Im Rahmen der 750-Jahrfeier wirkten zum Heimatabend neben dem Beierfelder Volkschor auch der Kinderchor der Mittelschule Beierfeld mit.
Das Pumpenhaus
Im Rahmen der 750-Jahrfeier wirkte zum Heimatabend auch die Bläser-, Tanz- und Singegruppe Schwarzbach mit.
Besucher rümpften am Rotfuchs-Käfig oft die Nase. Der Allesfresser markiert das Revier mit seinem Urin. Es enthält organische Schwefelverbindungen und die stinken.

Auszug aus der entstehenden Beierfelder Ortschronik

Grünhain-Beierfeld Grünhain

Abschnitt VII. Chronik von Kriegs- und Notzeiten und besonderen Ereignissen Teil 11 (7) 1958

Ein Radfahrer der die Straße von Beierfeld nach Schwarzenberg befuhr, überholte einen haltenden Omnibus und fuhr mit einem ihm entgegenkommenden Motorradfahrer zusammen. Beide Fahrer stürzten und mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Am 19. September wurden die Delegierten der Nationalen Front (1) unseres Kreises zum 3. Kongress nach Berlin verabschiedet. Viele gute Wünsche und wertvolle Geschenke begleiteten sie. So schenkte der VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld 10 Sturmlaternen und der VEB Messgerätewerk Beierfeld 10 Dynamos mit Tachometer.

Am 16. September fand die Einweisung und gemeinsame Beratung für die Aufnahme des polytechnischen Unterrichtes im VEB Messgerätewerk statt. Der Unterricht begann planmäßig am 19. September.

Am 20. September wurde im „Alberttumsaal" der Heimatabend, zur 750 Jahrfeier zum 4. mal aufgeführt.

Die Redaktion der “Volksstimme" berichtete am 25. September 1958 folgendes:

Ein Beierfelder Bäcker wurde am 29. Juli bei einer Ausweiskontrolle festgenommen, als er zusammen mit seinem Freund auf dem Wege zum illegalen verlassen unserer Republik war. Dabei wurden bei ihm 800 DM der deutschen Notenbank vorgefunden. Dieses versuchte Passvergehen mit versuchter Ausfuhr von Zahlungsmitteln der deutschen Notenbank brachte ihm eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten ein. Darüber- hinaus wurden die beschlagnahmten 800 DM zugunsten des Staates entschädigungslos eingezogen.

Beim nächtlichen Kontrollgang bemerkten der Abschnittsbevollmächtigte der Volkspolizei, der früher in der Ladwirtschaft tätig war, und seine beiden Kameraden auf der Weide beim Offenstall der LPG Sepp Wenig, dass eine Kuh zum kalben drängte. Kurz entschlossen halfen sie dem Tier aus seiner Not und benachrichtigten dann die Genossenschaftsbauern.

Das Personal des Kindergartens Beierfeld verpflichtete sich zu insgesamt 139 Arbeitsstunden im nationalen Aufbauwerk und bei der Einbringung der Ernte bei der LPG Sepp Wenig.

3 Kolleginnen und 6 Kollegen fanden sich im VEB Sturmlaternenwerk zusammen, um eine Agitpropgruppe (2) zu bilden. Sie stellten sich die Aufgabe, was beim Aufbau des Sozialismus hemmend wirkt, anzuprangern und zu kritisieren. Kürzlich erhielt die Gruppe sehr gute Anleitung für ihre weitere Arbeit beim Agitpropgruppentreffen in Karl-Marx-Stadt. Sie traten das erste Mal unter dem Motto : "Alle helfen mit" im Betrieb auf. Dieses Stück sollte zur Bekämpfung der Planschulden des Betriebes dienen und rief alle Abteilungen auf, an der Planerfüllung mitzuhelfen.

Auf Einladung des Ortsausschusses für Jugendweihe fanden sich am Abend am

30. September 35 Mädels und Jungen mit ihren Angehörigen im Clubhaus "Clara-Zetkin" ein, um an der Eröffnung der Jugendstunden 1958/59 teilzunehmen. Ein Genosse vom VEB Messgerätewerk Beierfeld gab der Veranstaltung mit passenden Musikstücken auf dem Flügel ein festliches Gepräge. In seiner Festansprache führte ein Genosse von der SED-Kreisleitung Schwarzenberg unter anderem aus, dass bereits 1907 Genosse Walther Ulbricht an der Jugendweihe in Leipzig teilgenommen habe. Unserer Jugend wurde die Liebe zu ihrem Arbeiter und Bauernstaat, die Freundschaft zu allen Völkern und der unerschütterliche Wille zur Erhaltung des Friedens nahegebracht. Die Jugendstunde stand unter dem Motto: "Wie ist das Leben auf der Erde entstanden?" Die Jugendlichen erhielten über alle sie interessierenden Fragen Auskünfte. (Auszug)

Ein großes Bauprojekt „Die Erweiterung des Ortswassernetzes“ wurde im September 1958 in unserem Ort fertiggestellt. 370.000 DM kostet der Bau, zu dem u. a. das Pumpenhaus, der Hochbehälter und das Trafohaus gehörten.

