Hermann Reith
Die Mitglieder des Ortsbeirat Kerzell
Einige Bürger verfolgten mit Interesse die Beratungen des Ortsbeirat Kerzell.
Ortsvorsteher Steffen Reith

Bürgerinitiative Zu(g)kunft Kerzell hat hart gekämpft und ihre Ziel fast erreicht

Eichenzell

Die Verlegung der Buslinie aus der Fatimastraße bereitet dem Ortsbeirat noch Sorgen

Eichenzell (UB). Der oft schon kontrovers diskutierte Aus- und Neubau der viel befahrenen Bahnstrecke Hanau-Fulda wurde auch wieder in der letzten Sitzung des Ortsbeirat Kerzell thematisiert. Ortsvorsteher Steffen Reith begrüßte die Mitglieder des Ortsbeirat, den ehemaligen Ortsvorsteher Horst Hainer, Gemeindevorstandsmitglied Edeltraud Reith und einige interessierte Bürger. Er stellte fristgerechte Einladung und Beschlussfähigkeit fest. Zum Protokoll der letzten Sitzung vom 03.12.2018 gab es keine Einwände.

Bericht des Ortsvorstehers

In seinem Rechenschaftsbericht verwies Reith auf die verschmutzen Stühle im Bürgerhaus hin, die mittlerweile nicht mehr vorzeigbar sind. Ortsbeiratsmitglied Diana Reith erhielt die Zusage der Gemeinde, dass die Stühle nun zeitnah einer gründlichen Reinigung unterzogen werden sollen. Der Ortsvorsteher berichtete auch darüber, dass die Geschwindigkeitstafel in der Hanauer Straße für großes Aufsehen sorgt und erfreulicherweise ein deutlich langsameres Fahren in dieser Straße zu beobachten ist. Die Betreuung der Geschwindigkeitsmesstafel obliegt nun dem Ortsbeirat. So kann der Ortsbeirat zukünftig selbst entscheiden, an welchen kritischen Straßen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden sollen. Kritisch bemerkte Reith, das sich der Akku der Tafel sehr schnell entleert und der Tafelbeauftragte Christoph Jestädt den Akku sehr oft wechseln und neu aufladen muss. Reith: “So hat Christoph Jestädt quasi ein neues Hobby.“ In seinem Bericht ging Steffen Reith auf aktuelle Themen ein, die im Ortsteil Kerzell derzeit passieren und ablaufen. So wurde die Retensionsfläche am Sportplatz sehr schnell ausgebaggert, nachdem der Sportverein und der Ortstbeirat ihre Zustimmung erteilt haben. Hintergrund für die Zustimmung war, dass die Fläche weiterhin als Parkplatz für die Besucher der Fußballspiele genutzt werden kann. In den nächsten Wochen soll die Fläche nun verdichtet, angesät und Rasengittersteine gesetzt werden.

Mit etwas Wehmut berichtete Reith davon, das die bekannte „Höhle Linde“ krankheitsbedingt gefällt werden musste. Das Wahrzeichen von Kerzell konnte trotz zahlreicher Rettungsversuche durch die Gemeinde nicht mehr gerettet werden. Eine Ersatzbepflanzung soll vorgenommen werden. Mit Freude verkündete der engagierte Ortsvorsteher, dass die dringend notwendige Sanierung des Kfd-Raums nun voran schreitet und das mit einer Fertigstellung des Raumes bis Ende Juni 2019 zu rechnen ist. Der Ortsbeirat hat bei der Gemeinde beantragt, das der Weg entlang der Hattenhöfer Straße und weiter zwischen Scania und dem Gartencenter Dehner befestigt werden soll und ein fester Radweg gebaut werden soll.

