„Der Wilde Norbert“ ist los...!

Aystetten

Gleich die ersten zwei Tage im Juni ging es heiß her, nicht nur wegen des traumhaften Wetters, sondern weil „Der wilde Norbert“ an diesem Wochenende im Haus St. Martin sein Unwesen trieb.

Angeregt durch eine heitere Fabel von Michael Ende über einen unangenehmen Zeitgenossen, der alle Tiere tyrannisiert und ihnen als Feind begegnet, entstand ein wunderbares Musiktheater, das Jung und Alt in seinen Bann zog.

Gestaltet wurde das Stück von der Jugendmusiktheatergruppe und den Schülerinnen und Schülern der Musik- und Bewegungsklassen 3 und 4 mit Unterstützung von Gastschauspielerin Raphaela Beyer und Musikschulleiterin Erika Karez. In langer Vorarbeit wurden eigene Szenen entwickelt, es wurde komponiert und getextet sowie Tänze und Choreografien einstudiert. Musikalisch begleitete das Lehrer-Schülerorchester alle emotionalen Höhen und Tiefen. Und da gab es einige. Ob Norbert (gespielt von Papa Patrick Pohl) mit lautem Gebrüll durchs Publikum auf die Bühne stürmte und alle den Atem anhielten oder beinahe meditative Klänge die Wanderung von Sonne und Mond begleiteten, Musik und Schauspiel gingen wunderbar Hand in Hand. Dabei war man nicht nur über die lebendige Darstellung und Spielfreude der Schüler erstaunt, sondern auch über deren gekonnten Gesang, Musik und Tanz .

Witzig und charmant wurde es bei der Konferenz der Tiere, als diese variantenreich darüber nachdachten, wie Norbert Nackendick zur Vernunft gebracht werden könnte: Das Warzenschwein Berthold Borstig war beispielsweise für eine eher unsanfte Form der Vertreibung, die von der feinen Elefantendame Aida Rüsselzart als höchst verwerflich bezeichnet und deshalb entschieden abgelehnt wurde. Das Duo der Erdmännchen wollte binnen zwei Wochen eine Grube graben und buddelten eifrig darauf los. Der Vorschlag der wilden Affen bei Amazon einen Käfig zu bestellen, sorgte zwar im Publikum für großes Gelächter, wurde vom Löwen, der den Vorsitz inne hatte, jedoch aus Geldmangel abgelehnt. Auch der belesene und geistig verkopfte Marabu Eusebius Schlammbohrer zauberte beim Zuschauer ein Lächeln auf die Lippen. Leider konnte er ebenso niemanden für seinen zunächst hochtrabend formulierten Vorschlag, mit Nackendick zu sprechen, gewinnen.

Gerade noch schmunzelnd über den Einfallsreichtum der Tiere, wurde der Besucher von schrägen Posaunenklängen und Gebrüll erneut in Norberts Toben und Wüten entrissen, der nun endgültig alle Tiere vertrieb. Dank der List des kleinen Madenhackers Karlchen Klammerzeh (gespielt von Raphaela Beyer) und dem großen Wunsch als Alleinherrscher ein eigenes Denkmal zu haben, konnte Nackendick überlistet werden.

Anrührend wurde es zum Schluss, als der geschrumpfte Norbert aus seinem Panzer herausfiel und klein und schutzlos von den anderen Tieren staunend aber freundlich aufgenommen wurde.

Und so kann man getrost sagen Ende gut, alles gut. Denn der Applaus sprach für sich und das traumhafte Wetter lud im Anschluss der Premiere bei Speis und Trank zum Verweilen ein.

traumhafte Wetter lud im Anschluss der Premiere bei Speis und Trank zum Verweilen ein.

Artikel veröffentlicht am 13.06.2019 von Aystetten Aktuell. Wir über uns 12 / 2019