Die Darsteller (v. l. n. r.): Alexander Hörbe, Teresa Weißbach, Kai Scheve, Lara Mandoki, Esther Zimmering, Katharina Lorenz, Tim Bergmann/Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840/Quellenangabe: "obs/ZDF/Uwe Frauendorf"

ERZ kriminell - ein Freitag wie (k)ein anderer

Bockau

„Wos iss‘n bei Eich do uhm lus?“, diese Frage wurde uns am 19.07.2019 häufig im Geschäft gestellt. Grund dafür waren vielen parkenden Lkws und Pkws auf dem Parkplatz am Friedhof und in unserer Gärtnerei. Es waren die Fahrzeuge der NFP neue film produktion GmbH Berlin für Garderobe, Maske, Kostüm, Catering, Kamera- und Tontechnik, Ausstattung, Beleuchtung, Strom und vieles mehr. Ein Filmteam im Auftrag des ZDF war in Bockau, um Szenen des neuen Erzgebirgskrimis zu drehen.

Anfang April erreichte uns die telefonische Anfrage, ob wir unserer Gärtnerei im Sommer für die Produktion des neuen Erzgebirgskrimis für das ZDF zur Verfügung stellen würden. Nach verschiedenen Auswahlkriterien und Vorortterminen entschieden sich die Verantwortlichen für unsere Gärtnerei, als Drehtag wurde der 19.07.2019 festgelegt.

Bereits am Vortag kamen die Ausstatter und bereiteten mit Hendrik und Clemens viele Details für den Drehtag vor. Es wurden Requisiten zur drehbuchgerechten Umgestaltung des Außenbereiches unserer Gewächshäuser bepflanzt und positioniert. Ein Firmenschild - mit verändertem Namen - wurde angebracht, in den Gewächshäusern entstand neben verschiedenen Arbeitsbereichen sogar noch ein Büro. Am Freitag kam dann Bild- und Tontechnik dazu und ab Mittag begannen die Dreharbeiten. Für die Filmcrew war es ein ganz normaler Arbeitstag - für uns war das ein ganz besonderer Tag in unserer Firmengeschichte. 3 Darsteller, die beiden Kommissare (Lara Manduki, Kai Scheve) und ein Gärtner (Philipp Oehme), arbeiteten hochkonzentriert und ca. 30 Crewmitarbeiter sorgten ständig dafür, dass alle Drehmotive zur Zufriedenheit des Regisseurs erstellt wurden. Wir durften das miterleben und sahen, wie viele „unsichtbare“ Mitarbeiter für eine Filmszene notwendig sind, welche Zuarbeit jeder Einzelne leistet, reaktionsschnell und häufig körperlich sehr anstrengend. So muss am Drehort die Beleuchtung zügig umgebaut werden, die hochsensible Tontechnik wurde immer wieder neu platziert, um die Tonaufnahme in bestmöglicher Qualität zu erhalten, die Kamera benötigt die optimale Position und erst, wenn alle passt, gibt der Regisseur die Freigabe zum Drehen. Jede Szene wurde 2-mal geprobt und 2-mal gedreht. Im Umfeld wurde stets auf höchstmögliche Ruhe geachtet, damit wenige Fremdgeräusche die Tonwiedergabe stören. Das Summen einer Biene im Gewächshaus oder später Flugzeuggeräusche sorgten für den Abbruch der Dreharbeit. Im Laufe des Nachmittages entstand so Szene für Szene, immer wieder Umbauten vor Ort, die Kostüm- und Maskenbildner prüften und überarbeiteten die Optik der Darsteller, der Caterer versorgte alle Crewmitglieder während der Pausen mit Getränken, Mahlzeiten und kleinen erfrischenden Snacks. So trug jeder Mitarbeiter in seinem Bereich zum Gelingen der Szenen bei. In den Pausen blieb stets Zeit für interessante Gespräche mit den Crewmitgliedern. Einige Bockauer nutzen die Gelegenheit und unterhielten sich auf dem Parkplatz mit den Filmleuten, die allen Interessierten sehr freundlich und offen begegneten. Ab ca. 18.00 Uhr verließen dann die ersten Crewmitglieder Bockau wieder. Auch Kai Scheve und Lara Manduki verabschiedeten sich und fuhren heim. Der Parkplatz lichtete sich langsam wieder. Für eine kurze Nachtszene wurde noch auf die einbrechende Dunkelheit gewartet. Das war erneut mit Umbauarbeiten verbunden, hohe Scheinwerfer wurden installiert, ein Mond erschien und das Licht musste die richtige Stimmung erzeugen. Gegen 21.15 Uhr kam dann vom Regisseur die erlösende Ansage: „Drehschluss“ und die Crew freute sich über einen erfolgreichen Drehtag in Bockau. Nun durfte auch Philipp Oehme unsere Gewächshäuser hinter sich lassen und verabschiedete sich ins Wochenende. Ca. 30 Minuten später waren alle Drehutensilien in den restlichen Fahrzeugen verstaut. Nach einem herzlichen Dank und einer freundlichen Verabschiedung fuhr das Filmteam in das drehfreie Wochenende. Manche Crewmitglieder bleiben während der Drehzeit bis Mitte August in der Region, um das Erzgebirge noch besser kennenzulernen und zu genießen, sie fühlen sich hier sehr wohl und willkommen.

Wir warten nun gespannt, was wir bei der Ausstrahlung des „Tödlichen Akkord“ im ZDF von unserer Gärtnerei in ca. 3 Minuten Sendezeit „wiedererkennen“ werden und was überhaupt im Film passiert. Denn ob nun der Gärtner der Mörder war, wissen wir auch nicht. Einiges kann man inzwischen den lokalen Presseberichten entnehmen oder im Internet nachlesen.

Für uns war dieser Tag eine spannende Erfahrung und wir hoffen, dass die Dreharbeiten positiv zur weiteren überregionalen Bekanntheit des Erzgebirges beitragen und dass unsere Region davon nachhaltig profitieren kann.

Ihre Gärtnerei Teubner
Artikel veröffentlicht am 14.08.2019 von Bockauer Nachrichten 9 / 2019