Das Projekt wurde in mehreren Bauabschnitten seit dem Jahr 1954 fertiggestellt. Zunächst wurde der Tiefbrunnen im Schachtgebiet des "Bremenloches" (hinter der Karl Marx Siedlung) gebaut, danach die Wasserzuleitung vom "Bremenloch" zur neuen Pumpenanlage in Angriff genommen. Über den "Weinberg" schachteten freiwillige Aufbauhelfer den Graben für die Kabelzuleitung aus. Dann wurde der Grund für das Pumpenhaus und den Hochbehälter ausgehoben. Die Bevölkerung sorgte dafür, dass die Ausschachtungsarbeiten, soweit es sicherheitsmäßig zu verantworten war, in freiwilligen Einsätzen durchgeführt wurden. Die Firmen Günther und Goldhahn und der VEB Bau (K) Marienberg übernahmen dann die endgültige Fertigstellung. In der ersten Zeit gab es Schwierigkeiten bei der Materialversorgung

Am Sonnabend, dem 27. September waren Gemeindeparlament und Einwohner zu einer öffentlichen Gemeindevertreterversammlung im Saal der Gaststätte "Albertturm" eingeladen. Über 300 Einwohner und Gäste leisteten der Einladung Folge. Bürgermeister Pfeufer sprach über die Auswertung des V. Parteitages und die daraus für Beierfeld entstehenden Aufgaben. In Beierfeld war ein großer Wohnraummangel zu verzeichnen. Deshalb hatte der Rat der Gemeinde Baugelände für 200 Wohnungseinheiten an der Schiller Straße besichtigt. „Nun liegt es nur an den Werktätigen in den volkseigenen sowie in einigen Privatbetrieben, die demnächst mit staatlicher Beteiligung arbeiten werden, sich einer AWG anzuschließen", versicherte Bürgermeister Pfeufer. "Es braucht nicht immer so zu sein, dass uns andere Orte, wie z. B. Grünhain, jeweils um eine Nasenlänge voraus sind. Es kann auch einmal umgedreht sein." Dann folgten der Abschlussbericht über die 750-Jahrfeier. „Das Fest kann als gelungen bezeichnet werden. Dafür gilt allen Helfern herzlicher Dank. Über die Verwendung des erzielten Reingewinnes wird das Gemeindeparlament noch beraten und in seiner nächsten Sitzung beschließen, ob die vom Festausschuss gemachten Vorschläge angenommen werden.“ Nachdem eine große Zahl Helfer mit Urkunden und Gutscheinen belohnt worden waren, wurden dem Festausschuss und der Finanzkommission durch die Gemeindevertretung Entlastung erteilt. (Auszug)

Gerade im Herbst, wo die zum Teil über 100 Jahre alten Bäume ihr Laub bunt färben, war der kleine Schwarzenberger Tierpark am Schloss besonders reizvoll. Natürlich fand man dort keine Elefanten, Tiger oder Löwen, sondern Tiere, die in unseren deutschen Wäldern leben. Kollege Werner Neubert von der Pionierstation und seine fleißigen Helfer pflegten und versorgten die Tiere. Seine 12 fleißigen Helfer, dass waren Jungen und Mädel aus den Schwarzenberger Schulen, die sich jeden Mittwoch zur Arbeitsgemeinschaft „Junge Zoologen“ in der Pionierstation zusammen fanden. An ihrem ersten Zirkelnachmittag gingen sie mit Kollegen Neubert von Gehege zu Gehege, um Gewohnheiten und Lebensweise der Tiere näher kennen zu lernen. Nicht immer hat man Gelegenheit Wildkaninchen, Eichhörnchen, Hamster, Marder, Iltis aus nächster Nähe zu betrachten. In geräumigen Gehegen spazierten diese kleinen Tiere umher oder verkrochen sich ängstlich in eine Ecke. Die beiden Rotfüchse dagegen schauten den Besucher schon etwas frecher an.

