Neue Technik auf der Felsburg: Die einem Tannenbaum nachempfundene Metallkonstruktion steht auf dem Burgkeller. Sie wurde von Arbeitskreismitglied Wolfgang Knaust konstruiert. Das entlastet den Arbeitskreis, der dringend weitere Unterstützer braucht. Bis zu 1000 Arbeitsstunden pro Jahr sind schon geleistet worden.
Hand in Hand: auf dem Heiligenberg stellten in 400 Metern Höhe Mitglieder des Heiligenbergvereins Gensungen und des Stammtisches „Die Bärenfänger” eine sieben Meter hohe Fichte aus dem Markwald Beuerholz auf. Der Baum wurde erstmals mit neuen Spanngurten befestigt.

Burgverein Felsberg 1885 e. V.

Felsberg

Lichterglanz von den Burgen - Arbeitskreise installierten Weihnachtsbeleuchtung

Von Manfred Schaake

Burg Heiligenberg und die historische Felsburg im Edertal werden ab dem Samstag vor dem ersten Advent im vorweihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen. Bis zum Heiligen Dreikönigstag am 6. Januar ist die Festbeleuchtung im Edertal Tradition. 30 Mitglieder des Heiligenbergvereins Gensungen und des Burgvereins Felsberg unter Leitung der Arbeitskreisvorsitzenden Dieter Preiß und Erik Herzog haben den Weihnachtsbaum aufgestellt. Auf der Felsburg wurde dem 30 Meter hohen Turm eine Lichterkrone aufgesetzt und zum zweiten Mal auf dem Burgkeller eine Metallkonstruktion aufgestellt, die einem Tannenbaum nachempfunden ist. Der Heiligenberg-Turm ist bis 6. Januar für Besucher gesperrt.

Strahlender Sonnenschein hat diesmal die Arbeiten begleitet, und doch hat es die Helfer bei Temperaturen um fünf Grad kalt erwischt. Kein Problem für die Heimatfreunde, hat doch die Weihnachtsbeleuchtung auf den Burgen für beide Vereine seit mehr als 55 Jahren Tradition.

1964 wurde auf dem Heiligenberg erstmals eine Tanne aufgestellt und mit elektrischen Lichtern bestückt, erinnert sich Fritz Strack (80), der Ehrenvorsitzende des Heiligenbergvereins. Er ist von Anfang an dabei und kann so manche Anekdote erzählen.

„Früher haben acht bis zehn Männer den Baum auf die Burg getragen”, erinnert sich Strack, und er kennt noch all die kräftigen „Zugpferde”. Unter ihnen der damalige 2. Vorsitzende Georg Hopf. Dessen Nachbar Kurt Dippel zeigte er mal ein Foto von diesem Kraftakt, und der versprach: „Ich helfe Euch in Zukunft mit dem Traktor.” Das ist nun schon 23 Jahre her.

Sohn Wolfgang Dippel und Jörg Döring haben diesmal eine sieben Meter hohe Fichte im Markwald Beuerholz geschlagen und auf die Burg gefahren. Von der Wiese aus muss der Baum dann noch mit viel Kraft auf dem Turm gehoben werden, der als „Hessenlandes Krone” bekannt ist. Bis zum 6. Januar muss man auf den Blick vom Turm aber verzichten.

Auch diesmal war die bärenstarke Unterstützung des Stammtisches „Die Bärenfänger” gefragt. „Ohne unsere Bärenfänger geht es nicht”, sagt Fritz Strack.

Beim Burgverein wurden diesmal Pflegearbeiten im Landschaftsschutzgebiet ausgeführt und zum zweiten Mal nach 55 Jahren anstelle einer Fichte eine Metallkonstruktion aufgestellt, die dem Baum nachempfunden ist. Aus 150 Kilogramm Vierkant-Rohr und über 250 Glühlampen hat Wolfgang Knaust einen sieben Meter hohen „Baum” konstruiert, der eine Tanne ersetzt. Schon im Vorjahr gab es dafür viel Lob und Anerkennung.

Der Felsberger Bauernsohn ist seit vielen Jahren Mitglied des Arbeitskreises, der für die Konstruktion mehr als 50 Stunden opferte. Erik Herzog, Vorsitzender des Arbeitskreises mit jährlich schon bis zu 1000 Arbeitsstunden: „Die Konstruktion ist sehr gut gelungen und für uns alle eine wesentliche Erleichterung, die Felsburg in den weihnachtlichen Glanz zu bringen.” Es war immer schwieriger geworden, für die Burg geeignete, schöne Bäume zu finden, „und der Transport auf die Burg war nicht ungefährlich”.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass eine gute Idee umgesetzt wurde und die Konstruktion so gut ankommt”, sagte Herzog. Hatte der Arbeitskreis mal 27 Mitglieder, so seien es jetzt nur noch 17. Und vor den Ältesten - Johann Lukas (86), Günther Heidler (82), Georg von Vogt (81) und Reinhold Ingrisch (80) - müsse man voller Respekt den Hut ziehen. Herzog: „Wir brauchen jetzt dringend Menschen, die sich weiter für unsere Felsburg engagieren.”

Zum Abschluss der Arbeiten trafen sich die Felsberger zum gemütlichen Beisammensein. Herzlichen Dank sagte der Arbeitskreis Enno Salzmann für die Verpflegung.

HINTERGRUND

Jedes Jahr viele tausend Besucher

Drei-Burgen-Stadt - mit diesem Slogan wirbt Felsberg gern. Doch die Altenburg darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Die Eigentümerfamilie von Boineburg zu Lengsfeld hatte sie im Mai mit Unterstützung des Burgvereins Felsberg an einem Tag geöffnet, und es kamen viele Besucher. Viele tausend Besucher sind es alle Jahre wieder auf dem Heiligenberg und der Felsburg. Der Heiligenberg gehört dem Schwalm-Eder-Kreis, die Felsburg dem Land Hessen. Der Burgverein Felsberg und der Heiligenbergverein Gensungen, die die Anlagen betreuen, sind Träger des Paul-Dierichs-Preises der HNA und des Hessischen Denkmalschutzpreises. Mit diesen Auszeichnungen wurde das jahrzehntelange Engagement um den Erhalt und die Pflege beider Baudenkmäler gewürdigt.

Gegründet hat beide Vereine der königliche Forstmeister Karl-Wilhelm Faber (1824 - 1897), Sohn des Metropolitans Karl Faber. Der Förster sorgte dafür, dass der Heiligenberg - in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine kahle, steinige Kuppe - aufgeforstet wurde. Fabers Grab auf dem Felsberger Friedhof wird heute noch vom Burgverein gepflegt. m.s.

Fotos: Manfred Schaake
Artikel veröffentlicht am 26.11.2019 von Felsberger Nachrichten 48 / 2019