Ausgelassener Möhnentrubel in Holzweiler

Grafschaft

Fotos: Vollrath -

Swistbach-Möhnen in Höchstform

HOLZWEILER. sm. Die Möhnensitzungen im Jugendheim Holzweiler sind legendär. Auch in diesem Jahr füllte sich der närrisch dekorierte Holzweiler Gürzenich im Handumdrehen und es schwirrte und summte darin wie in einem fröhlichen Bienenstock.

Die phantasievoll verkleideten Gäste ließen nichts anbrennen und amüsierten sich schon vor Beginn des Programms bei Musik von DJ Jan Kattenbusch prächtig.

Die Swistbach-Möhnen um Obermöhn Monika Röhn eilten pünktlich aus der Alten Schule herüber und tanzten sich im Zelt-Entré schon mal warm. Jecke Bayernboys, Kätzchen, Indianerinnen, Mexikaner, Piratinnen und Fußballfans bereiteten der Möhnenschar einen heißen Empfang.

Ausgiebig bewunderten sie die nagelneuen Möhnenkostüme: Alle Möhnen kamen in schwarz-rot-weißen Outfits, wobei jedes Kostüm nach eigenen Vorstellungen gefertigt war. Ob Karos, Sterne, Pünktchen, ob kurze oder lange Röcke, Hosen, Blusen oder Blaser, der Aufzug war individuell und doch aus einem Guss. Da war der erste Riesenapplaus fällig.

Die Obermöhn begrüßte die erwartungsvollen Gäste, zu denen Ortsvorsteher Wilhelm Dreyer, der Beigeordnete der Grafschaft Ingo Derz, die Kahlenborner Waldmäuse sowie Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Junggesellen zählten. Und brannten dann ein Feuerwerk der närrischen Art ab, wie es nur in knubbelvollen Dorfsälen und von voll engagierten Vereinen zu erleben ist, die alles mit eigenen Kräften und mit theatermäßigen Comedyauftritten gestalten. Einigermaßen selten eben.

Bei den Holzweiler Möhnen hat das Tradition und ebenfalls die Begrüßung der KG Garde Grün-Weiß Esch, die zu „Alle Gläser huh“ vergnügt die Bühne eroberte.

Moderator Wolfgang Gäb übernahm nach dem Ausmarsch von Möhnen und KG das Mikrofon und hatte gleich einen Sketch anzukündigen, bei dem die Möhnen Margit Hupperich, Anke Kuth und Monika Röhn sich beim „Fenstertratsch“ aus echten Fenstern ein Kläfchen gönnen. Dabei gesteht eine, dass sie das neue Müllkonfekt, äh... Müllkonzept... gut im Griff hat. Nachts um vier macht sie „Müllsharing“ und verteilt ihren Müll auf die Nachbartonnen und fährt die eigene Tonne wieder in die Garage.

Die geneigten Zuschauer erfuhren auch von der von der Bundesregierung für 2020 geplanten alphabetischen Mülltrennung mit 26 Tonnen: Die P-Tonne fällt dabei wegen Pianos, Plastik und Papier recht geräumig aus, die Q-Tonne für Quark, Quittengelee und Quartalsberichte eher klein.

Das Publikum lachte sich schibbelig und genoss danach einen Song über eine Beziehungskrise, weil der Göttergatte immer Helau statt Alaaf ruft. Olympia Alexaki-Gäb, Max und Stefanie Günter, Gülly und Ingo Jahn sowie Elke Meckes legten sich zum Vergnügen der Jecken dabei mächtig ins Zeug.

Nach der Begrüßung der Kalenborner Prinzessin Edith I. befanden Rosemarie Gäb, Resi Rüdig und Ursula Schmidt „Fröher wor alles anders“. Sagten die Kinder damals als erstes Wort noch „Mama“, so ist es heute „Alexa“. Nicht ganz einverstanden ist man auch mit dem neuen Navigator am elektrischen Rollstuhl. Wenn man damit gemütlich am Friedhof vorbeifährt, sagt der immer „Sie haben ihr Ziel erreicht.“

Einen Kinobesuch mit allerhand Überraschungen gönnten sich Anja Dichmann-Greitem, Marlene Gäb, Ursula Heinzen, Janet Hölzenbein, Anna Imhoff und Susanne Steinmetz, ehe die Funken der KG Esch einen tollen Tanz zum Programm beisteuerten.

Passend ging es mit „Funken suchen ein Zuhause“ auf der Bühne weiter; die Funkennothilfe in Köln suchte einen Platz für einen hilflosen, dehydrierten, ausgesetzten Funken, von dem nicht klar war, ob man den mittels Kölsch bis Aschermittwoch durchbringen kann. Vor allem weil Rudelhaltung für Funken unbedingt notwendig ist.

Nach dem Schokoladen-Sketch mit Walburga Faber, Anja Dichmann-Greitemeier, Marianne Hellmich und Margit Hupperich kam die Tanzgruppe „Europe“ mit ihrem Auftritt mit einem riesigen venezianischen Drachen prima an und beim großen Finale tanzten die Möhnen unter dem Motto „Musicals“ voller Begeisterung über die gelungene Sitzung mit einem feierfreudigen Publikum bis zum Ausmarsch mit „Sister Act“. Die Gäste, denen das Zwerchfell vom vielen Lachen schmerzte, belohnten sie mit brausendem Applaus für eine Sitzung der fetzigen Art.

Die Möhnen laden am Weiberdonnerstag zum närrischen Kaffeeklatsch ins Jugendheim ein und nehmen am 2. März am Karnevalszug von Holzweiler nach Vettelhofen teil.

Artikel veröffentlicht am 19.02.2019 von Grafschafter Zeitung 8 / 2019