakte u.a. zu Ernst Barlach, André Gide , Rainer Maria Rilke, Asta Nielsen und anderen Berühmtheiten.

Ihr Galerist Alfred Flechtheim machte sie mit Sammlern in Paris, London und New York bekannt und vermarktete lukrativ besonders ihre pulsierende Kleintierplastik - national und international. Der Stadt, der Renée Sintenis zeit ihres Lebens verbunden blieb, widmete sie ihr wohl bekanntestes Werk - den „Berliner Bären“.

Die plastische Umsetzung des Berliner Wappentieres wurde zum Hauptwerk ihrer letzten beiden Lebensjahrzehnte. Der Bär mit den erhobenen Tatzen avancierte in den 1950er -Jahren zur Symbolfigur der Stadt. Seither wird eine kleinere Version, der Berlinale-Bär, bei den Berliner Filmfestspielen als Trophäe vergeben.

Die Ausstellung nähert sich dem Œuvre der Künstlerin aus unterschiedlichen Perspektiven. Mehr als die Hälfte ihrer Werke stellen kleinformatige Tierplastiken dar, dies spiegeln auch die knapp 100 Ausstellungsobjekte wider. Doch nur zusammen mit den vielzähligen Frauen-, Knaben- und Sportlerfiguren sowie den Porträts und grafischen Arbeiten wird ihrem komplexen Schaffen vollständig Rechnung getragen.

Neben Werken aus der eigenen Sammlung machen bedeutende Leihgaben die breite Fülle ihres Schaffens sichtbar.

Artikel veröffentlicht am 13.08.2019 von Kunstforum Ostdeutsche Galerie 33 / 2019