Hielt die Laudatio für den Preisträger des Jahres 2019: Torsten Gertz.
Diese Damen sorgten für die musikalische Umrahmung der Feierstunde.
Aus den Händen von Torsten Gertz nahm Udo Dohms den Ehrenbrief entgegen.
Udo Dohms trug sich auch in das Ehrenbuch der Stadt Malchin ein.

Ehrenbrief wird an Udo Dohms verliehen

Malchin

Wir sagen herzlichen Glückwunsch. Der Malchiner Malermeister Udo Dohms (r.) ist am 27. Juni im Rathaussaal mit dem Ehrenbrief des Heimatvereins und der Stadt Malchin ausgezeichnet worden. Stadt und Verein würdigen damit die Verdienste von Udo Dohms um seine Heimatstadt. Viele Jahre war er Vorsitzender des Malchiner Seglervereins. Im Heimatverein engagiert sich Udo Dohms seit vielen Jahren mit sehr viel Herzblut für den Erhalt der Denkmale in Malchin. Zu einem großen Teil sein Verdienst ist es, dass das Denkmal für den Deutsch-Französischen Krieg am Malchiner Wall saniert wurde. Lesen Sie folgend die Laudatio, die Torsten Gertz, Vorsitzender des Heimatvereins, anlässlich der Ehrenbriefverleihung gehalten hat.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder,

im Namen des Malchiner Heimatvereins heiße ich Sie recht herzlich zu unserer Festveranstaltung willkommen. Besonders begrüße ich Frau Schmidt als Vertreterin von Bürgermeister Müller und Herrn Bürgervorsteher Hammermüller.

Ich freue mich, auch einige Träger des Ehrenbriefes der vergangenen Jahre begrüßen zu können.

Bereits zum 23. Mal verleiht der Malchiner Heimatverein gemeinsam mit dem Bürgermeister den Ehrenbrief unserer Stadt. Unser Verein möchte damit Personen oder Gruppen für ihr Engagement danken, die sich um unsere Stadt auf den verschiedensten Gebieten verdient gemacht haben.

Die Geschichte unserer Stadt haben die Einwohner, Kriege und Herrscher mitbestimmt. Alle hinterließen Spuren in der Geschichte Malchins. Seien es die Stadttore aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die markanten Gebäude wie die Kirche oder das Rathaus, die wenigen Denkmale, die Malchin vorzuweisen hat oder die freien Flächen in der Wargentiner und der Karl-Dressel-Straße, die man als sehr langsam heilende Wunden des letzten Krieges bezeichnen kann.

Natürlich machten auch, vornehmlich, Männer Geschichte.

Und mindestens ein Mann von diesen ist heute unter uns. Er hat sich den Spuren der Geschichte angenommen und sie wieder in das Bewusstsein der Malchiner gerückt und damit selbst Geschichte geschrieben.

Sehr geehrte Gäste, es ist Udo Dohms, den wir heute für sein Engagement danken möchten.

Als Malchiner Jung wurde er 1942 als Sohn eines Schmiedes und Maschinenschlossers geboren. Er besuchte die Grundschule und erlebte den schweren Anfang unserer Stadt nach dem verheerenden Weltkrieg mit. Wie er, wurden auch seine Brüder Handwerker, nämlich Maler, Fleischer, Friseur und Dachdecker.

Seine Lehre als Maler und Lackierer absolvierte er bei Malermeister Otto Schultz. 1967 legte er vor der Handwerkskammer Neubrandenburg seine Meisterprüfung ab.

Was sein Meisterstück war? Er musste eine Stube mit Malerei schmücken, zeigen, dass er die Zimmerdecke herrlich gestalten konnte und auch die Fenster und Türen wollten gestrichen werden. Die Herstellung einer Zeichnung der Wandmuster im Maßstab 1:1 und eine mündliche Prüfung rundeten alles ab.

Seit 1968 ist er als selbständiger Handwerker in Malchin bekannt. Die Liste seiner Ämter und Ehrenämter im Handwerk ist sehr lang.

Stellvertretender PGH Vorsitzender, Mitglied und später auch Vorsitzender der Meisterprüfungskommission, Vorsitzender der Gesellenprüfungskommission, Mitglied im Vorstand der Kunsthandwerker der Handwerkskammer Neubrandenburg, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Waren, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Waren, Mitglied im Vorstand des Aus- und Weiterbildungsverbundes Müritz e. V., Präsident der Handwerkskammer Neubrandenburg und später der von Ostmecklenburg-Vorpommern.

