Neben den Workshops überzeugten auch die Kleidung uns Ausstattung der "Römer".
Auch eine römische Hochzeit wurde gefeiert.
Die Probierküche bot authentische Leckerbissen aus dem alten Rom.
Die Kinder verfolgten gebannt die Vorführungen.

Die Römer belagerten das Grubenfeld

Mayen

MAYN.KW. Auf dem Grubenfeld in Mayen waren am vergangenen Wochenende die Römer los, denn die Römergruppe Legio XXII Primigenia Pia Fidelis Cohors I campierte auf dem Areal der Erlebniswelt und zeigte den Besuchern detailgetreu das Leben zu Zeiten des Imperators Caesar vor etwa 2000 Jahren. Außerdem wurde die Gruppe von ARS ASTA, der Knochenschnitzerin, Nils dem Kelten und dem Bronzegießer Horst Dieter Lange unterstützte. Neben der Kriegsführung und dem Handwerk konnten die Besucher einer römischen Hochzeit beiwohnen und eine Modenschau mit detailgetreuer Kleidung aus der Zeit bestaunen. Die Legionäre zum Anfassen sind besonders für die kleinen Gäste die größte Attraktion. Mit Kettenhemd und Legionärsuniform demonstrierten sie das Lagerleben des Militärs. Bei sonnigem Wetter war das keine leichte Übung: „Dieses Kettenhemd wiegt etwa 13 Kilogramm. Darunter tragen wir außerdem dicke Kleidung aus Wolle“, erklärt Legionär Quintus Licinius Aulus. Das sei aber alles kein Problem: „Es macht Spaß und irgendwann gewöhnt sich auch die Schultermuskulatur an das Gewicht“. In der Probierküche konnten die Besucher Käse- und Olivenpasten sowie Brot kosten. Dabei verriet der Legionär, dass Olivenöl zur damaligen Zeit nicht nur zum Verzehr diente: „Waffen wurden damit gepflegt und es wurde auch in der Kosmetik und Medizin eingesetzte“, bestätigt der Legionär Aulus. Zum ersten Mal hatte die Keltentruppe Tribus Eburones ihr Lager auf dem Grubenfeld aufgeschlagen. Mit großem Aufwand erbauten sie ein Dorf, zeigten Handwerk und Schmiedekunst, sowie einen originalgetreuen Streitwagen. Georg Eul, der die Gruppe ins Leben gerufen hat, erklärte: „Der Stamm war damals in einem Gebiet von der Maas über Rhein und Ahr ansässig“, erklärt der Fachmann. Es sei überliefert, dass die Kelten die Römer erst in der Schlacht geschlagen haben und dann ein Jahr später von Caesar ausgerottet wurde. Etwa sieben Stunden braucht es, ein keltisches Dort zu erbauen. Georg Eul versucht Geschichte erlebbar zu machen: „In der Schule geht es meist nur um nackte Zahlen, die man um die Ohren geschmissen bekommt. Hier gibt es Geschichte zum Anfassen“. Davon machten die Besucher regen Gebrauch. So wie der achtjährige Hergen, der mit großer Begeisterung keine Mitmachstation ausließ. Der holländische Junge macht zurzeit mit seiner Familie Urlaub an der Mosel. Durch Zufall haben sie vom Mayener Römerfest erfahren und zeigten sich vom römischen Lager und den vielen Aktionen begeistert: „Die sehen alle so echt aus. Das ist toll“, schwärmt er.

Artikel veröffentlicht am 23.07.2019 von Mayen extra 30 / 2019