Ein Herz, das von Herzen kommt

Röderland Prösen

100 Herzen säumten am 3. Oktober 2016 den Weg, den hochrangige Vertreter aus Gesellschaft und Politik über den Theaterplatz abschritten, um am Tag der Deutschen Einheit zum offiziellen Festakt in die Semperoper Dresden zu gelangen. Bei dieser Freiluftgalerie, der „Galerie der Herzen", handelte es sich jedoch nicht um irgendeine verrückte Deko-Idee, sondern um eine wichtige Initiative, die den Blick auf das Thema chronischer Erkrankungen bei Kindern, insbesondere Krebs bei Kindern und Jugendlichen lenken sollte.

Die Charity-Aktion,,100 Herzen schlagen für ..." wurde von der Dresdner Künstlerin Ursula Herrmann ins Leben gerufen und gemeinsam mit der Sächsischen Staatskanzlei im Rahmen der Imagekampagne ,,So geht sächsisch" umgesetzt. Zahlreiche Künstler und prominente

Persönlichkeiten hatte Ursula Herrmann motiviert, ein Glasfiberherz zu gestalten, mit einer individuellen Botschaft zu versehen und zum Verkauf freizugeben. Darunter fanden sich Namen wie Wolfgang Stumph, Nina Hagen, Gunther Emmerlich, Hans-Wemer Olm, die Dresden Monarchs, Karat und Dirk Michaelis.

Aber auch öffentliche Einrichtungen und Schulen wurden von der Künstlerin angesprochen, sich an dieser Aktion zu beteiligen und selbst ein Herz zu gestalten.

Die Erlöse aus dem Verkauf der Herzen kommen - so will es die Initiatorin - der Deutschen Kinderkrebsstiftung und dem Sonnenstrahl e. V. Dresden zugute. Der Sonnenstrahl e. V. wird die eingenommenen Erlöse sowohl für die Kunsttherapie auf der onkologischen Station im

Uniklinikum einsetzen als auch für die Geschwisterarbeit. Denn gerade die Betreuung von Geschwisterkindem ist dem Verein ein besonderes Anliegen, denn auch sie - nicht nur die von Krebs betroffenen Kinder selbst - benötigen Hilfe und Ansprechpartner bei der Bewältigung dieser schwierigen Lebensphase.

,,Jedes Herz steckt voller Fantasie und Geheimnisse. Man muss es beschützen und liebevoll behandeln, damit man es mit seinem inneren Frieden und damit seinem eigenen kleinen Paradies für immer in sich tragen kann, und es nicht zerspring." - Leonie Albrecht

Nach der Ausstellung, am Tag der Deutschen Einheit, startete der Verkauf und eine ganze Reihe der Kunstwerke hat bereits einen neuen Besitzer gefunden.

Auch Familie Schmidtchen aus Prösen durfte sich aus der Vielzahl der Herzen ihr Lieblingsherz auswählen. Denn Till war selbst in der Zeit von 2010 bis 2012 zur Behandlung von Leukämie in der Uniklinik Dresden sowie in der Uniklinik Freiburg, wo er 2012 eine Stammzellspende erhielt. Die Familie entschied sich letztendlich für ein eindrucksvolles Herz, welches ein aktuelles Thema aufgreift und von drei Mädchen der Kurt-Tucholsky-Oberschule in Berlin gestaltet wurde.

Dieses wundervolle Herz steht nun seit kurzem auf dem Gelände der Verlässlichen Halbtagesschule und der privaten Oberschule in Prösen. Auch die Mädchen der Oberschule in Berlin freuen sich, dass ihr Herz so einen schönen Platz gefunden hat.

Unter dem Motto „Es gibt nur eine Natur“ - symbolisiert es die Liebe zur Natur und ist gleichzeitig eine Aufforderung, achtsam mit dieser umzugehen … denn es ist fünf vor zwölf in Sachen Umwelt und Natur!

Familie Schmidtchen möchte mit diesem Geschenk etwas zurückgeben und eine Erinnerung an den tollen Spendenlauf im Jahr 2013 schaffen, wobei eine stattliche Summe von 6.200 Euro zu Stande gekommen ist. Das Geld ging damals zu gleichen Teilen an den Sonnenstrahl e. V. Dresden und den Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg e. V.

„Wir wollen an dieser Stelle noch einmal Danke sagen an die Grund- und Oberschule sowie die Kita „Spatzennest“ in Prösen und die „Villa Kunterbunt“ in Stolzenhain a. d. Röder für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement. Ihr habt diesen Spendenlauf überhaupt erst möglich gemacht … ihr habt Herz gezeigt für kranke, bedürftige Menschen. Das ist toll - ihr seid toll, macht weiter so!

Ein großes Dankeschön geht aber auch an die zahlreichen fleißigen Spender, die fast täglich eine kleine Spende übrig haben für unser Spendenhäuschen, das in unserem Geschäft steht.“

Familie Schmidtchen
Artikel veröffentlicht am 19.06.2019 von Gemeindeanzeiger | Amtsblatt für die Gemeinde Röderland 7 / 2019