Stolz präsentierten die Kinder ihre Kunstwerke aus Ton, Papier und Acryl.
Was man aus Wolle alles basteln kann - auch das lernte die Kids.
Tischgebet zu Mittag
Natürlich wurde auch wieder gemeinsam gegessen!

Friedliche Eroberung auf Harterscheid

Sinzig

AWO-Angebot lockte wieder viele Pänz an

HARTERSCHEID. DG. Lautes Lachen, ein nicht unerheblicher Geräuschpegel, wenn Kinder sich unterhalten. So erklingt es um die Mittagszeit aus dem Hennes-Schneider-Haus, wenn knapp 100 Pänz beim und insbesondere nach dem Mittagsessen ihrem Redebedürfnis freien Lauf lassen können. Und das Mittagessen gibt es nicht aus Tüte oder Dose, ein fleißiges Team von Küchenfeen bereitet alles selbst zu. Da ist ordentlich was zu tun, um die hungrigen Mäuler satt zu kriegen. Und manchmal kommen auch Gerichte auf den Tisch, die vielen ziemlich unbekannt sind. „Zuletzt hatten wir Wirsing, den kennen die meisten überhaupt nicht“, so Wiltrud Post, ungekrönte Chefin der Ferienfreizeit. Mit einem Team von rund zehn Freiwilligen meistert sie schon seit Jahren diese Mammutaufgabe. Und sie geht darin offensichtlich voll und ganz auf. Zwar zahlen alle Kinder einen Beitrag, aber das reicht für eine Vollverpflegung und den Bustransport natürlich nicht aus. Man ist auf Sachspenden und weitere Unterstützung angewiesen. Für die letzte Woche sind die „Rüstigen Rentner“ eingeladen, die auch schon früher auf Harterscheid aktiv waren. Außerdem wird wohl noch der Kreisverband der AWO seine Aufwartung machen.

Plötzlich dann ein Pfiff aus der Trillerpfeife, ziemlich rasch wurde es ruhig. Eine kleine Schar von Kindern trat nach vorne und verkündete, dass sich die Theatervorführung noch um ein Stündchen verzögern wird, man müsse noch etwas besprechen und außerdem noch einmal proben. Theater passte an diesem Tag recht gut, denn nach langer Schönwetterphase regnete es mal wieder. Um den ganzen Schwarm auch bei nicht so gutem Wetter auszulasten, steht neben dem großen Saal noch die Liegehalle zur Verfügung. Liegehalle? Ja, hier konnten zumindest die Kleineren nach dem Mittagessen ihr Schläfchen halten. Ansonsten können die Kinder sich frei aussuchen, was sie gerne tun wollen. Brettspiele, vielleicht einmal lesen oder andere Aktivitäten drinnen, aber hauptsächlich natürlich im Außengelände mitten im Wald. Da wird geklettert, gerannt, sich versteckt, da werden aus Ästen und allem möglichen Material Hütten gebaut. Und dann gibt es auch noch den Königsfelder Sportplatz, auf dem ordentlich gebolzt werden kann.

Sich einmal richtig austoben können in freier Natur, früher ganz normal, heute nicht mehr selbstverständlich. Handys und andere elektronische Geräte sind übrigens tabu, das Team legt Wert auf eine normale Kommunikation untereinander, und wie man hören kann, scheint es zu funktionieren. Neben dem freien Spielen gibt es natürlich auch Angebote: Feuerwehr und DRK machen ihre Aufwartung und geben einen Einblick in ihre Arbeit. Da können die Kinder auch mal selbst ausprobieren und ein Pflaster kleben oder einen Verband anlegen. Apropos Pflaster: Richtige Verletzungen blieben bis zum Schluss der zweiten Woche zum Glück aus, aber kleinere Schrammen lassen sich nicht ganz vermeiden. Da wird dann ein Pflästerchen geklebt, dazu gibt es als Trostpflaster noch etwas Süßes und schon geht es wie gewohnt weiter. Unter der fachkundigen Anleitung von Stefanie Manhillen von der Bad Bodendorfer „Kleinen Kunstschule Im Blauen Haus“ konnten kleine Kunstwerke gebastelt werden. Das Konzept der Ferienmaßnahme ist eigentlich einfach: Dem Tatendrang der Kinder im Alter von 6 bis 14 lässt man möglichst freien Lauf. Sie sollen lernen, Pläne zu schmieden, Absprachen zu treffen und vor allem hierbei gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Und wenn man dabei einmal die Zeit vergessen und sich völlig unbeschwert mit anderen sinnvoll beschäftigen kann, Kinderherz, was willst du mehr?

Artikel veröffentlicht am 15.07.2019 von Sinziger Stadtnachrichten 29 / 2019