Ein unerwartetes Fundstück des Monats

Aken

Es ist immer wieder schön, wenn neue Exponate durch das Geschichtsbewusstsein von Akener Bürgern ins Museum gelangen. Wenn Altes weichen muss und Neues entsteht, geht oft Unwiederbringliches verloren.

Beim derzeitigen Abriss eines alten Hauses in der Elbstraße in Aken (wo in diesem Jahr vier neue Wohnungen entstehen sollen) hätte genau dies passieren können. Darum nahm ich mit dem Eigentümer Kontakt auf, um eventuell Wertvolles fürs Museum zu bergen. Obwohl es mir dabei um ganz andere Sachen ging – für die ich auch ganz unkompliziert Zusagen erhielt – machte mich der Eigentümer beim Besuch des Hauses auf einige ungewöhnliche Details aufmerksam. Zum einen auf eine kleine Inschrift (eigentlich ein Sgrafitto – eine Putzritzzeichnung), mit der sich die Dachdecker am Giebel bei der Neueindeckung des Hauses verewigten. Zum anderen machte er mich auf einen interessanten Dachbalken aufmerksam, welcher mit einer ungewöhnlichen Schnitzverzierung versehen ist. Ich denke, dass hier vielleicht ein alter Balken aus einem Fachwerkgiebel recycelt und an dieser Stelle einfach „umgedreht“ eingebaut wurde. Ansonsten macht eine so aufwändige Gestaltung keinen Sinn an einer Stelle, wo sie nicht zu sehen ist.

Vielleicht kommen ja bei der hoffentlich möglichen Bergung des Balkens im Ganzen noch weitere Details zum Vorschein, bestenfalls sogar eine Hausinschrift. Egal, was am Ende dabei herauskommt: ohne die Hinweise des interessierten Bauherren wären die Objekte dem Abriss zum Opfer gefallen.

Es ist immer wieder schön zu bemerken, wie interessiert doch viele Akener Bürger das Geschehen in ihrer Heimatstadt verfolgen und auch aufs Detail achten.

Weiter so!

Mirko Bauer

Ehrenamtlicher Leiter des Schifffahrts- und Heimatmuseums Aken (Elbe)

Artikel veröffentlicht am 11.03.2020 von Amtsblatt der Stadt Aken (Elbe) 3 / 2020