Am unbekümmertsten waren die 3 Wildschweine. Steine und Erdreich hatten sie durchwühlt und fühlten sich so recht in ihrem Element. Zahm und zutraulich waren Peter und Hansi, die beiden Rehböcke. Hansi, der größere, darf nachts im Park frei umher laufen und sich sein Futter selbst suchen. Apropos Futter. Die Redaktion der Volksstimme rief die Kleintierhalter dazu auf die verendeten Hühner, Hasen und anderes mehr nicht zu vergraben, sondern den Mitarbeitern der Pionierstation zu übergeben. Damit wäre die Futtersorge für Füchse, Marder und Habicht etwas genommen. Auch 3 Biberraten gab es im Tierpark. Besonders hübsch waren sie nicht. Dafür lieferten sie aber die kostbaren Nutriafelle. Bei einem Glasbehälter mit dem Schild "Kröte" blieb Werner Neubert stehen. Er öffnete ihn und setzte sich das kleine Tier auf die flache Hand. "Seht die hübschen Augen an, und dabei behaupten manche Leute die Kröte sei ein hässliches Tier." Dann setzte er sie wieder an ihren alten Platz. Bei der Ringelnatter erhielten die jungen Zoologen ihre Feuertaufe. Jeder durfte dieses Reptil einmal anfassen. Ringelnatter und Kreuzotter wurden im späten Herbst wieder freigelassen, damit sie sich ihr Plätzchen für den Winterschlaf selbst suchen können. Aus der Vogelwelt waren Sperber, Turmfalke Mäusebussarde, einige Eulenarten und Wildtauben vertreten. Auch ein Fasanenpärchen lebte seine ruhigen Tage im Tierpark. In den nächsten Tagen soll auch der bereits angekündigte Rothirsch eintreffen.

Freudige Zustimmung fand die am 6. Oktober in Kraft getretene Preissenkung in den Schuh und Lederwarenverkaufsstellen der HO Wismut und der Konsumgenossenschaft.

Der Ortsausschuss für Jugendweihe hat den Termin der Jugendweihe auf den ersten Osterfeiertag 1959 festgelegt. Bis jetzt haben sich bereits ca. 65% der Schulabgänger für die Teilnahme an den Jugendstunden gemeldet.

Anlässlich des Sparmonats Oktober warf am 11. Oktober 1958 in den Nachmittagsstunden ein Flugzeug über Schwarzenberg, Beierfeld und Grünhain Flugblätter ab, die zum Sparen aufforderten. Darunter befanden sich auch Blätter, auf deren Forderseite in Rotdruck die Worte standen: "Gegen Vorlage dieses Flugblattes bei ihrer Sparkasse erhalten sie kostenlos ein Prämienlos für das Jahr 1959, Gewinnchance Höchstbetrag 7000 DM. 5 Auslosungen im Jahr! Wir drücken beide Daumen".

Die Pionierfreundschaft "Mitschurin" teilte anlässlich des Tages der Republik (7. Oktober) in einem Telegramm der Pionierkreisleitung mit, dass sie 35 Pioniere aufgenommen hat. Weiterhin wurden 500 Flaschen und Gläser gesammelt, und Pioniere beschenkten alte Leute im Altersheim mit Obst, Gemüse und Blumen. Damit wurden Verpflichtungen erfüllt, die in dem für das Beladen des Pionierexpresses aufgestellten Frachtbrief verzeichnet waren.

Aus Anlass des 9 Jahrestages der Gründung der DDR wurden erstmalig im neu entstehenden VEB Messgerätewerk Kollegen mit dem Ehrentitel Aktivist ausgezeichnet. Der Werkleiter führte aus, dass jeder, ob Transportarbeiter, Bandarbeiter oder Ingenieur seinen Teil zur Entwicklung des Betriebes beigetragen hat. Er sagte weiter, dass es kein Zufall ist, dass auch werktätige Einzelbauern anwesend sind und ein Patenschaftsvertrag mit der Schule in Sachsenfeld abgeschlossen wird. Die Kampfgruppe des Werkes, als dritter Zug der zweiten Hundertschaft erhielt als bester Zug die Wanderfahne. Die Konzert- und Gastspieldirektion erfreute zum Abschluss die 600 Anwesenden mit einem Varieteprogramm.

Trotz Planrückstände per Ende August konnten die Werktätigen des Zweigwerkes Grünhain vom VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld den Monatsplan für September mit 138,15 % erfüllen. Im dritten Quartal wurde eine Erfüllung von 109,82 % erreicht. Der Jahresplan bis 30.9. konnte termingemäß mit 101,3 % erfüllt werden.