Hier hofft der Ortsbeirat im Sinne der Bürger für eine baldige Realisierung. Lobend erwähnte Reith, das die Gemeinde dafür sorgte, dass die Außenlautsprecher im DGH zukünftig wieder funktionieren und das die Gemeinde eine Wiese bei der Firma Scania gesäubert hat, die stark mit Müll beschmutz war. Im Sporthaus Kerzell funktionieren die Duschen nicht richtig. Die Mitglieder des Gemeindevorstandes besuchten bei einem Ortstermin alle gemeindlichen Sporthäuser und stellten zahlreiche Mängel fest. Reith zeigte sich zuversichtlich, das für das Sporthaus Kerzell zeitnah eine Lösung gefunden werden kann. Für die Sportanlage wurde ein neues Bewässerungsgerät bestellt. Das Dach der Leichenhalle wird nun im Herbst 2019 repariert und die Kellerfenster in der „Alten Schule“ sollen erneuert werden. Die Gemeinde wurde vom Ortsbeirat gebeten, die Schallschutzwände auf der Fatimabrücke zu säubern, da diese mit unschönen Grafittis besprüht wurden. Ortsbeiratmitglied Christoph Jestädt teilte der Gemeinde mit, dass die Rasen- und Grünfläche zwischen der Feuerwehr und dem Hollersacker sich als sogenannte Bienenweise und als Blühstreifen eignen würde. Die Kerzeller Imker sind auch bereits aktiv geworden und haben oberhalb der Kirche eine Fläche von 250 Quadratmeter als Blühfläche angelegt. Der langjährige Ortsvorsteher Horst Hainer lobte das Engagement der heimischen Imker für die schützenswerte Bienen und Insektenwelt. Er dankte der Gemeinde Eichenzell und dem Gartencenter Dehner für die kostenlose Bereitstellung von Blumensamen. In seinem umfangreichen Bericht teilte Reith den Sitzungsteilnehmern mit, dass der Weg nach Tiefengruben beziehungsweise Hattenhof wegen dem Bau einer komplett neuen Bahnbrücke voraussichtlich bis November 2019 nicht genutzt werden kann. Mit Freunde nahmen die Sitzungsteilnehmer zur Kenntnis, dass die Planungen für eine beantragte feststehende Bühne für das Bürgerhaus nun nach den Sommerferien endlich erfolgen sollen. Zum Abschluss seines Berichtes dankte Reith allen Ehrenamtlichen, die sich um die Pflege der Bildstücke im Ort kümmern und die sich anderweitig irgendwie engagieren. Steffen Reith und Christoph Jestädt besuchten die engagierten Bürger und überreichten ihnen ein kleines Präsent. Ortsvorsteher Reith konnte auch wieder einigen Bürgern zu hohen Geburtstagen gratulierte und er gratulierte auch der Firma Stuck Putz Witzel zum 66. jährigen Firmenjubiläum. Reith bezeichnete die Firma als Aushängeschild und Leuchtturm für die Gemeinde.

Aktuelles zur Bahnstrecke Fulda-Frankfurt

Die Bahnstrecke Fulda-Frankfurt (Hanau-Fulda) wurde in der Sitzung erneut thematisiert (wir berichteten bereits mehrmals über dieses Thema) und die Sitzungsteilnehmer waren sich einig, dass bei der favorisierten Streckenführung ein gutes Ergebnis für Kerzell herausgekommen ist. Dies sei auch ein wesentlicher Verdienst der Bürgerinitiative Zu(g)kunft Kerzell und dessen Vorsitzenden Hermann Reith. Reith berichtete in der Sitzung noch mal kurz von der Gründung der Bürgerinitiative und von den bisherigen Beratungen in den Dialogforums Hanau-Würzburg/Fulda, die alle Sichtweisen der Betroffenen rund um das Projekt erörtern und auswerten sollen. Derzeitiger Stand ist, das die Variante IV nach Abwägung aller Vor- und Nachteile der untersuchten Streckenvarianten die beste Lösung ist. Die Variante IV hat im Vergleich mit anderen Varianten, die durch Spessart und Vogelsbergvorland verlaufen, kürzere Wege zur Autobahn A66, so dass der Baustellenverkehr die Siedlungsgebiete weniger stark durchfahren muss und damit weniger Menschen beeinträchtigt. Hermann Reith und die Bürgerinitiative Zu(g)kunft kämpften seit vielen Monate mit Nachdruck für eine Streckenführung, die den Ortsteil Kerzell und auch den Ortsteil Löschenrod nur wenig belasten. Reith erläuterte die weitere Vorgehensweise und den organisatorischen Ablauf des noch laufenden Raumordnungsverfahrens. Reith sah die Ziele der Bürgerinitiative als weitestgehend erreicht an und er freute sich, dass durch das beharrliche Engagement der BI eine gute Lösung für Kerzell erreicht werden konnte. Die Bahnstrecke soll nun mit betroffenen Anliegern kritisch abgelaufen werden, um festzustellen, wo ein Lärmschutz an der Bestandstrecke notwendig ist.

