Duo Arcopeggio - Matinee am Pfingstmontag war ein großer Erfolg

Bad Bergzabern

Im Rahmen der Rosenwochen fand schon die dritte Matinee am Pfingstmontag, dem 10. Juni 2019, mit dem Duo Arcopeggio statt. Wegen des Regens musste die Veranstaltung in das Haus des Gastes verlegt werden. Im voll besetzten Großen Saal konnte das Publikum das große Können und den Facettenreichtum der Kombination von Harfe und Violine, sowie das einfühlsame und impulsive Spiel der Musikerinnen auch dieses Mal vollauf genießen.

Stadtbürgermeister Dr. Fred-Holger Ludwig begrüßte im Namen der Stadt und der Stadtwerke das sehr zahlreich erschienene Publikum, sowie seinen Stellvertreter Martin Wichmann, zum ersten Kurkonzert des Jahres mit dem Duo Arcopeggio, das sind Eva-Maria Vischi mit ihrer Violine und Birke Falkenroth an der Harfe. Er fand es schade, dass das Wetter nicht mitspielte, doch er war sich sicher, dass alle das Konzert genießen werden. Er wünschte allen einen guten Morgen und freute sich, dass der Saal voll besetzt war. Er hofft, dass die Pfingstmontagsmatinee zur Dauereinrichtung wird.

Eröffnet wurde das Konzert mit der Cantabile von Niccolo Paganini.

Birke Falkenroth bekundete, dass sie beide es im Haus des Gastes sehr schön finden, vor allem müssten sie hier nicht ihre Notenblätter mit Wäscheklammern sichern, um nicht vom Winde verweht zu werden.

Es folgte ein Stück von Jean-Marie Leclair, der zunächst Geiger war und später Komponist wurde. In seinen letzten Lebensjahren wurde Leclair zunehmend eigenbrötlerischer. Seine Frau trennte sich von ihm, er zog in ein Haus in einem Viertel von Paris mit üblem Ruf, wo er am Morgen des 23. Oktober 1764 ermordet im Hausflur aufgefunden wurde. Bis heute ist nicht aufgeklärt, ob es Neider waren oder der Gärtner.

Zwei konzertante Tangos von Astor Piazolla, von denen hauptsächlich der zweite mit dem Titel "Night Club" ein Welterfolg wurde, wurden von dem Duo so einfühlsam und temperamentvoll dargeboten, dass sie das Publikum zu stürmischem Beifall hingerissen haben. Piazolla, der ein Verehrer der Barockmusik war, hatte selbst erst Erfolg, als er sich auf den Tango verlegte, der ursprünglich eher eine Musik der Unterschicht war.

Auf den Tango folgte Walzermusik. Der Walzer Nr. 2 von Schostakowitsch ist heute weltbekannt. Das populäre Stück wurde auch als Filmmusik verwendet.

In seinen vor allem für Salonorchester geschriebenen Kompositionen griff Jo Knümann gern auf Volksmusik verschiedener Länder zurück und gab den Stücken entsprechende Titel wie „Ungarisch“, „Russisch“, „Rumänisch“, „Schottisch“, „Arabisch“ u. a. Er war ein bekannter Komponist in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Duo Arcopeggio erhielt für das 1951 komponierte Stück "Rumänisch" langen, begeisterten Applaus.

Birke Falkenroth zeigte mit einer Komposition von Deborah Henson-Conant, was mit einer Harfe noch alles möglich ist. Sie spielte so intensiv auf den Saiten, dass man die Röcke der Flamencotänzerinnen wirbeln sah, das Aufstampfen der Füße wurde per Schlagen auf den Instrumentenboden umgesetzt. Wer die Harfe nur als zartes Instrument alter Musik kennt, wurde hier eines Besseren belehrt! Birke Falkenroth ist eine Meisterin dieses Instruments und erhielt frenetischen Beifall.

Die Komponistin Deborah Henson-Conant spielt seit dem zwölften Lebensjahr Harfe. 1982 gründete sei ihr erstes Jazztrio. Vermehrt spielt sie elektrische Harfe und versucht dabei, das musikalische Spektrum zwischen Blues und Flamenco abzudecken.

Das Duo hat mit der Musikauswahl voll ins Schwarze getroffen. Sie beherrschen ihre Instrumente, zeigen eine große Spielfreude und ihre große Liebe zur Musik.

Martin Wichmann, Beigeordneter der Stadt, und Stadtbürgermeister Dr. Ludwig überreichten Blumensträuße mit der Feststellung, dass sie auch dieses Mal alle verzaubert haben. Dr. Ludwig schlug vor, das Duo durch ein Bürgerbegehren per Akklamation für den nächsten Pfingstmontag, also nach seiner Amtszeit, wieder zu engagieren.

Martin Wichmann und Dr. Ludwig baten um eine Zugabe. Sie dankten den beiden Musikerinnen, deren beide Instrumente man nicht so oft zusammen hört.

Stehender Applaus motivierte Stadtbürgermeister Dr. Fred-Holger Ludwig, das Kurkonzert am Pfingstmontag zur festen Einrichtung zu machen. Das Publikum stimmte begeistert zu! Er bedankte sich auch bei der Kulturmanagerin Ursula Neeff, die ihn mit dem Duo bekannt gemacht hatte und bei den Stadtwerken Bad Bergzabern, die das Konzert gesponsert haben.

Ein ganz herzliches Dankeschön auch an Bettina Schneider vom Büro für Tourismus, denn ohne ihre große Unterstützung, ihre Organisation und ihren ehrenamtlichen Einsatz hätte es diese wunderschöne Matinee nicht gegeben.

Stadtbürgermeister Dr. Ludwig lud für Samstag, den 17. August 2019, um 20 Uhr zum OPEN AIR auf der Schlosstreppe mit "Magic Musicals" ein. Diese Musical-Gala setzt die Reihe der Schlossfestspiel fort, die im letzten Jahr mit "Hamlet" einen großen Erfolg feiern konnte und in den Jahren davor mit Open-Air-Opern begannen.

Für ihre beiden Zugaben erhielten die Teufelsmusikerinnen stehenden Applaus - Eva-Maria Vischi zeigte, dass sie ihre Violine auch als Zupfinstrument beherrscht.

Als Dankeschön für dieses wundervolle, mitreißende Kurkonzert betrat Jürgen Messler vom Café Das Neue Herzog mit seinem Bauchladen die Bühne und überreichte den Musikerinnen Rosenbaisers.

Die große Fangemeinde des Duo Arcopeggio hofft bald wieder in den Genusseines Konzertes mit diesen Musikerinnen zu kommen.

(Text und Fotos: Sulamay Fillinger)

Artikel veröffentlicht am von Südpfalz Kurier 25 / 2019