Eine Garage mit Flachdach wurde bereits errichtet (rechtes Haus), was jedoch gegen den Bebauungsplan spricht. Nun wollte der linke Nachbar eine Garage mit Satteldach bauen und der Gemeinderat entschied, dass die Flachdachgarage ebenfalls mit einem Satteldach ausgestattet werden muss.
Einige Diskussionen gab es im Inzeller Gemeinderat wegen Nichteinhaltung des Bebauungsplanes. Das Treppenhaus auf der Nordseite soll nun nach Rücksprache mit Landratsamt und Gemeinde zurückgebaut werden.
Vom Ingenieurbüro wurde beantragt, die Fußpfette des Quergiebels entsprechend der vorgelegten Planung auszuführen, um den Raum in Richtung Süden hin zum Balkon an den Seiten voll nutzen zu können. Würde der Quergiebel direkt bis nach unten gezogen, entsteht im Wohn-/Essbereich eine so geringe Raumhöhe, dass eine Nutzung stark eingeschränkt wäre. Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage nun entwickelt und wie das Landratsamt entscheidet.
EIn Bauantrag für die ehemalige Pizzeria Massimo wurde gestellt.Es sollen zusätzlich vier Wohnungen eingebaut werden.

Bauanträge wurden im Inzeller Gemeinderat behandelt

Inzell

Strittige Diskussionspunkte vor allem im Baugebiet Gschwall Nord

Inzell (we) – Einige Diskussionen gab es in der Gemeinderatsitzung, als es darum ging, gestellte Bauvorhaben abzusegnen. Dabei geriet auch das Ingenieurbüro in die Kritik und es entstand zudem eine kontroverse Meinung zum Landratsamt. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation nun entwickelt.

Bauherr Alexander Vintila aus Garching hat im August 2016 das geplante Wohngebäude mit drei Wohneinheiten und sechs Stellplätzen am Falkenseeweg 3 im Genehmigungsfreistellungsverfahren beantragt. Der Baubeginn erfolgte dann im September 2016. Mitunter wurde vom Bauherren der Antrag auf Tektur zum genannten Bauvorhaben gestellt. Er erklärte sich dabei bereit, den Umbau des Treppenhauses mit aufzunehmen und entsprechend des Bebauungsplanes umzusetzen. Für den Quergiebel in Richtung Süden soll einer Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes zugestimmt werden.

Für die Nutzung des Dachgeschosses ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Raum in Richtung Süden hin zum Balkon an den Seiten voll genutzt werden kann. Es kann auch ein entsprechender Ausgang auf den Balkon errichtet werden. Würde der Quergiebel direkt bis nach unten gezogen, entstünde im Wohn-/Essbereich eine so geringe Raumhöhe, dass eine Nutzung stark eingeschränkt wäre. Daher wurde beantragt, die Fußpfette des Quergiebels entsprechend der vorgelegten Planung auszuführen.

Nach Aussage des Ingenieurbüros Riesemann wurde diese Lösung (Rückbau Nord Treppenhaus und Befreiung Süd) auch schon zuvor mit dem Landratsamt (Herrn Seeholzer und Herrn Israel) besprochen und von dort entsprechend frei gegeben.

Aus planungsrechtlicher Situation stellt sich die Lage wie folgt dar, dass die Grundzüge des Bebauungsplanes nicht verändert werden, Nachbarn nicht betroffen sein dürfen und das Vorhaben städtebaulich vertretbar sein muss. Da die Nordseite bereits zurückgebaut wird, würde ein weiterer Rückbau der Südseite unter Umständen zu einer unverhältnismäßigen Härte führen. Es gab seitens der Gemeinde mehrere Termine mit dem Landratsamt und nach langem Hin und Her entschied man sich zu diesem Kompromissvorschlag.

