KulturART Otterberg

Otterbach

Transzendent 2019

Wer das große Spektakel 2017 miterlebt hat ("Elementar - die inszenierte Abtei"), der durfte auch das diesjährige Werk nicht verpassen. Und in der Tat: ein proppenvoller Kirchplatz vor der Otterberger Abteikirche. "Transzendent-die inszenierte Abtei" lautete der diesjährige Titel.

Und für die Initiatoren (Stadt Otterberg, Hochschule Kaiserslautern, die Emmerich Smola Musikschule und Musikakademie Kaiserslautern, KulturART Otterberg) war es ein Volltreffer.

Die multimediale Lichtprojektion auf die Fassade der Abteikirche erwies sich wieder als atemberaubend. Neue Formen, diesmal mit Farbe und mit konkreten Bildern gekoppelt. Wesentlich umfangreicher und intensiver als vor 2 Jahren. Man hatte den Eindruck, dass die Studenten all ihr Können in diese Projektion hineingepackt hatten. Sogar Comics waren Bestandteil der Inszenierung.

Wie vor 2 Jahren gab es wieder 4 Themen, die präsentiert wurden. Gemäß dem Titel "Transzendent" ging es diesmal um die Zukunft. Die Rosette zu Beginn, genial als sprechender Mund dargestellt, verkündete dieses Vorhaben.

Mir der "Wahrnehmung" ging es los, tausende Augen, die jeden beobachteten und sich in einen monströsen Kopf verwandelten, "überwachten" alle, einen Jeden, sodass es vielleicht besser wäre fortzugehen, eine "Reise der Menschen" einzuleiten, zu entfliehen. In ein neues Zeitalter (Anthropozän) vielleicht, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Ist es dies, was es anzustreben gilt? Oder gerade zu vermeiden gilt?

Auch hier wieder, wie bei dem Teil "Transzendent" im Innern der Abteikirche, die Musik von Patrick Andre, in einer Live - Performance (Patrick Andre selbst, zusammen mit David und Jonathan König) zu den gezeigten Lichtinstallationen. Es war ein Genuss, die Verbindung von Lichtinstallation und Musik zu erleben. Punktgenaue Übergänge, atemberaubende pulsierende Rhythmen, meditative Klangflächen - eine mitreiß(s)ende Musik.

"Transzendent" war eine bunte Reise durch mehrere Themen, die Alle begeisterte, aber auch nachdenklich machte. Ein Event, das gegenüber 2017 eine absolute Steigerung in punkto Lichtinstallationsmöglichkeiten brachte und hoffentlich eine Fortsetzung finden wird, dann vielleicht mit ein paar Erläuterungen zu Beginn zu dem, was einen erwartet und einem etwas besseren Zeitmanagement.

KulturART und Transzendent in der Otterberger Abteikirche

Nach "Elementar" 2017 folgte nun "Transzendent", ein großes Spektakel um die Abteikirche Otterberg, eine Veranstaltung der Stadt Otterberg in Zusammenarbeit mit dem Verein KulturART Otterberg, der Hochschule Kaiserslautern und der Emmerich Smola Musikschule und Musikakademie Kaiserslautern.

Während man auf dem Otterberger Kirchplatz sehnsüchtig auf die phantastische Bespielung der Außenfassade der Abteikirche wartete, gab es vorher schon einen Höhepunkt: Im protestantischen Teil der Abteikirche zeigte die Hochschule "Was verbindet Mode mit Religion?".

Verena Potthoff, Modedesignerin und Kulturwissenschaftlerin und der Virtual Designer Thomas Beisiegel entwickelten zusammen mit Studierenden der Hochschule ein in sich schlüssiges Konzept. Waren es zu Beginn auf dem Laufsteg, der sich durch das gesamte Längsschiff zog, in einfachen, weißen Hemden scheinbar ziel- und planlos herumirrende Menschen, keine Berührungen, keine Wahrnehmung des Anderen, so änderte sich schnell die Kleidung, man erkannte das ungezügelte Konsumverhalten bis hin zu reizüberflutenden, leuchtenden, überbordenden Prunkgewändern.