Sein Engagement für das Handwerk blieb natürlich nicht verborgen. Einige Ehrenurkunden schmücken die Wände im Hause Dohms. Udo ist Träger der Ehrennadel der Handwerkskammer Neubrandenburg in Bronze, Silber und Gold sowie Träger der Ehrennadel des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks in Gold. Seit dem Jahr 2008 ist er Ehrenpräsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Die Liebe zum Handwerk gab er seinen Kindern weiter. Sie sind Elektroinstallateurmeister, Schilder- und Lichtreklameherstellermeister und Maler- und Lackiermeister.

Als einer seiner Brüder sich aufmachte um im Westen ein neues Leben zu beginnen, blieb dessen Boot in Malchin zurück. Udo erlernte die “ e. V. Für seine unermüdliche Vereinsarbeit bekam er die Ehrennadel des Mecklenburgischen Seglerverbandes in Bronze, Silber und Gold.

Irgendwann möchte jeder einmal genauer wissen, wo er herkommt, wer seine Vorfahren waren. So erging es auch Udo Dohms. Seine Recherchearbeit führte ihn zum „Verein für Mecklenburgische Familien- und Personengeschichte“, e. V. dessen Mitglied er seit 2003 ist. Hier ist Udo als ein sehr aktives Mitglied bekannt. Seit dem Jahr 2015 arbeitet er an der Erstellung eines Ortsfamilienbuches für unsere Stadt. Alle in den Kirchenbüchern Malchins aufgeführten Personen trägt er per Computer zusammen und kann auf diese Weise ganze Familienzusammenhänge nachweisen. Die Herausgabe seines Buches, das bereits über 50.000 Personen enthält, ist für dieses Jahr geplant. Eine solche Mammutarbeit macht man nur einmal im Leben. Udo schenkt unserer Stadt damit ein Stück Geschichte zum Nachlesen.

Im Jahr 2010 stieß er die Diskussion um den Erhalt der Denkmale in unserer Stadt an. Beim Heimatverein rannte er damit offene Türen ein. Er nahm die Einladung zur Mitarbeit in unserem Verein an und wurde ziemlich schnell zu einem unserer aktivsten Mitglieder. Seit 2017 ist er der Zweite Vorsitzende des Heimatvereins.

Angangs wurden vor einigen Mahnmalen Tafeln gesetzt, die die Geschichte erläutern. Es folgten Diskussionen, Spendenaktionen und immer wieder Überlegungen, wie man die Denkmale sanieren und wieder in den Focus der Stadtgeschichte rücken könnte. Dabei blieb Udo immer beharrlich am Ball, redete mit Sponsoren und hielt Kontakt zu Politik und Behörden.

Das Ergebnis seiner ehrenamtlichen Arbeit sieht man am Wall an der Wargentiner Straße stehen. Die Stadt hat das Umfeld des Denkmals neu gestaltet, die Stadtvertreter stimmten für den Wiederaufbau des an die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges erinnernden Mahnmals, und so wurde ein Ort geschaffen, der unsere Stadt schmückt und zugleich die Sinnlosigkeit eines Krieges vor Augen führt. Dies haben wir Leuten wie Udo Dohms zu verdanken!

Natürlich bleibt sein Name untrennbar mit diesem Mahnmal verbunden. Es gibt aber noch weitere Zeugnisse seiner Arbeit in Malchin. So zum Beispiel die bemalten Hausgiebel in der Bahnhofstraße, die Deckenmalerei im unteren Flur des Rathauses und auch hier im Rathaussaal hat Udo gewirkt.

Die Energie, die Udo Dohms bei seinen Aktionen an den Tag legt, ist bewundernswert. Er gibt nicht auf. Sein Motto ist: einfach machen! Er zeigt uns, was man in einer kleinen Stadt wie Malchin schaffen kann.

Sehr geehrte Damen und Herren, anlässlich des Altstadtfestes verleiht der Malchiner Heimatverein den „Ehrenbrief der Stadt Malchin“ an Herrn Udo Dohms für sein ehrenamtliches Engagement auf dem Gebiet des Segelsports und für den Erhalt von bedeutenden Denkmalen unserer Stadt.

Artikel veröffentlicht am 12.07.2019 von Malchiner Generalanzeiger 14 / 2019