Danach sollen Vorschläge zum Lärmschutz formuliert werden und bei den zuständigen Stellen beantragt werden. Steffen Reith bedankte sich bei seinem Namenskollegen Hermann Reith und bei allen Mitgliedern der Bürgerinitiative für ihren unermüdlichen Einsatz für den schönen Ortsteil Kerzell. Steffen Reith: “Ich bin sehr froh, das nun die Variante V vom Tisch ist, die den Ort mit einem zusätzlichen Gleis stark belastet hätte.“

Verlegung Buslinie aus der Fatimastraße

Zum Thema der Verlegung der Buslinie hinaus aus der Fatimastraße konnte Reith über keine positive Entwicklung berichten. Hier gibt es bislang immer noch keine konkrete Lösung. Die Eltern haben weiterhin Angst um ihre Kinder, weil die Busse in dieser Straße schnell fahren. Dies wird zumindest „gefühlt“ als schnell wahrgenommen, so Reith. Die Gemeinde teilte mit, dass diese Verlegung nur mit hohen finanziellen Mitteln ermöglicht werden kann. Im Rahmen des Nahmobilitätskonzeptes möchte sich die Gemeinde Gedanken machen und gegebenenfalls Fördermittel für diese Baumaßnahme beantragen. Reith:“ Wir bleiben bei diesem wichtigen Thema auf jeden Fall dicht am Ball.

Verschiedenes

“Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes konnte Reith positiv berichten, dass die Platten und das Geländer vor dem Jugendraum ausgetauscht beziehungsweise befestigt wurden. Der Aufgang ist auch gesichert worden. Negativ stellte Reith zum Jugendraum fest, dass nach einer Feier eine Hauswand beim Nachbarhaus verschmutzt wurde und dass die vorgeschriebenen Lärmpegel von den Jugendlichen nicht eingehalten werden. So kommt es immer wieder zu Beschwerden von den Nachbarn. Von einem Verein wurden sogar Schlüssel nachgemacht und an andere Jugendliche ausgehändigt. Deshalb musste Steffen Reith den Jugendraum kurzzeitig schließen, um Unbefugten den Zugang zu verweigern. Mittlerweile hat zwischen den Jugendlichen, dem Jugendbetreuer Andreas Theilig und Ortsbeiratsmitglied Diana Reith ein klärendes Gespräch stattgefunden. Diana Reith hat die Jugendlichen gebeten, sich Gedanken über einen alternativen Standort zu machen, weil der Jugendraum am heutigen Platz völlig ungeeignet ist. Die Suche nach geeigneten Alternativen soll jetzt mit vereinten Kräften weitergehen. Ortsvorsteher Steffen Reith führte gut vorbereitet und zügig durch die Sitzung. Somit konnte die Sitzung trotz zahlreicher Berichterstattungen bereits nach etwas über einer Stunde beendet werden. Kerzell macht es vor, dass politische Beratungen auch zügig abgehandelt werden können.

Ortsvorsteher Steffen Reith

Artikel veröffentlicht am 15.04.2019 von Mitteilungsblatt für die Gemeinde Eichenzell 16 / 2019