Dazu die Lichtinstallation: 8 Beamer, Lichtbänder am Laufsteg und ein Farbenspiel in den Seitenschiffen wurden zu einer genialen Komposition zusammengestellt, zu jedem einzelnen Punkt passend, von klaren Strukturen zu Beginn bis hin zu wirren Konfigurationen beim Thema Reizüberflutung.

Über allem stand die Rosette der Abteikirche, die auf einen Vorhang, der am Ende des Längsschiffs gespannt war, projiziert wurde. Je nach Thema verwandelte sie sich von der ursprünglichen Form bis hin zu deformierten, skurilen, bizarren Abarten.

Am Ende hatten die nahezu 800 Besucher den Eindruck, alles stürzt zusammen, wären da nicht die Models gewesen, die sich ihrer Prunkkostüme entledigten und somit einen Schlusspunkt setzten - beruhigend? Nachdenklich?

Die geniale Musik zu dieser inszenierten Modenschau steuerte Patrick Andre bei. Sie folgte in jedem Punkt den Themen. Klassische Orgelmusik, die von klangelektronischer Musik abgelöst wird, perkussive Rhythmen, die die massenhafte Konsumabfertigung untermalte, und abgehackte Einzelelemente, die auf einen einhämmerten und versuchten, von einem Besitz zu ergreifen.

Großer Applaus für das Gesamtkunstwerk, genial zusammengestellt und phantastisch präsentiert.

KIO: Dornerei Puppentheater verzaubert

Wenn ein Zwergenmädchen bei der Geburt so groß ist, dass es nicht in eine Zwergenwiege passt und ein Riesenjunge so klein ist, dass er sich in einer Riesenwiege verliert, dann kann es passieren, dass sie beim Eintritt in die Schule gleichgroß sind. So der kleine Riese Riesling und das große Zwergenmädchen Zwerglinde.

Er wohnt im Riesengebirge, sie im Zwergenwald und beide erfahren, dass sich Riesen und Zwerge über-überhaupt nicht leiden können, sich ärgern, wo sie nur können. Und an allen Problemen sind immer nur die anderen Schuld.

Das geht Riesling und Zwerglinde gehörig auf die Nerven, denn sie sind zwischenzeitlich Freunde geworden und können die Streitigkeiten nicht mehr ertragen.

Dann haben sie eine Idee: Sie wollen versuchen, dass sich Riesen und Zwerge vertragen. Was gibt es Schöneres auf der Welt, als Freunde zu haben.

Und siehe da, es gingt ihnen. Riesen und Zwerge werden Freunde, helfen sich gegenseitig und leben fortan glücklich und zufrieden im Riesengebirge und im Zwergenwald.

Dies war der Inhalt des Kindertheaters in Otterberg (KIO), eine Veranstaltung von KulturART Otterberg in Zusammenarbeit mit der Ottfried Preussler Grundschule und Laprofth.

Gast war das Dornerei Puppentheater aus Neustadt. Das Ehepaar Dorner verzauberte die Kinder und Jugendlichen mit dieser eigens geschriebenen Geschichte, die vermitteln soll, dass es sich gemeinsam in Frieden besser leben lässt, als ständig Streitereien zu produzieren.

Im Vordergrund standen die phantastischen Stoff- und Gliederhandpuppen, die die Dorners mitgebracht hatten. Famose Riesen und filigrane Zwerge mit ausdrucksvollen Gesichtern. Und zwischendurch kleine Lichtspiele und musikalische Einwürfe, die das Geschehen noch mehr zur Geltung brachten.

Und als am Ende des Kindertheaters die Dorners den kleinen Zuschauern die Puppen einzeln vorstellten und damit ins Publikum kamen, war die Freude bei den Kindern groß.

Ein bezauberndes Kindertheater, dass allen, ob Groß ob Klein noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Jetzt schon vormerken:

KIO am 2. November, 15 Uhr in der Aula der IGS Otterberg: Utz, der Unglücksritter

Artikel veröffentlicht am 12.09.2019 von Stadt- und Land-Kurier 37 / 2019