Foto: ZWAG
Probelauf der neuen Belüftungsanlage 2019, Foto: ZWAG
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Die Kinder und Jugendfeuerwehr Gröst informiert sich über die Trinkwassergewinnung und Schmutzwasserreinigung. Foto: ZWAG
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Der Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung (ZWAG) informiert

Braunsbedra

Die Fernwasseranbindung des Geiseltals kommt

Im Dezember 2017 hat die Verbandsversammlung des ZWAG einen Grundsatzbeschluss gefasst und den Verbandsgeschäftsführer beauftragt und bevollmächtigt, alle weiteren Beratungen und Abstimmungen zu führen und die technischen und rechtlichen Voraussetzungen mit der Zielstellung abzuklären, dass an Stelle der eigenen Trinkwassergewinnung über die Wassergewinnungsanlagen Schalkendorf/ Schortau und Mücheln eine künftige Anbindung an das Fernwassernetz der Fernwasserversorgung Elbaue – Ostharz GmbH (Rappbodetalsperre) treten kann. Die Basis für diese Beschlusslage stellten Grenzwertproblematiken ab dem Jahr 2011 in Bezug auf die chemischen Parameter Uran, Nitrat und Sulfat dar, die zum Teil auf die Änderung der Trinkwasserverordnung (durch Verschärfung der Grenzwerte für Uran und Sulfat) und zum Teil auf äußere Einflüsse im Bereich der Trinkwasserschutzzone (in Bezug auf den Parameter Nitrat) zurückzuführen waren. Das Gesundheitsamt des Saalekreises hatte daraufhin Auflagen und befristete Ausnahmegenehmigungen erteilt. Nach Abwägung der Alternativen (diverse Aufbereitungsverfahren/Bezug von Wasser aus anderen Wasserversorgungsanlagen) hat die Verbandsversammlung des ZWAG sich letztlich auf die Vorzugsvariante „Fernwasserbezug“ festgelegt.

Am 13. Mai hat die Verbandsversammlung des ZWAG einen endgültigen Beschluss dahingehend gefasst, dass an Stelle der eigenen Trinkwassergewinnung über die Wassergewinnungsanlagen Schalkendorf/ Schortau und Mücheln eine künftige Anbindung an das Fernwassernetz der Fernwasserversorgung Elbaue – Ostharz GmbH (Rappbodetalsperre) treten kann. Daraufhin wurden die Verträge unterzeichnet.

Noch im Jahr 2019 wird das umfangreiche Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt. Der Anbindepunkt an das Fernwassernetz befindet sich in Gleina (Burgenlandkreis). Um die Versorgungsbereiche Mücheln und Braunsbedra anschließen zu können, muss eine ca. 13 Km lange Zuführungsleitung errichtet werden. Die Fernwasserversorgung Elbaue – Ostharz GmbH wird ihr Netz bis Mücheln erweitern (ca. 7 Km). Der ZWAG realisiert die Anbindungsmaßnahmen zwischen Mücheln und Braunsbedra (ca. 6 Km). Danach ist eine sukzessive Umstellung auf weiches Wasser ab dem Jahr 2022 geplant.

„Stromfresser“ Zentralkläranlage?

Damit die biologische Abwasserreinigung im Klärwerk überhaupt funktioniert, benötigen wir kleine Helfer, nämlich Bakterien und Kleinstlebewesen. Sie bilden den sogenannten Belebtschlamm. Ähnlich wie wir Menschen benötigt der Belebtschlamm Sauerstoff.

Dieser wird mit großen Kompressoren erzeugt und über Luftleitungen zum Boden der Becken geleitet. Dort tritt die Luft aus sogenannten Belüfterelementen aus. Die Belüftung des Belebtschlammes benötigt große Mengen elektrischer Energie.

Seit der Inbetriebnahme der Kläranlage haben wir den Belüftungsprozess Stück für Stück optimiert. Im Jahr 2012 wurden erstmals die Kompressoren gegen moderne und gleichzeitig hocheffiziente Maschinen ausgetauscht. Die Belüfterelemente wurden regelmäßig gewartet und schließlich im Jahr 2017 durch eine komplette neue Belüftungsanlage ersetzt. Besonderheit der neuen Anlage sind hocheffiziente Belüfterplatten, die großflächig am Boden der beiden Reinigungsbecken montiert wurden. Sie können den Belebtschlamm sogar ohne Hilfe von zusätzlichen Rührwerken mit dem Abwasser durchmischen. Die Rührwerke wurden somit nicht mehr benötigt und ausgebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Energieverbrauch der biologischen Reinigungsstufe hat sich nahezu halbiert und liegt nun bei ca. 225.000 kWh/a.

Eine weitere Maßnahme, die eine erhebliche Energieeinsparung erbracht hat, war die Errichtung der Klärschlammvererdungsanlage. Da nun die Sonne und die Schilfpflanzen in den Becken die Trocknung des Klärschlammes übernehmen, konnte eine Klärschlamm – Zentrifuge außer Betrieb genommen werden. Diese Maßnahme hat eine sofortige Einsparung von 30.000 kWh/Jahr erbracht.

