Corona geht uns alle an

Winsen
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

die letzten Tage haben uns gezeigt, wie schnell sich Dinge verändern und wir uns auf neue Situationen einstellen können. Zumindest die meisten von uns. Nach wie vor unverständlich ist mir die Ignoranz, Gleichgültigkeit und auch Verantwortungslosigkeit mancher Menschen, die anscheinend wirklich der Meinung sind, das Thema „Corona“ würde sie nicht betreffen. Dass sie dabei mit ihrem Leben spielen ist eine Sache, allerdings trägt jeder von uns auch die Verantwortung dafür, dass sich nicht durch ihn die Epidemie weiter ausbreitet und Menschen infiziert werden und daran sterben. Darum wirklich noch einmal mein dringender Appell an alle: Leute, bleibt zu Hause und geht nur für die Dinge vor die Tür, die sich wirklich nicht vermeiden lassen! Man muss jetzt weder mit der Walkinggruppe unterwegs sein noch sich im Baumarkt rumtreiben, um da Primeln für den Vorgarten zu kaufen, nur weil man das schon immer so gemacht hat. Wir sagen weder die Osterfeuer ab noch schließen wir die Dorfgemeinschaftshäuser uvm., weil wir Spaß daran haben oder jemand ärgern wollen, wir machen das zum Schutz der Bevölkerung. Nicht leichten Herzens, aber aus tiefster Überzeugung, dass das die einzig richtige Maßnahme ist um Sie alle und auch uns selbst so gut es geht vor einer Infektion zu schützen. Jetzt ist nicht immer, jetzt ist Krise! Und Krise heißt umdenken, denn schon in wenigen Tagen wird uns bewusst sein, wie unwichtig die blöden Primeln sind und wieviel wichtiger es gewesen wäre, vorsichtig zu sein. Ich stelle leider immer wieder fest, dass es doch noch einen nicht unerheblichen Prozentsatz an Menschen gibt, denen dass nicht klar ist. Ein anderes Thema sind die Hamsterkäufe. Sind wir wirklich alle mittlerweile nur noch Egoisten und zählt nur noch das Ich? Bei manchen Zeitgenossen scheint sich das Hamstern zu einer Art Lebenszweck entwickelt zu haben. Dabei ist es völlig unnötig, denn die Regale in den Supermärkten sind nur deshalb leer, weil extrem mehr gekauft wird und die Produzenten nicht die Logistik haben, um so schnell nachzuliefern. Die Hersteller produzieren weiter, wo soll also das Problem sein, dass es auch morgen wieder etwas gibt? Bei normalem Kaufverhalten gäbe es keine leeren Regale, wir machen uns also gerade selbst verrückt. In China, wo sich die Verhältnisse langsam wieder normalisieren, ist meines Wissens nach niemand verhungert – warum sollte das in Europa mit einer weitaus besseren Infrastruktur passieren? Das ist wirklich nicht zu erwarten. Also, ein bisschen mehr Verantwortung, ein bisschen mehr Vertrauen in unser Land und in unsere eigenen Fähigkeiten, aber bitte eine große Portion weniger an Egoismus. Lieber sollten wir darüber nachdenken, wie wir auch die mit unterstützen können, die sich auf Grund von Alter und Krankheit nicht selbst helfen können. Es wäre schön, wenn hier wieder ein „Wir“ spürbar wäre. Aber mir sind schon tolle Beispiele aus verschiedenen Ortsteilen präsenteiert worden, die mir berechtigten Anlass zur Hoffnung geben. Aktuelle Hinweise hierzu werden wir auf unserer Homepage www.winsen-aller.de veröffentlichen, um darüber tagesaktuell zu informieren. Seien Sie bitte versichert, dass wir alle gemeinsam diese Krise meistern können, wenn wir klug, besonnen und verantwortungsvoll handeln und Vertrauen haben, dass unser Staat mit all seinen Institutionen und Behörden, wozu auch Ihre Gemeindeverwaltung gehört, funktioniert. Geben Sie uns aber auch bitte die Zeit, dass wir diese auch für uns besondere Situation erst einmal organisieren und somit sicherstellen können, dass an alle und alles gedacht ist. Passen Sie auf sich und andere auf, bleiben Sie gesund und lassen Sie uns diese für uns alle nicht leichte Zeit GEMEINSAM durchstehen.

Ihr Dirk Oelmann
Artikel veröffentlicht am 26.03.2020 von Mitteilungsblatt der Gemeinde Winsen 13 / 2020