Zu Ehren der Volkswahlen verpflichteten sich die Kollegen des neuen Tachometerbandes im Messgerätewerk Beierfeld bis zum Jahresende 32 Tausend Stück der neu aufzunehmenden Produktion solcher Geräte herzustellen und gleichzeitig bis Ende Oktober alle dazu notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Die Kollegin, die im Auftrag der Bandbesetzung diese Verpflichtungen übergab, teilte gleichzeitig unter Beifall der Versammlung mit, dass sie eine Sammlung für den Solidaritätsfonds durchgeführt hat. Im Auftrag des Thermometerbandes verpflichtete sich eine Kollegin, im Rahmen des Monats der Neuererbewegung nach der Mamai-Methode zu arbeiten und täglich als Minimum eine ständige Produktion von 400 Temperaturmessgeräten zu sichern.

Eine Maurerbrigade vom VEB (K) Bau Schwarzenberg hat gegenüber der Betriebsleitung die Verpflichtung abgegeben, die für den 31.12. vorgesehene Fertigstellung des Schulanbaues in Beierfeld bereits bis zum 17.12. vorfristig zu erreichen.

Zu Ehren der Wahl führte der Frauenausschuss des VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld am 26. Oktober anlässlich des Landsonntages im Belegschaftssaal des Betriebes eine Wahlversammlung, verbunden mit einer Kindermodenschau, durch. Die

1. Sekretärin der SED-Kreisleitung sprach über die allseitige Einbeziehung der Frauen beim sozialistischen Aufbau.

In der Fußball-Bezirksklasse Staffel 6 belegte Wismut Beierfeld im Mai 1958 hinter Wismut Schneeberg zeitweise den zweiten Platz. Im Oktober zum Abschluss der Saison wurde hinter dem Staffelsieger Wismut Schneeberg. Wismut Annaberg und Wismut Geyer der 4. Platz belegt.

Von einem Lastwagen erfasst und verletzt wurde am Freitag, dem 17. Oktober in Beierfeld eine 70-jährige Rentnerin. Sie hatte unachtsam die Straße überquert.

Im Oktober 1958 wurde im Rahmen der Nationalen Front ein Wettbewerb der 4 Beierfelder Wohnbezirke anlässlich der Wahlen ins Leben zu rufen, dessen Ziele auch für andere Orte richtungsweisend sein können. Er enthielt folgende Punkte:

1. Einsichtnahme in die Wählerlisten

2. Schmückung der Häuser zur Wahl

3. NAW-Stunden ab 1.Oktober und Zahl der Massenabzeichen

4. Wahlbeteiligung am 16. November 11 bis 12 Uhr

5. Wahlbeteiligung insgesamt und Ergebnis

6. Berichterstattung über die Versammlungen

7. Zahl der in jedem Wohnbezirk angesprochenen Leute

Der Sieger wird einen Wanderwimpel der letzte Wohnbezirk eine rote Laterne erhalten. Sicher wird dieser Wettbewerb dazu beitragen, dass Beierfeld in Bezug auf die Arbeit der nationalen Front im Kreismaßstab ein Stück nach vorn kommt.

Die Belegschaft des Kombinates VEB Sturmlaternenwerk Beierfeld hat sich in einer "Ökonomischen Konferenz" im Oktober mit den Planschulden in Höhe von 134.000 DM beschäftigt und sich vorgenommen, diesen Rückstand bis Jahresende aufzuholen. Die BGL und die Abteilung Werkzeugbau vom Sturmlaternenwerk Grünhain

übernahmen die Kosten für den Versand von je einer "Volksstimme" nach Westdeutschland. Sie wollten so dazu beitragen, dass unsere Brüder und Schwestern in Westdeutschland die Wahrheit über die DDR erfahren.

Bemerkungen:
(1) Die Nationale Front der Deutschen Demokratischen Republik war ein Zusammenschluss der Parteien und Massenorganisationen der DDR. Die Nationale Front war ein Mittel, um die Parteien und Massenorganisationen der DDR zu disziplinieren und die Vormachtstellung der SED im Staat zu festigen.
(2) Agitprop ist ein Kunstwort aus den Wörtern Agitation und Propaganda und bezeichnet einen zentralen Begriff der kommunistischen politischen Werbung seit Lenin.
Thomas Brandenburg
Artikel veröffentlicht am 19.06.2019 von Grünhain-Beierfeld 7 / 2019