BUND-Ortsverband Wabern

Fritzlar
Kochkurs für Kinder im Rahmen der Fritzlarer Ferienspiele.

Der BUND Ortsverband Wabern hatte in den Sommerferien zu einem Kochkurs für Kinder auf dem Biolandhof Döring in Zennern eingeladen.

Den Kindern wurde erklärt, was ein Biolandhof bedeutet. Was gekocht werden sollte, wurde auch gemeinschaftlich besprochen. Alles, was gekocht werden sollte, musste auf dem Hof eingesammelt werden. Es wurde der Wunsch nach Hühner-Nuggets geäußert. Es war klar, dass das Huhn dann aber erst gefangen und geschlachtet werden musste. Einige Kinder wollten das auch machen. Gesagt, getan. Im Garten lief ein Huhn herum, das gefangen werden musste. Gott sei Dank (für die Betreuer) war das Huhn schneller als die Kinder und flüchtete durch eine Hecke in die Freiheit. Wir einigten uns danach mit den Kindern auf Western-Pommes, Pellkartoffeln und Schmandsoße mit vielen Kräutern aus dem Garten.

Die Kräuter muddten erst gesammelt werden. Welche Kräuter nimmt man zur Schmandsoße? Mit Korb und Messer zogen wir los. Die wenigsten Kinder hatten bisher gesehen, wie die Kräuter im Feld wachsen, wie sie aussehen und wie sie heißen. Schließlich hatten wir Petersilie, Schnittlauch, Frühlingszwiebeln und Dill zusammen. Zur Vorspeise gab es noch Möhren und Kohlrabi, der auch noch ausgegraben und geerntet wurde.

Nach der Ernte wurde alles fein sortiert, gewaschen, geschnitten, gekocht

(die Pellkartoffeln) und gebacken (die Western-Pommes). Die Kartoffeln waren schon einen Tag vorher geerntet worden. Die Kinder haben alle fleißig mitgearbeitet. Das Waschen mit dem Schlauch machte den Kindern natürlich auch viel Spaß. Begrüßt wurden auf dem Hof auch Hund und Katze.

Als das Essen fertig war, gab es eine große Essenstafel auf dem Hof.

Es wurde ihnen erklärt, dass man Essen nicht wegwirft, sondern nur sich so viel auf den Teller nimmt, wie man essen kann. Ein Kind hat dann sein restliches Essen mit nach Hause genommen.

Nach dem Essen wurden noch die Pferde und die ca. 230 Hühner besichtigt, die fleißig am Eier legen waren. Nachdem die Kinder das erste Mal ein Huhn auf dem Arm hatten und streicheln durften, waren sie sich einig, dass sie doch kein Huhn mehr schlachten wollten.

Die Kinder hatten durch das Einsammeln der Pflanzen einen direkten Bezug vom Feld auf den Tisch. Die Namen und das Erkennen der Pflanzen haben sie auch neu gelernt. Und vor dem Essen ist die Arbeit. Und was man selbst erarbeitet hat, wirft man nicht so einfach weg. Das Essen hat für sie einen Wert bekommen. Das war auch das Ziel von dem Kochkurs. Den Kindern und auch den Betreuern hat es Spaß gemacht und kann wiederholt werden.

Karin Glathe
Artikel veröffentlicht am 13.08.2019 von Wochenspiegel Dom- und Kaiserstadt Fritzlar 33 / 2019