Viele Eicher trafen sich auf ihrer Kirmes zum Schwätzchen
Noch schnell ein Foto, bevor die Kids in die Luft gingen
Da behaupte noch einer, dass man sich das Glück nicht angeln kann
„Hüa! Galopp mein Pferdchen.“ - Eine Dorfkirmes die Spaß machte
Starke Arme, dicke Backen und Zielsicherheit beim „Hau den Lukas“

Eicher Dorfkirmes auf dem aufsteigenden Ast

Andernach

Ein gelungenes Programm sorgte für steigende Besucherzahl

EICH. KS. Leider steht die Dorfkirmes auf einer fiktiven Liste für bedrohte Bräuche. Umso schöner ist es, dass sich der Ortsvorsteher, der Ortsbeirat und die Vereine in Eich um den Erhalt dieses für das Gemeinschaftsleben wichtigen Brauchtums bemühen. Erfolgreich, denn in diesem Jahr freut man sich über eine steigende Besucherzahl.

In Eich geht der kirchlichen Feier das weltliche Fest voraus – die Kirmes. Auf dem Dorfplatz war im Schatten des Kirmesbaumes für die Großen und Kleinen, die Alten und die Jungen alles gerichtet, was zu einer Dorfkirmes gehört: Festzelt, Karussells, Schnuckelbuden, Getränkestand und ein Hau den Lukas. Von ihm fühlten sich insbesondere die Männer zum wettbewerblichen Kräftemessen herausgefordert. Unter anfeuernden Rufen und Pfiffen versuchten sie die Glocke als Zeichen ihres Geschicks, ihrer Treffsicherheit und ihrer Kraft ertönen zu lassen – öfter vergebens, was aber die gute Laune in keinster Weise eintrübte. Gute Laune herrschte auch beim 7-Ström-Turnier, einem zur Wirtshauskultur zählenden Kartenspiel. Allerdings musste sich keine Frau wie noch zum Eintritt in das 20. Jahrhundert beim Ortsvorsteher darüber beschweren, dass ihr Mann seinen gesamten Wochenlohn verzockt habe. Ein Startgeld von 5 € reichte aus, um vielleicht einen der attraktiven Preise zu gewinnen.

Da der Wettergott den Eichern gut gesonnen war und den Regen weitestgehend im grauen Wolkenmeer beließ, trafen sich etliche Eicher samstags und sonntags in und vor dem Festzelt zum gepflegten Bierchen und einem informativen Schwätzchen. Samstagabend wurde zur Musik von DJ Bobo und der Non Stop Dancing Band über die Tanzfläche geschwebt. Hier zeigte sich der soziale Wert der Dorfkirmes in aller Deutlichkeit: Stärkung des Gemeinschaftssinns durch Kontaktpflege und Kommunikation. Schön, dass man dies am sonntäglichen Familientag bei Kaffee und Kuchen von den Eicher Möhnen tun konnte und einem dabei noch der Jonglage-Artist Coolumbus und ein Bangee-Trampolin beste Unterhaltungsmöglichkeiten boten.

Montags brachte dann das Hochamt in Erinnerung, dass die Kirmes ein Anhängsel der Kirchweih ist. Nach der Messe wurde zu Ehren der Toten ein Kranz am Ehrenmal niedergelegt. Beim anschließenden Frühschoppen holte sich so mancher Eicher die Antriebskraft für seine Teilnahme am Bungee-Run-Mannschaftswettbewerb, mit dem eine Dorfkirmes endete, für deren Gelingen sich die Kirmesgesellschaft bei allen Sponsoren, Helfern und Vereinen bedankt.

Artikel veröffentlicht am 11.09.2019 von Andernach aktuell 37 / 2019