Wölls-Petersdorf (Skizze nicht maßstabgerecht) 1 ehem. Heimatmuseum 2 Grenze Wölls-Petersdorf 3 Begradigung G.-Scholl-Str. 1973/76
Straßenverlauf in Wölls 1948. Foto: Aebi/Scholz
Straßenverlauf in Wölls 2019. Foto: Mes.

Aus der Geschichte einer Straße (1)

Landsberg

M. & A. Messerschmidt

Vor 1900 waren unsere Wege überwiegend nur chaussiert, d. h. mit Kies und zerstampften Steinen befestigt. Danach setzte reger Straßenbau ein, u. a. an der jetzigen K2137 Gütz - Wölls-Petersdorf - Spickendorf - Schwerz. Nachfolgend ein Überblick über die Bautätigkeit an genannter Straße und angrenzender Verkehrswege. Anmerkung: Wölls-Petersdorf war bis 1950 OT von Gütz.

Teil 1: Straßenbau von Ortsgrenze Gütz bis Ortsgrenze Spickendorf.

1823/24

wurde die heutige B100 als Teil der "Preußischen Staatschaussee" Nr. 60 (Berlin - Halle - Kassel) erbaut. Die Streckenführung Carlsfeld - Halle war ein Neubau, zuvor gelangte man nur über Landsberg oder Petersdorf in die Stadt. Das Straßenpflaster bestand vorwiegend aus Granit und Basalt. Bis 1972 folgte der 4-spurige Ausbau Halle - A9 - einschließlich des Neubaus von Halle/Dessauer Str. bis Peißen und der Ortsumgehung Hohenthurm. 1992 erhielt der Spickendorfer Knoten eine Ampelanlage, 2007 folgte die Einweihung des Weges Wölls - Gütz mit Unterführung der B100.

1900

Straßenpflasterung von Gütz bis zur Chaussee. In den 1980er-Jahren ließ der Kreis das Kopfsteinpflaster mit einer Schwarzdecke überziehen.

1900

Pflasterung ab Chaussee bis zur Grenze Petersdorf. Dafür wurde ein Kredit über 12 000 M bei der Kreissparkasse Delitzsch zu 4% Zinsen aufgenommen. Nach Fertigstellung waren über 16.000 M fällig.

Die Straße führte bis 1976 ab Bushaltestelle über die Kopfsteinpflasterstraße "Am Heimatmuseum". Die Ortsgrenze verlief auf der Linie Lutherweg - Petersdorfer Heimatmuseum - Mühle. (Skizze und Abb. 1).

1901

Fortsetzung der Pflasterung bis zum damaligen Ortsausgang (heute "Zum Pet. Anger").

1906

Ausbesserung des Kommunikationsweges Petersdorf - Reußen. Um 1980 versah die LPG (P) Queis den Weg mit einer Schwarzdecke zur Verbesserung ihrer Transporte.

1907

Pflasterung vom Ortsausgang Petersdorf bis Ortseingang Spickendorf mit Provinzialhilfe. Länge 750 m, Breite 11,5 m mit ungepflastertem Fußweg auf der Ostseite. Kosten: 17.000 M. Tilgung: 6.000 M 1910 und je 1.000 M in den folgenden 11 Jahren. Am Ortseingang Spickendorf verlief bis 1950 die Kreisgrenze Delitzsch - Saalkreis.

1914

Pflasterung Ochsenweg: Von den rd. 700 m wurden 140 m ab Petersdorf nicht gepflastert, wohl infolge des Kriegsbeginns am 1.8.14. Der weitere Weg führt über Spickendorfer Flur, doch die Gemeinde pflasterte keine Straße außerhalb ihres Ortes!

Das Darlehen von 17.000 M war in 12 Jahren zu 3,25 % Zinsen abzuzahlen.

1973/76

Straßenausbau F 100 - Schwerz: Den Unterbau für die Begradigung der G.-Scholl-Str. (Skizze u. Abb. 2) und des Fußweges zwischen den Orten (Straßenverbreiterung) führten überwiegend Kameraden der FFw. mit LPG-Technik durch. Die Schwarzdecke verlegte der Autobahnbetrieb. Die Kosten von 903.000 M trug der Bezirk.

Ab Mitte der 1990er-Jahre wurden die Straßen zum und im neuen Wohngebiet "Petersdorfer Anger" aus- bzw. neu gebaut. Östlich des Strengbaches (im Ellerbusch) baute die Gemeinde 2003 als ABM einen chaussierten Weg, einschließlich zweiter Holzbrücke.

1999

K2137 (G.-Scholl-Str.). 1. Bauabschnitt: Für den grundhaften Ausbau von der B 100 bis "Am Warnenfeld" investierte der Kreis rd. 730.000 DM. Im Folgejahr wurden Gehweg und Straßenbeleuchtung für 260.000 DM erneuert.

2000

Gemeinderatsbeschluss zur Straßenausbausatzung lt. Gesetz (Kosten für Anlieger).

2001/04

Im Rahmen der Dorferneuerung wurden mit Betonpflaster ausgebaut: Piltitzer Str., Wendenplatz, Kurzer Weg, B.-Brühl-Str., Prachritzer Str., An den Kastanien, Pet. Winkel, Schlosshof, Am Ellerbusch und Koppelweg (Vergabe ABM).

Zwischen Petersdorf und Spickendorf erfolgte der Neubau des Bachweges als Fuß-, Radweg, ausgestattet mit Betonpflaster, Beleuchtung, 3 Bänken und Strengbachbrücke für rd. 252.000 DM. Die Brücke musste 2015 erneuert werden.

2019

K2137 (G.-Scholl-Str.). 2./3. Bauabschnitt: Der grundhafte Ausbau der 938 m von "Am Warnenfeld" bis zum "Dobertschiner Weg" in Spickendorf erfolgte in der Zeit von Januar bis 12.07.2019, ca. 3 Monate schneller als geplant. Das gibt es auch!

Artikel veröffentlicht am 14.08.2019 von Landsberger Echo, Amtblatt der Stadt Landsberg 9 / 2019