Ein Jahr voll ungewöhnlicher Erfahrungen …

Bischofswerda

Das jetzige Schuljahr neigt sich langsam dem Ende zu und für viele Jugendliche startet nun ein neuer Lebensabschnitt. Einige beginnen eine Ausbildung oder haben einen Studienplatz in der Tasche, andere hingegen sind sich noch nicht sicher, wohin die Reise gehen soll und stehen nun vor der großen Frage „Wohin verschlägt es mich beruflich?“. Dabei ist eine Antwort gar nicht so schwer zu finden. Als Bildungs- und Orientierungsjahr bieten die Freiwilligendienste FSJ und BFD jungen Menschen die Möglichkeit, in verschiedene Berufsfelder zu schauen, sich auszuprobieren, erste Erfahrungen zu sammeln und ganz nebenbei die Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz sinnvoll zu nutzen.

Die Freiwilligen aus dem aktuellen Jahrgang des Netzwerks für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda e.V. Elena Dolecek, Johanna Jäger, Jonas Lachetta und Emily Preißler engagieren sich seit fast einem Jahr in verschiedenen Tätigkeitsbereichen des Freiwilligendienstes.

Für Elena stand nach ihrem Schulabschluss nicht fest, in welche Richtung es gehen soll. Für ihre Wunschausbildung war die damals 17-Jährige noch zu jung, also beschloss sie einen Bundesfreiwilligendienst in der Verwaltung beim Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit zu absolvieren. Ihr Tätigkeitsfeld ist sehr vielfältig. Sie unterstützt das Team des Freiwilligendienstes unter anderem bei Bewerbungsgesprächen, dem Telefondienst und der Bearbeitung von Mails. Durch ihre gesammelten Erfahrungen hat sich sogar Elenas Berufswunsch geändert. Im September beginnt die Freiwillige eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten in Berlin. Alles in allem kann Elena ein FSJ oder BFD nur empfehlen, vor allem jenen, die gerne in ein Berufsfeld hineinschnuppern wollen. Dem stimmen auch Johanna, Jonas und Emily zu.

„Man lernt zu arbeiten, vorher hat man das unterschätzt“ so Emily. Sie arbeitet im Förderschulzentrum in Hoyerswerda, eine perfekte Vorbereitung auf ihren Wunschstudiengang Kindheitspädagogik. Emily sieht den Freiwilligendienst als eine sinnvolle Möglichkeit, um die Zeit zwischen Abitur und Studium zu überbrücken, außerdem hat es sie in ihrem Berufswunsch bestätigt. Auch ihre persönlichen Kompetenzen konnte sie stärken. Emily ist sich sicher: „Ich bin selbstbewusster geworden“. Sie hat ihr FSJ genutzt und sich selbst neu entdeckt. Auch die Seminare im Netzwerk haben ihr Einiges für ihren Arbeitsalltag mitgegeben, insbesondere die speziell auf die Einsatzbereiche zugeschnittenen Angebote. Darüber hinaus fand sie die Praxisreflexionen, zum Austausch praktischer Erfahrungen sehr hilfreich, um im eigenen Handeln noch sicherer zu werden. Für Emily wird es in ein paar Monaten mit einem Studium weitergehen.

Jonas ist in einer Wohnstätte für psychisch kranke Menschen eingesetzt. Für ihn dient das Jahr zur Orientierung. Bevor er sich dafür entschieden hat, absolvierte der 19-Jährige eine Ausbildung im technischen Bereich. Allerdings schien das nicht das Richtige für ihn zu sein. Jonas ist durch einen Freund auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen gestoßen und wollte sich darin ausprobieren. Die Zeit, die man für Menschen hat und die Art des Umgangs haben ihn viel entspannter werden lassen. Jonas ist davon überzeugt, dass jeder über sich hinauswachsen kann. Den Freiwilligendienst würde er jedem ans Herz legen, der sich unsicher ist in dem was er tut und an sich zweifelt.

Ähnlich wie Elena ging es auch Johanna. Sie wusste nach der Schule nicht, wie es weitergehen soll und wollte sich vor dem Beginn einer Ausbildung sozial engagieren. Ihre Arbeit im Bereich der Altenpflege ist für sie eine gute Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten auszutesten. Zu ihrem Tätigkeitsbereich zählt unter anderem die Grundpflege der älteren Menschen. Das kann vor allem am Anfang erst einmal ungewohnt sein, aber mit der Zeit lernt man schnell dazu und wächst an seinen Aufgaben. Sie sieht ein freiwilliges soziales Jahr definitiv nicht als Zeitverschwendung, eher im Gegenteil. „Bei Bewerbungen bist du dann älter, mit mehr Erfahrungen, das gibt Pluspunkte“ meint Johanna. Sie hat in dem Jahr vor allem gelernt, offen gegenüber neuen Tätigkeitsfeldern zu sein. Auch das Gefühl dazuzugehören und Teil eines Teams zu sein, begeistert sie.

Elena, Emily, Jonas und Johanna haben das Jahr für sich genutzt. Sie sind sich einig, der Freiwilligendienst hat sie auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet und die gesammelten Erfahrungen kann ihnen keiner mehr nehmen.

Nähere Informationen unter www.kijunetzwerk.de.

Artikel veröffentlicht am 23.05.2020 von Mitteilungsblatt Bischofswerda - Ihre Heimat- und Bürgerzeitung 20 / 2020