Keglerinnen von „Alle Neun“ Trohe 1

Buseck

Keglerinnen von „Alle Neun“ Trohe

Arbeitsbeschaffung für den Magen

Hiobsbotschaft: Letztmals Ausrichtung der Weiberfaschings-Veranstaltung

Beim Troher Weiberfasching ging es mit „Flower-Power“ zurück in die 60-er und 70-er Jahre. Damals, als die Klamotten bunt, das Fernsehen aber noch schwarz/weiß war, es nur drei Programme gab und man zum Umschalten höchstpersönlich aufstehen musste, waren für viele Zuschauer „Dick und Doof“ der Hit schlechthin. Dass die beiden Komiker noch heute die Lachmuskeln strapazieren können, bewies der Auftritt von Gaby Jürgens und Regina Vogel. Ganz ohne Worte kam nicht nur diese Darbietung aus. Auch Ingrid Buths und Brigitte Döhrel brachten das närrische Volk nur durch ihr Tun und ihre Mimik zum Lachen. Die feine Dame aus der Stadt trank Sekt, benutzte Make-up, Parfüm und einen Zahnstocher, das Landei begnügte sich mit Bier, Rama, Insektenspray und einer Stricknadel. Da musste selbst Alleinunterhalter Hermann Wolf herzlich lachen. Mit Stimmungskrachern animierte er immer wieder zum Schunkeln, Tanzen und Mitsingen.

Regina Braungart trat als Frau Doktor in die Bütt, um von ihren Qualen mit den Patienten zu berichten. Eine kam mit einem Hundebiss. „Haben Sie etwas draufgeschmiert?“ - „Nee, es hat ihm auch so geschmeckt.“ Ingrid Buths begeisterte als „Botterblömche“ und als staubtrockene Beamtin: „Wir dürfen nichts annehmen. Das verbietet die Zunft. Noch nicht einmal Vernunft.“ In ihrer Dienststelle seit 30 Jahren nur für die Buchstaben X und Y zuständig, ist sie nicht ausgelastet. Darum trinkt sie morgens einen Schnaps, damit wenigsten der Magen etwas zu tun hat.

Zu Schlagern aus der Konserve wurden gleich mehrere Darbietungen auf die Bühne gebracht. Die dazu passende Kostümierung und das Imitieren der Stars liegt den aktiven Keglerfrauen von „Alle Neun“ im Blut.

Als Gerücht hatte es schon die Runde gemacht, am Freitag zur später Stunde wurde es von den „Machern“ des Troher Weiberfaschings bestätigt. Die Veranstaltung wurde von ihnen letztmals ausgerichtet. Schade, befanden die feierfreudigen Damen, etwa 70 mögen es gewesen sein. Aber wer weiß: Vielleicht gibt es ja noch einen Rücktritt vom Rücktritt.

Siglinde Wagner
Artikel veröffentlicht am 15.03.2019 von Busecker Nachrichten 11 / 2019