Das sahen die Gemeinderäte jedoch anders. Sepp Rieder (SPD) nannte das Vorgehen vorsätzlich. „Das ist keine Kleinigkeit. Ein Bebauungsplan ist dafür da, dass man sich daran hält. Der Architekt wusste Bescheid, deshalb sollte man das ablehnen und der Architekt sollte in die Haftung genommen werden. Es gibt Wege im Vorfeld, eine Abweichung vom Bebauungsplan zu beantragen und das ist nicht geschehen. Da ist für mich Feierabend!“ Peter Spannring (Bürger für Inzell) hat bei diesem Haus die Zimmererarbeiten durchgeführt und hat sich vom Architekten das Einverständnis geholt. Er ist der Meinung, dass der Bauherr nicht Bescheid wusste, sondern alleinig der Architekt schuld ist. Etwas sauer stieß auch Robert Hochreiter (CSU) die Sache auf. „Wenn wir dem jetzt zustimmen, sind alle anderen im neuen Baugebiet, die sich an den Bebauungsplan gehalten haben, die Gelackmeierten.“ Dritter Bürgermeister Michi Lorenz wies darauf hin, dass sich der Architekt trotz E-Mail-Verkehr anders verhalten hat. „Er hat gewusst, um was es geht und deshalb sehe ich das als Vorsatz, sich nicht daran zu halten.“ Letztlich sprach sich der Gemeinderat mit 14:2 Stimmen gegen die Änderung aus und man wartet nun ab, was das Landratsamt entscheidet.

Ein weiterer Bauantrag war eine Nutzungsänderung in der Prälat-Michael-Höck-Str. 2. Hier geht es um die ehemalige Pizzeria Massimo und die Physiopraxis, die umgebaut werden sollen. Die Bauherrin Ilona Borgolte plant vier weitere Wohnungen, um diese anschließend zu vermieten. Damit wären dann insgesamt sind neun Wohnungen in dem Gebäude. Die Gebäudeabmessungen bleiben bei dem Umbau unverändert und die erforderlichen Stellplätze werden auf dem Grundstück nachgewiesen bzw. sind nachzuweisen. In diesem Fall sprach sich der Gemeinderat einstimmig für die Nutzungsänderung aus.

Erneut zur Diskussion stand das Bauvorhaben Elisabeth und Frank-M. Müller am Frillenseeweg 2 im Baugebiet Gschwall Nord. Der Bauantrag der Doppelgarage wurde im letzten Jahr vom Gemeinderat wegen der Thematik „Profilgleichheit“ abgelehnt. Der Bauherr stellte nun erneut den Antrag für den Neubau einer Doppelgarage. Aufgrund der beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan ist das Freistellungsverfahren nicht möglich. Das Wohnhaus wurde 2017 in einem Genehmigungsfreistellungsverfahren behandelt. Der Bauherr beantragte einige Befreiungen vom Bebauungsplan und wollte das Dach der Garage überstehen lassen. Doch entlang der Grundstücksgrenze kann kein Dachüberstand ausgeführt werden, da dieser auf dem Nachbargrundstück liegen würde. Außerdem sollten die Garagen zusammengebaut werden, aber bei verschiedenen Dachformen und Oberflächen ist das nicht möglich (keine profilgleiche Errichtung). Da der nordwestliche Nachbar Bachmayer, der zugleich Entwurfsverfasser ist, dessen Carport mit einem Flachdach (im Freisteller) errichtet hat und der Bauherr ein Satteldach gemäß Bebauungsplan wünscht, ist eine profilgleiche Errichtung nicht möglich. Der Nachbar Bachmayer wird in Ansprache mit dem Landratsamt das Carportdach abändern, sodass zumindest ein Satteldach im Traufbereich angedeutet wird. Dies wurde bei einem gemeinsamen Ortstermin mit der unteren Genehmigungsbehörde abgestimmt. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig diesem Beschluss an.

Das gemeindliche Einvernehmen zum vorliegenden Bauantrag und zur Befreiung wird einstimmig hergestellt.

Artikel veröffentlicht am 15.03.2019 von Gemeindeanzeiger Inzell 11 / 2019