Eine Vielzahl an kleinen Modernisierungen wurde ebenfalls mit dem Schwerpunkt der Energieeffizienz durchgeführt. Dabei versuchen wir gleichzeitig immer technisch einfache und robuste Lösungen zu finden, die einen stabilen Kläranlagenbetrieb garantieren.

Im Vergleich zum Jahr 2012 konnte der ZWAG alleine auf der Kläranlage den Gesamtenergiebedarf halbieren und gleichzeitig die Reinigungsleistung der Kläranlage steigern. Wir sparen im Vergleich zum Jahr 2012 Strom in Höhe von 70.000 €/ Jahr ein.

Für jeden Einwohner, dessen Abwasser auf unserer Kläranlage gereinigt wird, kauft der ZWAG noch ca. 17 kWh/Jahr Strom ein. Im Jahr 2012 waren das noch rund 35 kWh/Jahr – eine in Deutschland übliche Größenordnung,

Unsere Kläranlage gehört aktuell zu den effizientesten Anlagen in ganz Deutschland.

durchgeführte Baumaßnahmen im Jahr 2018

Erneuerung Trinkwasserversorgungsleitungen

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Schnellrodaer Straße in Mücheln

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Verbindungsleitung Paul Keller Straße – Krumpaer Landstraße in Krumpa

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Teilstück Petschgasse in Krumpa

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Ernst Thälmann Straße in Krumpa

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Beginn Sanierung Hochbehälter in Mücheln

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Herstellung und Erneuerung Hausanschlüsse

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ca. 1.000 Wasserzähler im Verbandsgebiet gewechselt

Erneuerung Abwasseranlagen

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Erneuerung Rechenanlage und Sandwäscher/Zentralkläranlage

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Erneuerung Regenwasserleitung Teilabschnitt Poststraße, Braunsbedra

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Herstellung diverser Hausanschlüsse

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Beginn Sanierung Regenklärbecken Lützkendorfer Straße in Krumpa

Wir wollen auch im Jahr 2019 für unsere Kunden investieren!

Trinkwasser:

Sanierung HB Mücheln

Erneuerung TWL Beethovenstraße / Heinrich Heine Straße, Mücheln

Erschließung Wohngebiet Strandallee, Stöbnitz Kreuzung Werkstraße, Lauchstädter Straße

Erneuerung TWL Am Friedhof 1- 2 Krumpa

Erneuerung TWL, Krumpa, Petschgasse, Parkstraße

Erneuerung Zuleitung Altenheim Braunsbedra

Hausanschlüsse im Verbandsgebiet

Beginn Planungen/Vorbereitungen zur Fernwasseranbindung

Abwasser:

Wiederinbetriebnahme Regenklärbecken Lützkendorfer Straße

Herstellung einer zusätzlichen Ableitung für Regenwasser in die Geisel

Linersanierung eines Abwassersammlers am Oberen Eptinger Rain in Mücheln

Verwaltung:

Anschaffung neues Gebührenabrechnungssystem, um den heutigen neuen gesetzlichen Anforderungen (elektronische Rechnungslegung/Rechnungseingang, usw.) gerecht werden zu können

Nebenwasserzähler

• Wussten Sie schon …;

dass der ZWAG für jeden aus einem Trinkwasserbrunnen geförderten (nicht verkauften!) Kubikmeter Wasser 5 Cent an das Land Sachsen – Anhalt zahlen muss? Diese öffentliche Abgabe nennt sich „Wassercent“. Sie ist durch uns jährlich in Höhe von ca. 40.000 € zu entrichten und ist Bestandteil der Trinkwassergebühr.

Auch auf Grund der Kosten dieses „ Wassercents“ arbeiten wir ständig daran, durch Überwachung der Netze, durch die Ortung von Wasserverlusten und durch Neubaumaßnahmen die Netzverluste zu reduzieren. Unser Ziel heißt: Es soll so wenig wie möglich Geld „versickern“.

Das Gegenstück zum Wassercent heißt „Abwasserabgabe“. Diese ist ebenfalls jährlich an das Land Sachsen – Anhalt zu entrichten (Größenordnung ca. 20.000 €), weil das gereinigte Schmutzwasser der Zentralkläranlage in die Geisel bei Frankleben eingeleitet wird und insoweit die Benutzung eines Gewässers erfolgt.

• An unsere Kunden von Morgen

Wir informieren gern Kindergärten/Schulklassen zu aktuellen Themen. Sprechen Sie uns einfach an (Ansprechpartnerin Anett Schaumburg, 034633 32223)

Besuchen Sie auch unseren Wasserlehrpfad am Stadion Braunsbedra

Artikel veröffentlicht am 12.06.2019 von Bote des Geiseltales - Heimatzeitung der Stadt Braunsbedra 6 / 2019