Eine Katze geht pilgern

Waren

Malchow (at). Klingt erst einmal nicht ungewöhnlich? Nun, diese Geschichte erzählt von einer Wiederholungstäterin, deren Pilgerweg tatsächlich ca. 20 km umfasste. Umwege nicht eingerechnet.

Am 15. Juli 2020 verschwand die achtjährige Katze „Minka“ aus Malchow. Die dreiköpfige Familie, insbesondere die zehnjährige Lina, hoffte inständig auf die Rückkehr des Schmusetigers.

Denn bereits vor fünf Jahren war „Minka“ für neun Monate verschwunden und acht Kilometer weiter am Lenz gefunden worden. Damals war die Zuordnung der Ausreißerin ihrem Chip zu verdanken. Ein Tierarzt konnte die Adresse der Eigentümer auslesen, diese informieren und „Minka“ kehrte heim. Wird es diesmal vielleicht auch so sein?

Die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Katze und ihrer einzigartigen Zeichnung im Fell schwand zusehends. Nochmal so ein Glück wie vor fünf Jahren zu haben, würde einem Lottogewinn nahe kommen.

Besuche im Tierheim und das Spielen mit den dortigen Katzen konnten Lina und ihre Mutter Kerstin nur bedingt trösten, aber sie wollten die Hoffnung nicht aufgeben. Auch der Gedanke der tierlieben Familie, eine Katze aus dem Tierheim zu adoptieren, wurde enttäuscht, da zu dem Zeitpunkt Katzen nur paarweise zur Abgabe angeboten worden. Das war für die alleinerziehende Mutter jedoch zu kostspielig.

Die Suchaktion über alle Kommunikationskanäle schien erfolglos. Am 14. September jedoch entdeckte eine Freundin der Familie bei facebook folgende Meldung: „Schmusige Katze in Stuer zugelaufen. Wer vermisst sie?“ Diese Info erreichte kurzerhand die Suchenden. Und tatsächlich: es war „Minka“ aus Malchow, die es geschafft hatte, per pedes oder mit dem Postauto, womöglich auch per Anhalter, bis nach Stuer gereist zu sein.

Die Familie machte sich aufgeregt auf den Weg und nahm dankbar und erfreut die gesunde Katze in die Arme.

Es geschehen also doch noch kleine und wunderbare Dinge. Man muss nur fest an das Gute glauben.

Dankeschön an die Familie in Stuer, die „Minka“ Asyl gewährte.

Artikel veröffentlicht am 21.11.2020 von Müritz Tipp Landkreis Waren 23 / 2020