KFD-Frauenfasching bei „Sankt Marien“

Buseck

KFD-Frauenfasching bei „Sankt Marien“

Kann denn Erbse Sünde sein?

Das Komitee der Faschingsdollen der kfd (Katholische Frauen Deutschlands) hatte zum Frauenfasching im katholischen Pfarrsaal von „St. Marien“ ein Programm mit vielen Redebeiträgen aufgefahren. Und das schöne: Hier hört man sogar aufmerksam zu. Ganz seinem Trennungsschmerz gab sich Richard Kunkel hin: „Ich habe sie geliebt, gemocht und verehrt, kannte all ihre neuralgischen Punkte, beim gemeinsamen Spiel es jederzeit funkte.“ Erst als er sagte „jetzt orgeln wir digital“ wurde klar, dass die Rede nicht von der Gattin, sondern der neuen Orgel war. „Mit tausend Schaltern, Lampen und Klimbim, fast so wie beim Airbus drin. Und hat der Organist abends mal zu viel Wein, dann spielt sie sonntags auch allein.“ Allein fühlte sich Pfarrer Jonas Adam auf der Bühne: „Für Solo-Stimme bin ich nicht geboren.“ Seine drei „Kollegen“ von den Buseckian Harmonists (aus den KFC-Sitzungen) hatte er an das „durchtriebene Frauenvolk“ verloren.

Weilt die Ehefrau in Kur, bekommt der Strohwitwer „Nachbarschaftshilfe“ der besonderen Art. Davon berichteten Brigitte Hochscheid und Karin Winterhoff. Rosi Dietz sah alles locker, kein Malheur haut sie vom Hocker. Wally Simeth und Christa Lorenz mimten zwei ältere Damen, die dem Schlagerwahn verfallen sind. Gar köstlich die Mimik der beiden! Hannelore Stelzl stellte sich als Super-Model vor: „Dick ist schick, Schönheit braucht Platz.“ Bei meiner Pippistell steht Direktor Schneider gleich neben dem Müllabfuhrmitarbeiter. Von ihrem Arbeitsplatz erzählte Klofrau Isabell (Gisela Meckel).

„Das macht doch nichts, das merkt doch keiner“ so der Refrain zu acht mit Negativ-Themen besetzten Versen, vorgetragen von Dora und Reinhard Böttner. Die kfd-Krüstchen gehen zwar am Krückstock, aber beim Tanzen drehten sie zu „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann“ voll auf. Der Opa in der Damenrunde ist Trainerin Barbara Bartmus. Als flotte Badenixen war das TV-Ballett (Birgit Eichhöfer) ein Augenschmaus. Klaus Richardt überraschte als Bauchredner. Die Kapelle „Ul-rich“ mit Richard Kunkel an der Steirischen, Ulrike Gerwing am Akkordeon und Ulla und Ulli Esksens (Gesang) tritt nur einmal im Jahr auf: Erfolgreich animierte sie zum Schunkeln und Mitsingen.

In der Rolle von Zarah Leander traf Ulli Eskens ins Schwarze: „Kann denn Erbse Sünde sein, niemals werde ich bereuen, was ich aus Hunger tat“ oder „Nur nicht um Erbsen weinen, es gibt auf Erden nicht nur die einen“. Das hatte Klasse!

So simpel und doch so lustig: Das Schlagersummen. Hier durften die Männer das kollektive Gedächtnis der Damen im Publikum testen. Die erwiesen sich als Kenner der Schlagerszene und errieten alle Titel. Mit einer Polonaise durch den Pfarrsaal ging ein kurzweiliger Abend dem Ende entgegen.

Siglinde Wagner
Artikel veröffentlicht am 15.03.2019 von Busecker Nachrichten 11 / 2019